4. Adventssonntag
2013 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Dieses Evangelium zeigt besonders die Person des heiligen Josef und seine Bedeutung für die Geburt Jesu Christi. Der heilige Josef scheint unbedeutend zu sein. In vielen Weihnachtsbildern ist auch der heilige Josef dargestellt. Aber er steht nicht im Mittelpunkt des Bildes, sondern im Hintergrund und eher am Rand. Das entspricht durchaus dem heutigen Evangelium.

Der heilige Josef ist wirklich nicht die Hauptperson. Die Hauptpersonen sind Jesus und Maria.

Der heilige Josef musste zuerst folgende Erfahrung machen: Man scheint mich nicht zu brauchen. Für das größte Geschehen, nämlich die Menschwerdung des Gottessohnes, scheint Gott selber auf die Mitwirkung des hl. Josef zu verzichten. Der Heilige Geist kommt auf Maria herab und aus diesem Grund wird sie ein Kind bekommen. Als Josef das merkte, will er sich in Stille von Maria trennen.

Kommen wir uns nicht auch manchmal wie am Rand vor? In unserer täglichen Arbeit, vielleicht auch als Christ in unserer Gesellschaft. Wer geht noch in die Kirche? Wir sind Außenseiter geworden. Wir sind Randgestalten, die gerade noch geduldet werden. Vielleicht manchmal verspottet, aber wenn es einmal durchgestanden ist, dann lässt man uns gewähren. Die meisten denken vielleicht: Die paar Wenigen sind auch noch bald ausgestorben. Die Welt scheint uns Christen nicht zu brauchen. Vielleicht ist es in unserem Familienleben auch manchmal so, dass wir uns an den Rand gestellt fühlen.

So fühlte sich vielleicht der heilige Josef auch. Doch der Fortgang des Evangeliums zeigt: Der heilige Josef ist doch nicht so nebensächlich, wie es zunächst den Anschein hat. Auch zu ihm wird ein Engel des Herrn gesandt. Auch er erhält eine Botschaft Gottes. Es ist eine Botschaft, die ihn mit einer wichtigen Aufgabe betraut. Er erfährt das große Geheimnis Gottes – von der Menschwerdung – durch den Heiligen Geist. Er soll ihm den Namen Jesus geben. Er wird sein Volk von den Sünden erlösen. Die Jungfrau wird empfangen. Er wird eingeweiht in den Plan Gottes.

Somit zeigt uns der hl. Josef: Es gibt vor Gott zwar Randfiguren, nicht jeder steht im Mittelpunkt und kann alles sein und tun, aber Gott hat für jeden die Aufgabe, die zu ihm passt. Wir dürfen überzeugt sein: Jedem von uns ist Entscheidendes aufgetragen. Jedem von uns sind die tiefen Geheimnisse Gottes verkündet und anvertraut. Was dem hl. Josef geoffenbart wird, ist auch uns geoffenbart.

Im Traum wird ihm das alles gesagt. Ist der Josef ein Träumer oder der Traummann? Träume sind Schäume, heißt es und doch ist der Traum etwas verborgenes, etwas, was wir ja nicht selber steuern können. Wir können so manches, was wir geträumt haben, versuchen zu erklären. Unsere Gedanken vermischen hier vieles und doch ist der Traum auch eventuell die Möglichkeit Gottes uns etwas mitzuteilen, gerade weil wir es nicht bewusst steuern können.

Josef befolgt das, was der Engel ihm im Traum befohlen hatte. Er nimmt Maria zu sich. Er beschützt sie. In diesem Sinn ist er vielleicht der Traummann. Man kann sich nur so einen Mann träumen, der auf Gottes Wort hört, der den Willen Gottes befolgt. Der hl. Josef hatte eine wichtige Aufgabe. Ohne Mann wäre es Maria schlecht ergangen: Eine Frau, die ein Kind hat und man weiß nicht von wem, lebt gefährlich. Sie muss es, wenn sie nicht wegen Ehebruch bestraft worden wäre, allein aufziehen. Gott hätte seinen Plan so nicht ausführen können.

Was Josef getan hat, ist auch unsere Lebensaufgabe. Wir sollen tun, was Gott befiehlt: Maria zu uns nehmen und Jesus bei uns aufnehmen, in das eigene Leben aufnehmen.

Wir dürfen überzeugt sein: Der hl. Josef nimmt diese Aufgabe auch heute noch wahr für die Kirche Christi. Schauen wir in der Vorbereitung auf das Fest der Menschwerdung Christi auch auf den hl. Josef. Er ist mit dem Weihnachtsgeheimnis tief verbunden. Er steht zwar nicht im Mittelpunkt, aber er hat einen wunderbaren Platz, wo er gut zur Krippe hinschauen kann und auch wir wollen unseren Blick von der Krippe nicht abwenden. Amen.

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