16. Sonntag im Jahreskreis
2011 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Beim heutigen Evangelium mit dem Gleichnis vom Unkraut und vom Weizen spüren wir die Geduld Gottes. Gott wartet bis zur Ernte!

Jesus führt uns mit dem heutigen Gleichnis vor Augen, dass wir mit unserem Urteil immer wieder aufpassen müssen und falsch liegen können. Nur Gott allein weiß, was in einem Menschen steckt. Und Gott hat offenbar Geduld, – ganz viel Geduld. Er lässt die Dinge erst reifen.

Wie gut das ist, sieht man z. B. an den Lebensgeschichten mancher Heiliger.

Ich denke nur an Paulus, Augustinus oder der hl. Franziskus. Wir könnten jetzt viele aufzählen, die wegen ihres früheren Lebenswandels mit Sicherheit kein guter Weizen waren. Wie gut, dass niemand dieses Unkraut herausgerissen hat! Die Kirche wäre um diese großen Heiligen ärmer. Jeder Mensch kann sich ändern. Es schaute zuerst aus wie Unkraut, hat sich aber dann zu Weizen gewandelt. Und hoffentlich wandelt sich in der heutigen Zeit bei vielen das Unkraut in Weizen, dass viele Menschen von Jesus wieder mehr begeistert sind, dass sie erneuten Mut im Glauben fassen, dass sie die Kirche noch mehr lieben können.

Jesu will uns mit dem Gleichnis sagen: Kümmert euch jetzt nicht ständig um das Unkraut! Wer dauernd an das Böse denkt, der hat zu wenig Kraft für das Gute, denn man sieht nur noch das Negative, und das natürlich immer nur bei den anderen! Vielleicht ist in uns selbst auch ein wenig Unkraut, das verwandelt gehört in Weizen. Da brauchen wir uns nichts vormachen. In jedem Menschen kommt beides vor. Jeder von uns hat seine guten, und jeder von uns hat seine schlechten Seiten. Und das Schöne, ist, dass jeder Mensch sich immer noch mehr zum Guten hin verändern kann. Es wäre schlimm, wenn man in Selbstzufriedenheit verharrt und zu sich sagt: es passt schon alles; ich brauche mich nicht zu ändern; ich bin schon gut genug; ich bin schönster Weizen mit prächtigen Ähren und werde viel Frucht bringen.

Jeder von uns soll immer wieder den Versuchungen des Bösen so gut es geht wiederstehen, widersagen und den Kampf ansagen, wie wir es bei der Taufe versprochen haben. Das ist das »wachsam sein«, damit kein Unkrautsamen auf den eigenen Acker gestreut wird. Es heißt hier wirklich aufpassen. Und dann müssen wir auch vertrauen. »Gottvertrauen« – das ist für Christen eine wichtige Tugend. Einfach vertrauen! Der Vater im Himmel wird mir auch helfen, mich bewahren und mir die notwendige Gnade schenken.

Eines ist klar. Wenn auch jetzt die Zeit der Ernte noch nicht da ist, sie wird kommen, so sicher wie der Weizen reif wird. Und dann wird der Herr selbst für die Trennung von Gut und Böse sorgen.

Beten wir, dass wir dann Weizen sind, und nicht Unkraut. Bitten wir, dass Gott uns dann mit vollen Ähren nach Hause fahren kann und nicht wie Spreu wegwerfen muss. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email