27. Sonntag im Jahreskreis
2011 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Dieses Gleichnis vom Gutsbesitzer ist gegen die Ältesten und Hohenpriester gerichtet. Sie sind die Winzer, die den Weinberg gepachtet haben. Die Knechte, die der Gutsbesitzer schickt, sind die Propheten des Alten Bundes. Sie wurden oft getötet und nicht ernst genommen mit ihrer mahnenden Botschaft, wieder zum Glauben an den einen Gott zurückzukehren. Schließlich schickt er seinen eigenen Sohn. Doch auch dieser wird gepackt, aus dem Weinberg hinausgeworfen und getötet. So wird es auch mit Jesus sein. Auch seine Botschaft wird nicht gehört. Er wird außerhalb der Mauern Jerusalem getötet werden. Das Ende ist erschreckend für die Schriftgelehrten. Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt. Die meisten Juden haben bis heute den Glauben an Jesus Christus nicht angenommen. Das Christentum hat sich woanders ausgebreitet.

Es ist dies ein mahnendes Wort aber auch an uns. Bringen wir die erwarteten Früchte? In vielen Pfarreien wird heute Erntedank gefeiert. Wir danken Gott für die Früchte der Erde! Das ist gut so. Jedes Jahr ist das wichtig, dass wir das tun. Es ist nicht selbstverständlich, dass es uns gut geht, dass wir nicht hungern müssen, dass wir ernten dürfen, etwas zu essen haben, u.s.w. Ist das aber alles, was Gott von uns will?

Wenn wir diese Früchte, die Erntekrone in die Kirche bringen, ist das ein Zeichen unsererseits, dass wir sie Gott in einer gewissen Weise abliefern. Diese Früchte sind von Gott. Sie sind nicht in erster Linie unser Eigentum. Wir werden sie zwar essen, aber sie sind Gottes Schöpfung. Sie gehören zwar uns, aber sie sind aus der gütigen Hand Gottes. Es darf nicht so sein wie im Evangelium: »Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.«

Bringen wir die erwarteten Früchte? Damit ist aber auch folgendes gemeint: Bringen wir Früchte im geistlichen Bereich? Ein guter Baum bringt gute Früchte hervor. Sind wir solche Bäume, auf denen gute Früchte reifen können? Sind wir gute Menschen? Haben wir Wurzeln, die Wasser aufnehmen können, damit gute Früchte gedeihen können? Jeder Mensch braucht Wasser, besonders das Wasser der Gnade. Nützen wir die Sakramente, die uns von Gott geschenkt wurden? Nehmen unsere Wurzeln die notwendigen Mineralien auf, damit auf unseren Ästen gute Früchte wachsen können? Das heißt: Erfüllen wir die Gebote Gottes? Beten wir regelmäßig?

Das sind die Früchte, die wir bringen sollen. Gott wird einmal auch seinen Sohn zu uns schicken, um seinen Anteil an den Früchten zu holen. Eine gute Frucht wird sicherlich sein, wenn wir sagen können. Ich habe die wöchentliche Sonntagsmesse mitgefeiert. Ich habe mich bemüht. Es hat Opfer gekostet. Aber aus Liebe zu Gott bin ich gekommen und habe ihm diese Zeit geschenkt. Ich habe Eucharistie gefeiert, d. h. Danksagung. Das Danken habe ich nicht vergessen, denn mir war bewußt: Ein dankbarer Mensch ist nicht fern vom Reich Gottes. Gott hat uns so viel geschenkt. Deshalb will ich ihm danken. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email