25. Sonntag im Jahreskreis
2011 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wenn ich dieses Evangelium höre, bleibt mir immer ein Satz im Gedächtnis: »Niemand hat mich geworben.« Diese Entschuldigung der Männer, die um die elfte Stunde herumstanden, ist für mich bedenkenswert, ja fast erschütternd. Sie stehen viele Stunden herum und tun nichts. Sie sind aber bereit zu arbeiten. Nur weil sie nicht angesprochen wurden, wurde nichts daraus und deshalb sind untätig. Auf was möchte uns Jesus mit diesem Gleichnis aufmerksam machen? Auf was möchte er uns hinweisen? Ich glaube, Jesus spricht gerade auch für unsere Zeit. Wieviele gibt es bei uns, die eventuell genau dies sagen können, wenn wir sie jetzt auf den Glauben und auf die Kirche ansprechen. Vielleicht sagt auch zu uns einer auf die Frage: Warum kommst du nicht mit in die Kirche? Niemand hat mich eingeladen. Niemand hat mich geworben! Es ist dieses Gleichnis ein kleiner Fingerzeig Gottes, selber zu überlegen, wen könnte ich für die Kirche werben, wen ansprechen, wen einladen.

Die Art und Weise, wie wir werben können, ist verschieden. Die Kirche wirbt anders als die Marktwirtschaft, als der Mensch im Berufsleben, als der Arbeitgeber, als der Firmenbesitzer. Und Gott wirbt erneut mit anderen Methoden. Überlegen wir kurz: Wie wirbt der Mensch? Wie wirbt die Kirche? Und wie wirbt Gott?

Wie wirbt der Mensch? Er nützt alle möglichen Gelegenheiten. Die Werbung finden wir auf der Straße und auf den großen Werbeplakaten. Die Werbung finden wir im Radio, im Fernsehen, im Kino und im Internet. Kurz gesagt: in allen möglichen Medien, in Büchern, in Zeitschriften, in den Schaufenstern und in den Geschäften. Überall wird versucht, aufmerksam zu machen auf möglichst attraktivste Weise, auf möglichst originellste Weise. Man will sich am besten präsentieren.

Wie wirbt die Kirche? Ich glaube, die Kirche darf sich nicht unbedingt all dieser Werbungsmethoden bedienen. Wir haben auch Zeichen und Möglichkeiten, auf uns aufmerksam zu machen. Sicherlich wären auch die Medien ein geeignetes Mittel unsere Botschaft zu verkünden. Doch die einflußreichsten Medien sind uns nicht gewogen. Aber da wollen wir jetzt nicht jammern, sondern es genügt uns, wenn wir das wissen. Machen wir uns bewusst, dass so wie ein Werbeplakat neben der Straße für ein Produkt wirbt, ein Marterl und ein Wegkreuz für unsere Sache wirbt. Am Besten aber werben wir durch unser vorbildliches Verhalten.

Als letzte Frage möchte ich stellen. Wie wirbt Gott? Die Antwort ist. Er wirbt um jeden Menschen im Gewissen!!! Jeder Mensch ist ihm ein Anliegen und er wirbt um ihn, dass er am Ende der Zeiten bei ihm ist. So wie der Teufel ebenfalls um jede Menschenseele wirbt, und dabei hofft, dass diese einmal für immer bei ihm im Unglück sein wird. Das Gewissen sagt uns, was gut und was böse ist. Meide das Böse, tu das Gute. Immer wieder meldet sich die Stimme Gottes im Gewissen. Wir sind frei und können darauf antworten. Wir können es aber auch ablehnen. Wir können das Gewissen abtöten. Dann wird sich Gott zurückziehen. Er kann sich lange zurückziehen. Er kann aber dem Menschen eine erneute Chance geben, ihn unruhig machen, erneut anklopfen und der Mensch kann sich erneut entscheiden. Er kann das Gewissen wiederum totschlagen oder sich für Gott entscheiden.

Solange wir leben, ist die Möglichkeit ,sich für Gott zu entscheiden. Es kann sein, dass jemand in der 11. Stunde »Ja« sagt: »Ich komme!« Und er wird am Ende diesen Denar als Belohnung bekommen, den Himmel. Er ist das Ziel unseres Lebens, das uns unendlich glücklich macht. Amen.

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