Christi Himmelfahrt
2011 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

40 Tage nach Ostern feiert die Kirche das Fest Christi Himmelfahrt! Dieses Ereignis ist von vielen Malern künstlerisch festgehalten worden. Man sieht Jesus mit seinen Aposteln auf dem Ölberg und Jesus entweicht nach oben. Er geht zu seinem Vater. Es ist ein Abschied. Jesus ist ihnen damit ein letztes Mal hier auf Erden sichtbar mit seinem verklärten Leib erschienen.

Wir müssen hier auf Erden auch öfter Abschied nehmen. Ich denke jetzt nicht so sehr an den Abschied für immer, wenn jemand stirbt, sondern an einen Abschied für gewisse Zeit. Wenn jemand z. B. auf Reisen geht oder wenn jemand Urlaub macht, ein paar Wochen wegfährt und Ferien macht. Wie schaut so ein Abschied aus? Wie ist das, wenn wir beim Flughafen stehen oder auf dem Bahnsteig? Welche Gefühle habe ich, wenn der Autobus wartet oder wenn man in ein Auto einsteigt? Was ist der Unterschied zwischen so einem Abschied und dem Abschied Jesu auf dem Ölberg?

Wenn ich mir vorstelle, jemand verabschiedet sich für eine gewisse Zeit, jemand geht auf Reisen, dann ist in meiner Vorstellung etwas dabei, was bei der Himmelfahrt Jesu fehlt. Was ist das? – Es hat einer einmal ganz humorvoll festgestellt! Es fehlt der Koffer! Jesus hat keinen Koffer in der Hand, den er mitnimmt. Was hat er denn in der Hand? – Nichts! Gar nichts! Jesus nimmt nichts mit auf diese Reise. Er spricht nur ein paar wichtige Sätze, die ihm ein großes Anliegen sind, und er hinterlässt ihnen damit sein Testament. Ein Testament eines geliebten Menschen wollen wir ernst nehmen und daher wollen wir uns die drei Punkte merken, die Jesus vor seiner Himmelfahrt gesprochen hat. 1. Geht hinaus in die ganze Welt, macht alle Menschen zu meinen Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. 2. Lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. 3. Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Und zwar im Geheimnis der Eucharistie.

Aber er nimmt nichts mit. Und das wollen wir uns bewusst machen. Einmal müssen und dürfen wir auch diese Reise antreten, wo wir nichts mitnehmen können und nichts mitnehmen brauchen. Es ist dies die Reise in die Ewigkeit. Dort ist nämlich alles schon, was wir brauchen. Jesus ist hingegangen, um uns eine Wohnung zu bereiten. Dort ist schon alles da, was uns glücklich macht. Da müssen wir keinen Koffer packen oder anders ein bisschen aufrüttelnd ausgedrückt: Das Leichentuch hat keine Taschen.

Vielleicht können wir es sogar noch ein bisschen drastischer formulieren: Alles, was wir hier auf Erden verschenkt haben, werden wir dort im Himmel finden. Alles, was wir auf Erden an Geld angesammelt haben, erben die Verwandten.

Was ist also der große Unterschied zwischen dem Abschied Jesu und einem irdischen Abschied, wenn wir einmal wegfahren?

Wir haben es schon gesagt. Er braucht keinen Koffer, weil er sich in einem gewissen Sinn für immer verabschiedet. Beim Verabschieden in den Urlaub, werden wir nach einer gewissen Zeit wiederkommen, darum brauchen wir einen Koffer. Jesus kommt nicht wieder.

Doch ist diese Aussage wirklich richtig? Er kommt nicht wieder? Im strengen Sinn nicht! Er wird einmal wiederkommen und zwar am Ende der Zeiten. Das hat er sogar vorausgesagt! Wir beten es jeden Sonntag im Glaubensbekenntnis: »bis du kommst in Herrlichkeit«. Am Ende! Und wann ist das? Keiner weiß es! Niemand weiß die Stunde, nur der Vater im Himmel. Für einen jeden Einzelnen ist dies spätestens am Tag seines Sterbens. Für die Menschheit im Allgemeinen kommt es am letzten Tag!

Wichtig ist, dass wir vorbereitet sind, aber nicht mit einem gepackten Koffer, sondern mit einer vorbereiteten Seele. Das ist das Entscheidende und das ist vielleicht auch die Botschaft von Christi Himmelfahrt. Die Botschaft der Engel, der Männer in weißen Gewändern, die sagten. So wie er in den Himmel aufgenommen wurde, ebenso wird er wiederkommen und dann wollen wir vorbereitet sein, weil er uns mitnehmen will. Amen.

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