Dreifaltigkeitssonntag
2011 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Heute am Dreifaltigkeitssonntag wollen wir einmal nachdenken, wer und wie Gott wirklich ist. Die Kirche spricht von einem Gott in drei Personen. Gott-Vater, Gott-Sohn, Gott-Heiliger Geist. Es ist kein einsamer Gott, sondern in Gott ist Liebe, die sich diese drei Personen in vollkommener Weise schenken.

Ich möchte zuerst ein bisschen die Größe des allmächtigen Gottes uns vor Augen stellen. Wir stellen uns manchmal Gott zu klein vor. Wir denken von Gott zu gering. Er ist aber wirklich der allmächtige, ewige Gott. Er hat alles erschaffen. Gott ist von Ewigkeit her und nichts könnte nur einen Augenblick ohne Gott bestehen. Wir brauchen nur einige Jahre zurückblicken: vielleicht ein paar Jahrzehnte und wir selber waren noch nicht. Es gab uns noch nicht. Gott aber war immer. Er ist ewig. Was bedeutet das wirklich, wenn jemand keinen Anfang hat und kein Ende! Das ist doch das unbegreifliche an unserem Schöpfer. Da ist die heiligste Dreifaltigkeit fast noch »leicht« zu verstehen? Nein, auch dieses Geheimnis ist undurchdringlich.

Wir Menschen haben jeder eine Geburtsstunde. Es gibt einen Zeitpunkt, da haben wir begonnen zu leben. Der liebe Gott hat nicht Geburtstag. Er kann »leider« keinen Geburtstag feiern. Erst als er ein Mensch wurde. Erst als die zweite göttliche Person auf Erden geboren wurde. Seither feiern wir den Geburtstag von Jesus. Aber der unendliche Gott war immer schon. Der ewige Gott kann keine Geburtstagsparty machen. Vor diesem unendlich großen Gott bin ich nicht einmal ein Atom. Ich bin im Vergleich zu ihm unendlich winzig und klein. Ein Nichts bin ich! Ob wir Menschen sind oder nicht, ist in dieser Hinsicht auch unwesentlich, Gott bleibt. Ob es Menschen gibt oder nicht, das ändert für Gott nichts. Alles Geschaffene war einmal nicht. Es gab eine Zeit, da gab es die Erde nicht, da gab es das Weltall nicht. Das wurde alles einmal von Gott geschaffen. Und gäbe es das alles nicht, ich sage es noch einmal, es würde an Gott nichts ändern. Wir sind also wirklich eigentlich nur Staub und Asche. Wir sind nichts im Vergleich zu Gott.

Und doch sind wir ihm wichtig. Die Liebe Gottes zu uns ist so groß, dass er sich erniedrigte und sogar einer von uns armseligen Menschen wurde.

Er hat uns nämlich als sein Abbild erschaffen. Wir können denken. Wir können glauben. Er hat uns das kostbare Gut der Freiheit geschenkt, die uns ermöglicht zu lieben, wie Gott lieben kann. Das sind alles so schöne Gaben, die der Menschen geschenkt bekommen hat und die nur der Mensch hat. Kein Tier hat die Freiheit, die wir haben. Dass wir an Gott glauben können oder nicht. Dass wir Gott lieben können oder eben auch nicht. Das kann nur der Mensch, weil uns Gott diese Gabe ins Herz geschenkt hat und das kann auch Gott. Er liebt uns Menschen, weil er Liebe ist. Die heiligste Dreifaltigkeit ist Liebe in sich, vollkommene Liebe! Und wir dürfen an dieser Liebe teilhaben. Das wollen wir alles bedenken, wenn wir heute das Wesen unseres Gottes feiern. Dass es kein einsamer Gott ist, sondern dass in Gott Personen sind, die aufeinander bezogen sind, die sich gegenseitig in vollkommener Weise die Liebe schenken, die wir in unserem Leben üben sollen, weil Gott uns als wichtigste Weisung das Doppelgebot der Liebe, die Gottes- und Nächstenliebe gegeben hat. Wer sich hier bemüht, dessen Leben gelingt, dessen Leben ist glücklich. Denn Liebe macht glücklich und einmal dürfen wir in diese ewige Liebe eingehen und für immer lieben. Amen.

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