32. Sonntag im Jahreskreis
2011 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In unserem Evangelium begegnen uns 10 Jungfrauen, die auf den Bräutigam warten. Wenn wir das Gleichnis zu deuten versuchen, wissen wir, der Bräutigam im Gleichnis ist der wiederkommende Herr Jesus Christus. Die Jungfrauen sind wir, die christliche Gemeinde, in der es kluge und törichte Menschen gibt. Mit dem Tag und der Stunde ist das Endgericht gemeint.

Alle 10 Jungfrauen gehen nun dem Herrn entgegen. Die Jungfrauen haben also das gleiche Ziel vor Augen. Sie unterscheiden sich nur in einem einzigen, eigentlich winzigen Punkt. Die Klugen haben an ein eventuelles Warten gedacht und haben zusätzlich Öl in eigenen Gefäßen mitgenommen. Sonst verhalten sich alle gleich. Sie warten alle sehnsüchtig auf den Bräutigam. Alle zehn empfinden das längere Ausbleiben des Bräutigams ermüdend und alle schlafen ein. Alle müssen geweckt werden durch die Rufe mitten in der Nacht: »Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen.« Doch jetzt hat die Torheit der einen zur Folge, dass sie keine brennende Lampe mehr haben.

Nun gäbe es 3 verschiedene Möglichkeiten. Erstens: die Klugen geben ihnen etwas ab. Zweitens: sie gehen ohne brennende Lampen dem Bräutigam entgegen. Und drittens: sie kaufen sich bei den Händlern das Öl.

Wir wissen, sie haben das letztere getan und haben damit die Ankunft des Bräutigams verpasst. Es endet mit der großen Tragik: »Ich kenne euch nicht.« Die törichten Jungfrauen dürfen nicht in den Hochzeitssaal eintreten. Es heißt, sie waren nicht wachsam.

Warum geben die Klugen aber z. B. nichts von ihrem Öl ab? Wir feiern am 11.11. den hl. Martin. Gerade von ihm können wir ja das Teilen lernen. Er sah einen frierenden Bettler und hatte Mitleid mit ihm. Er teilte seinen Mantel. Im Traum sah er, dass Jesus diesen Mantel anhat und zu ihm sagte: Alles, was du dem Nächsten getan hast, das hast du mir getan. Müssten die klugen Jungfrauen nicht mit den anderen Mitleid haben und etwas abgeben. Die Klugen erwiderten, dass es dann weder für die einen noch für die anderen reicht. In Wirklichkeit können sie in diesem Augenblick nicht mehr teilen. Sie sind jetzt im Gnadenzustand. Sie sind vorbereitet auf die Ankunft des Bräutigams.

Wenn man das Schlafen der Jungfrauen auf ihr Sterben hin deutet, könnte man sagen, dass das Öl in den Gefäßen auf ihre guten Werke hinweist, die sie im Leben getan haben. Wir wollen also die guten Werke hier auf Erden tun. Vorher haben die klugen Jungfrauen geteilt und somit hat sich das Ölgefäß gefüllt. Wenn wir teilen, so wie der hl. Martin, dann füllt sich unser Ölgefäß, so wie das der klugen Jungfrauen und wir werden die Gnade bekommen, wenn der Herr kommt, mit genügend Öl ausgerüstet zu sein, so dass wir mit brennenden Lampen dem Herrn entgegengehen.

Warum können die törichten Jungfrauen nicht mit ihren dunklen Lampen dem Herrn entgegengehen?

Auch hier können wir an den hl. Martin denken. Wie gern gehen im Kindergarten die Kinder an diesem Tag mit ihren Laternen spazieren. Was wäre das für ein Laternenumzug, wenn bei mir in der Laterne keine Kerze wäre, wenn ich mit einer dunklen Laterne mitgehen müsste. Das Kind würde weinen oder zumindest sehr traurig sein, wenn es kein Licht in seiner Lampe hat. Wir brauchen also dringend Licht und Öl in unseren Lampen für das himmlische Hochzeitsmahl. Der Bräutigam hätte genau so gesagt. Ich kenne euch nicht oder ich sehe euch nicht.

Das Öl sind also die guten Taten, die guten Werke, die wir auf Erden vollbringen. So wollen wir uns bemühen unsere Krüge mit Öl zu füllen, denn dann sind wir wachsam, dann sind wir bereit mit Licht, mit brennenden Lampen, den Bräutigam zu empfangen, sodass wir, wie die klugen Jungfrauen in das himmlische Hochzeitsmahl eintreten können und an der ewigen Freude im Himmel teilhaben dürfen. Amen.

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