Christtag
2013 A
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wir feiern wieder Weihnachten, das Fest der Familie, das Fest des Friedens und der Liebe. Wir alle wurden durch die Tage und Wochen vor Weihnachten in den Medien immer wieder daran erinnert. Die ganze Wirtschaft ist darauf aufgesprungen, leider auch mit all den negativen Auswirkungen für dieses Fest. Immer wieder müssen wir dann unseren Mund öffnen und darauf hinweisen, sodass der Kern dieses Festes nicht übersehen wird. Es wichtig, dass wir nicht vergessen, um was es eigentlich geht oder besser ausgedrückt, um wen es eigentlich geht. Es geht nicht allein um die Geschenke, sondern um ein ganz anderes Geheimnis. Es geht um die Menschwerdung Gottes. All diese schlechten Nebenwirkungen, die dieser Rummel mit sich bringt, sind da, doch eines bleibt bestehen gerade in einer Zeit, wo wir immer wieder zu hören bekommen, dass es abwärts geht mit der Kirche. Und das ist folgendes: Alle feiern Weihnachten, ein christliches Fest. Alle haben erkannt, dass es ein Fest der Liebe ist. Alle wissen, dass wir durch Schenken Gutes tun wollen und damit unsere Freude ausdrücken wollen. Es dringt in jedes Haus. Jeder merkt etwas davon. Letztlich ist es leicht die Botschaft des heutigen Tages zu verkünden. Ich erreiche heute viele Menschen und kann ihnen allen auch die frohe Botschaft verkünden, die der Engel damals nur einer kleinen Schar von Hirten verkündet hat: Heute ist euch der Retter geboren, Christus der Herr, der euch von den Sünden erlöst. Der Messias, der Sohn Gottes kam auf die Welt, machte sich ganz klein und ließ sich in eine Krippe legen aus Liebe zu uns Menschen. Freuen wir uns alle über diese Botschaft, die ich euch heute mit inniger Freude zurufe. Sie möge eure Herzen erreichen und sie möge euch allen den Frieden schenken!

Mit dieser Freudenbotschaft sind drei gewaltige Wunder verbunden, die Gott an diesem Tag damals vor über 2000 Jahren in Bethlehem wirkte. Es sind drei Wunder, die so unvorstellbar sind, und die viele leider auch heutzutage nicht mehr glauben können. Es ist das Wunder der Liebe Gottes, das Wunder der Allmacht und das Wunder der Demut Gottes.

Alle drei Wunder Gottes sehen wir, wenn wir das Kind in der Krippe betrachten.

  1. Das Wunder der Liebe. Die Liebe Gottes ist so groß, dass er uns erlösen will durch seinen Sohn, dass er selbst Menschengestalt annimmt und uns gleich wird außer der Sünde. Diese Menschwerdung ist eine gewaltige Erniedrigung seines Wesens. Er wird dann sogar leiden und sterben und nimmt das alles freiwillig auf sich. Es ist nur zu verstehen, wenn wir an einen Gott der Liebe glauben. Der Sohn bietet sich aus Liebe seinem Vater an zum Opfer zu werden. Es ist nicht der grausame Vater, der das blutige Opfer seines Sohnes fordert. Nein, freiwillig bietet sich der Sohn an, weil seine Liebe unendlich groß ist.
  2. Es ist ein Wunder der Allmacht Gottes. Einen Gott in Menschengestalt gibt es in keiner anderen Religion. Es ist wiederum nur zu glauben, wenn wir an die Allmacht Gottes glauben. Wir glauben an einen Gott, der alles kann, der sich in eine Krippe legen kann, und der sich so klein machen kann, dass er in der heiligen Messe in Brotgestalt auf die Erde kommt. Wer sich das bewusst macht, der versteht den Ausspruch Jesu: wenn ihr nicht werdet wie die Kinder. Arm ist, wer als Erwachsener diesen Glauben über Bord wirft und sagt: Das gibt es ja alles nicht. Das Märchen von den Engeln, die Ehre sei Gott in der Höhe singen, kann ich nicht glauben. Der Mythos von der Jungfrauengeburt ist ja biologisch nicht haltbar. Den werfe ich über Bord. Arm ist, wer nicht glauben kann, dass Gott diese Allmacht hat. Wir glauben an einen Gott, dem die Erde nicht egal ist. Wir glauben an einen Gott, der sich um die Menschen kümmert, dem wir ein Anliegen sind und der deswegen hier auf Erden wandelt, Wunder wirkt, Gutes tut, für unsere Sünden leiden und sterben muss und aber den Tod durch seine Auferstehung besiegt hat.
  3. Das Wunder der Demut. Gott wird Mensch und lässt sich erziehen. Er wird ein Kind, das gehorcht, das sich erziehen lässt, das sich was sagen lässt, und das lernt. Welch eine Demut für den allmächtigen großen Gott! Er tut das, wie wenn es das Selbstverständlichste wäre auf der ganzen Welt. Der Satz im Evangelium, nachdem sie ihn im Tempel wieder gefunden haben, lautet und ist bemerkenswert. „Er war ihnen gehorsam.“ Gott gehorcht dem Menschen. Ist das nicht ein Demutsakt sondergleichen!

So sehen wir also dieses dreifache Wunder im heutigen Festgeheimnis. Das Wunder der Liebe, der Allmacht und der Demut und dieses dreifache Wunder lässt uns staunen. Wir werden daran erinnert, wenn wir in diesen Tagen immer wieder uns vor die Krippe hinstellen, die Figuren betrachten und besonders das Kind in der Krippe still anschauen. Allein dieses schweigende Betrachten ist ein großes Beten unsererseits. Wir werden von diesem Kind berührt. Es will uns etwas sagen. Es sagt uns allen: Ich bin für euch klein geworden. Werden auch wir in unserem Herzen so demütig und so klein! Lassen wir diese Liebe des Gottmenschen auf uns wirken! Lassen wir uns anstrahlen von diesem Vertrauen! Öffnen wir unser Herz für dieses Geheimnis und schenken auch wir Liebe! Werden wir liebenden Menschen für unseren Nächsten und danken wir Gott für sein Geschenk, das er selbst ist! Haben wir ein dankbares Herz gegenüber diesem Gott, der nur Liebe und Barmherzigkeit ist! Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email