15. Sonntag im Jahreskreis
2011 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Beim Gleichnis vom Sämann, bei dem der Samen nicht nur auf fruchtbaren Boden fällt, sondern auch auf den Weg, auf Felsen und in die Dornen, geht es um Erfolg bei der Glaubensverkündigung, denn der Samen ist das Wort Gottes, das ausgestreut wird und Frucht bringen soll. So hat es Jesus selber erklärt.

Was aber ist wirklich Erfolg? Was ist bei der Seelsorge Erfolg? Kann man den Erfolg sehen und zählen? Wenn so und so viele am Sonntag in die Kirche gehen? Oder wenn so und so viele Beichten? Oder wenn so und so viele Gutes tun oder beten? Wer hat dann Erfolg gehabt? War es der Pfarrer mit seiner Predigt? Hat er dadurch den Samen ausgestreut?

All diese Fragen sind mir gekommen, als ich überlegt habe, was ich ihnen dazu sagen soll.

Und dann habe ich mich gefragt, was will Jesus wirklich? Was ist das Ziel, das Gott vor Augen hat? Wann hat Gott Erfolg gehabt?

Als ich nun darüber nachdachte, war die Antwort eindeutig! Wir haben unser Ziel erreicht, wenn wir am Ende, bei der Ernte gerettet sind. Wenn wir in den Himmel kommen, dann hat Gott Erfolg gehabt und dann haben wir Erfolg gehabt.

Und von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, hat z. B. eine hl. Theresia von Lisieux (man könnte dies eigentlich von jedem Heiligen sagen) unheimlich mehr Erfolg, wenn wir bedenken, wer alles ihre Schriften liest und dadurch angespornt wird, heilig zu werden. Wie viele sind es, die sich den kleinen Weg zu Herzen nehmen und versuchen dadurch in die ewigen Wohnungen Gottes zu gelangen? Das ist der eigentliche Erfolg! Erfolg ist, wenn jemand durch das Ausstreuen des Samens, des Wortes Gottes, sich wieder mehr bemüht, wieder mehr die Gebote Gottes hält, usw.

Der größte Erfolg ist, wenn am Ende des Lebens Gott einen in die Ewigkeit aufnimmt. Wenn die Sanduhr unseres Menschenlebens abgelaufen ist und sich die Gerichtswaage auf die gute Seite neigt, ist alles in Ordnung und wir bringen Frucht. Wenn Gott also erntet am Ende der Zeiten und uns nicht wegwirft, dann haben wir Frucht gebracht.

Von dieser Sicht her gesehen sind alle äußerlichen Erfolge, die z. B. ein Priester gerne hätte, nebensächlich und seine Aufgabe ist nur, dass eben am Ende bei den einzelnen Seelen alles gut ausgeht. Dazu ist er natürlich zum Priester geweiht und daher hat er die Aufgabe, für seine Schäfchen zu beten, für die Seelen, die ihm anvertraut sind, die hl. Messe zu feiern und für sie da zu sein, ihnen zu helfen, dass sie leichter die Stufen zum Himmel hinaufsteigen können und natürlich auch zu predigen.

Gott schaut aber auf das Ende. Er schaut auf die Ernte! Letztlich ist Gott der Sämann. Er tut es natürlich durch uns und will es durch uns tun. Wir sind seine Werkzeuge. Daher laßt uns das Wort Gottes verkünden und hoffen, dass vieles auf guten Boden fällt. Sehr selten weiß der Priester, bei wem es auf guten Boden fällt und wer die Botschaft Christi mit offenen Herzen aufnimmt. Ein einziges Mal ist es mir in diesen 15 Jahren passiert, da hat mir jemand gesagt, dass es angeblich meine Predigten waren, die das Leben verändert haben. Das kommt aber normalerweise sehr selten vor. Aber es ist dies auch besser so, denn sonst würde der Priester nur hochmütig und stolz werden, wenn er weiß, ich habe nun diese Bekehrung geschafft. Es ist also gut, wenn der Samen im Verborgenen wächst, wenn vieles auf den Weg fällt, wenn vieles in die Dornen fällt und auf felsigen Boden, denn der Samen, der auf fruchtbaren Boden fällt, der bringt umso mehr Frucht. Gott allein kennt dieses Wachsen und Reifen des fruchtbaren Samens im Verborgenen und er allein ist dann auch am Ende der Zeiten, der, der erntet und den Erfolg nach Hause fährt. Wir wollen uns bemühen, hier dabei zu sein. Amen.

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© 2016 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email