30. Sonntag im Jahreskreis
2011 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wir wollen uns heute am Weltmissionssonntag erneut bewusst machen, dass wir von Jesus Christus selbst diesen Auftrag bekommen haben: den Glauben an alle Menschen weiterzugeben. Sein Wunsch vor seiner Himmelfahrt »Geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern!« bleibt allzeit aktuell. Wir wollen ihn ernst nehmen.

Auch das Doppelgebot der Liebe, das im heutigen Evangelium gehört wurde, soll uns anspornen, andere Menschen für Christus zu begeistern. Die Liebe zum Nächsten und die Liebe zu Gott drängen uns, anderen Menschen, die von Christus noch nichts wissen, mitzuteilen, dass uns dieser Glaube frei und froh macht.

Einem Missionar, der sich einmal fast vor Anstrengung aufrieb, wurde die Frage gestellt, warum er sich denn so unermüdlich um diese »wilden« Menschen bemühe. Dass einer sich einsetzt, um eventuell in dieser Gegend Gold zu finden, verstehe jeder, aber dass jemand seine Heimat, seinen Besitz, seine Familie verlässt, um sich dieser armen Menschen anzunehmen, ist schwer zu begreifen. Die Antwort kann nur lauten: Die unsterbliche Seele eines Menschen ist von so kostbarem Wert, dass alle irdischen Schätze damit nicht zu vergleichen sind. Und darum, so war die Antwort des Missionars, biete ich all meine Kräfte auf, um die Menschenherzen, für die Christus sein kostbares Blut am Kreuz vergossen hat, zu gewinnen, damit auch diese ihn kennen und lieben lernen.

Wir können nicht alle jetzt in die Mission gehen und dort die Menschen für Christus begeistern und doch ist auch uns aufgetragen, in entsprechender Form den Missionsgedanken zu unterstützen. Jedes Jahr am Weltmissionssonntag sammeln wir beim Gottesdienst für die Mission, heuer für das Missionsland Nicaragua. Es ist dies ein kleiner Beitrag, den wir leisten können. Bedenken wir aber, dass gerade unser Heimatland Mission im Glauben nötig hat, dass wir hier eine große Aufgabe haben, durch unser Beispiel im Glauben, durch unser Vorbild und unseren Einsatz, Christus zu verkündigen.

Schließlich muss beim Thema Mission immer auch hingewiesen werden auf das Gebet für dieses Anliegen. Gott wollen wir darum bitten, dass er seine Gnade den Missionaren schenke, die Botschaft glaubhaft zu verkünden.

Der Blick auf die großen Heiligen in der Kirchengeschichte tut gut. Begonnen hat es beim großen Völkerapostel Paulus. Doch dürfen wir einen Franz Xaver nicht vergessen, der ebenfalls keine Mühe scheute. Schauen wir auch auf eine selige Mutter Teresa, die uns ein großes Vorbild ist. Viele könnten wir jetzt aufzählen und begeisternd von ihren Taten berichten. Heute soll uns nur dieses Anliegen in Erinnerung gerufen werden, das die Kirche immer vor Augen hat.

Geht in die ganze Welt. Macht alle Menschen zu meinen Jüngern. Christus will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. In der heutigen Zeit, in der manche Menschen aggressiv werden, wenn die Kirche von ihrem Wahrheitsanspruch spricht, möge es genügen festzustellen: Es gibt nur eine Wahrheit und die hat uns Christus gelehrt. Wir würden Christus verraten, wenn wir davon abgehen. Immer aber soll unser Motiv zur Weitergabe des Glaubens die Liebe sein. Gottes- und Nächstenliebe, so heißt es im Evangelium, sind unsere Motivationsgebote und damit auch die höchsten Gebote, wie es Jesus Christus betont. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email