3. Adventssonntag
2013 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wir feiern heute den sogenannten Gaudetesonntag, den Sonntag der Vorfreude. So wie es in der Fastenzeit den 5. Fastensonntag, der Laetare genannt wird, gibt, den Sonntag der Vorfreude auf Ostern, so ist im Advent immer der 3. Sonntag der Freudensonntag. Wir freuen uns, denn bald ist Weihnachten. Nur noch kurze Zeit und wir feiern das Geheimnis der Menschwerdung Gottes.

Die Vorfreude ist ja oft die größte Freude. Da ist noch Spannung da. Da ist Sehnsucht da. Und wir sind in Erwartung. Bei den Kindern vergeht die Zeit ganz langsam. Das ist meist furchtbar langweilig, aber oft ist auch ein angenehmes Kribbeln da. Das Christkind kommt bald und man stellt sich die Frage. Was wird es mir bringen? Und man freut sich schon darauf.

Wie war das damals? Die Juden warteten sehnsüchtig auf den Erlöser! Jahrhunderte vergehen ohne, dass er kommt. Immer wieder aber treten Propheten auf und künden davon.

Jetzt ist wieder so ein Prophet aufgetreten, der aber momentan im Gefängnis sitzt und es schaut nicht gut aus. Er wird nicht mehr lange leben. Er verkündete den Messias und hat ihn sogar im Jordan getauft. Er sprach von: „Er muss wachsen, ich muss abnehmen.“ Und jetzt lässt er ihn fragen, ob es so weit ist, ob er wirklich der ist, der da kommen soll, ob seine Sendung zu Ende ist.

Und da antwortet Jesus mit folgenden Worten. Es ist die Frohbotschaft, die Freudenbotschaft, die am heutigen Freudensonntag zu hören ist: „Blinde sehen wieder, Lahme gehen wieder, Aussätzige werden rein, Taube hören wieder, Tote stehen auf.“ Ist das nicht eine große Freude! Der Messias, der da kommt, wird Freude bringen, wird Heilung bringen! Er ist einer, der der Not der Menschheit ein Ende macht.

Diese Botschaft soll man Johannes bringen.

Vielleicht erinnern wir uns auch an die Freude, die da war, als Maria zu Elisabeth ging. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Schoß. Johannes freute sich, dass die Mutter des Herrn zu hören war. Diese Begegnung ist sicher ein großes Geheimnis. Der, den er später verkünden wird, kommt zu ihm. Sie sehen sich nicht, sie hören sich nicht. Sie vernehmen nur die Stimme der Mütter und er freut sich darüber. Es ist die Vorfreude über sein Kommen.

Und dann möchte ich noch auf die Fragen hinweisen, die Jesus der Menschenmenge stellt. „Was habt ihr denn sehen wollen, ein Schilfrohr, das im Wind schwankt, einen Mann in feiner Kleidung?“ Ich könnte Euch genauso fragen, was ihr hier wollt: Warum habt ihr Euch aufgemacht, zur Kirche, zum Gottesdienst? Was wollt ihr hier sehen? Eine Kerze, die im Wind flackert? Einen Priester mit schönen Gewändern? Oder wozu seid ihr hinausgegangen, wozu seid ihr gekommen? Die Antwort muss lauten: um jemanden zu hören, der Gottes Wort verkündet. Aber Gottes Wort ist damals wie heute nicht immer bequem. So wie die Worte des Johannes nicht immer bequem waren.

Es ist einerseits Freude. Es ist die Frohbotschaft: Der Erlöser kommt! Er ist nahe. Andererseits ist es ernste Mahnung. Bereitet euch gut vor. Verschlaft nicht! Lasst euch nicht ablenken durch verschiedene Lichter, die noch heller leuchten, wie die Kerzen hier. Manche Lichter muss man meiden, um das Licht Christi zu sehen. Lasst euch durch die Äußerlichkeiten, die es gibt, und die ich gar nicht alle pauschal verurteilen will, nicht ablenken. Lassen wir uns dadurch hinführen zum inneren Geheimnis. Wenn wir uns zu diesem Fest beschenken, dann ist das ein Zeichen, dass Gott uns mit seinem Sohn beschenkt hat. Wenn wir hier Vorbereitungen treffen, dann soll uns das erinnern, dass das größte Geschenk die Liebe Gottes zu uns Menschen ist, die wir dankbar auch mit unserem Gebet immer wieder erwidern wollen. D.h., dass wir das Gebet in diesen Tagen nicht vergessen. Die guten Taten nicht vergessen. Und es wird Advent und nach dem Advent wird Heiligabend und an diesem Abend kommt Friede und Freude in die Welt, das Licht Christi und hoffentlich kommt es auch in unser Herz. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email