Erscheinung des Herrn
2014 A
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Als ich vor einigen Jahren Ende Dezember mit meinem Auto mit Ministranten auf ein Winterlager fuhr, hat mich eine Ministrantin plötzlich gefragt. „Wann sind wir denn endlich da? Wie lange dauert es noch?“ Wahrscheinlich ist ihnen so ähnliches auch schon passiert, wenn sie unterwegs waren. Auch wir Erwachsene sind manchmal ungeduldig und würden vielleicht bei einer Urlaubsreise die Anfahrt gerne überspringen, um sofort am Ziel zu sein.

Früher war es noch mühsamer, als man noch auf die eigenen Füße angewiesen war oder lediglich mit einem Esel, einem Pferd oder einem Kamel unterwegs war

Die 3 Sterndeuter, die drei Weisen, haben sich damals auf einen weiten Weg gemacht. Sie waren sehr lange unterwegs und haben wahrscheinlich auch gedacht, hoffentlich sind wir bald da. Der Stern war für sie so anziehend. Sie mussten sich einfach auf den Weg machen, ohne zu wissen, wie lange sie unterwegs sein werden.

Am Ende ihrer langen Reise sind sie belohnt worden: nicht mit Geld, sondern mit viel mehr. Sie haben Jesus, den König der Juden, gefunden. Sie haben ihm die Geschenke überreichen können und ihn anbeten dürfen.

Alle, die wir heute zum heiligen Messopfer gekommen sind, wollen letztlich nichts anderes als die Sterndeuter damals. Wir wollen den sehen, auf den der Stern hingewiesen hat: Jesus Christus. Auch unser Lebensweg ist manchmal unbeschwert und leicht, dann aber vielleicht wieder steinig und mühselig, besonders dann, wenn wir den Stern, der auf Jesus hinweist, aus dem Blick verlieren, weil so manch andere Sterne uns verführen. Und wenn es mühselig wird, kann es auch uns passieren, dass wir fragen: „Wie lange dauert´s denn noch? Sind wir endlich da?“

Wir werden ermutigt, wenn wir uns wieder ausrichten, den Stern suchen und den Weg gehen, den er uns weist. Dann kommen wir ans Ziel.

Sie kennen die Bedeutung der Sterne. Sterne sind oft wichtige Wegweiser. Der Polarstern steht immer im Norden. Wenn man den gefunden hat, dann weiß man die Himmelsrichtung. Im Dunkel der Nacht haben die Sterne schon so manchem Menschen das Leben gerettet, weil sie ihm den richtigen Weg zeigten. Auch unser Stern ist so ein Wegweiser, der einem die Richtung anzeigt. Wenn der Stern ein Planet war oder vielleicht, wie manche vermuten, die Überlappung von zwei Planeten, sodass er wirklich hell leuchtete, dann hat der Stern das Licht nicht aus sich selbst gehabt, sondern von der Sonne. Das Licht der Sonne hat er widergespiegelt. Die Sonne, die schon immer ein Symbol für Christus war. Weil der Stern von der Sonne angestrahlt wurde, deshalb leuchtet er. Er verkündet somit das Licht Christi. Die Sterndeuter haben also das Zeugnis des Sternes richtig verstanden. Er hat Zeugnis abgelegt für Christus: Zeugnis von der Erscheinung des Herrn. Der Herr ist auf dieser Welt erschienen und hat Licht in die Welt gebracht. Auch wir sollen solche Sterne werden und das Licht Christi ausstrahlen. Wir wollen für Andere Wegweiser sein und für andere Menschen leuchten.

Die Weisen aus dem Morgenland haben mit ihrer Information den König Herodes ganz schön verwirrt. Ja noch mehr! Er erschrak und mit ihm ganz Jerusalem. In der Schrift konnten sie bei den Propheten nachlesen, dass das alles stimmte, was die Magier sagten und fanden sogar den Ort heraus. Es muss Bethlehem sein. Die Sterndeuter finden dort das Kind und verschwinden dann ebenso plötzlich wie sie gekommen sind. Was bleibt, ist die schreckliche Tat des Herodes, der die Kinder in Bethlehem grausam umbringen ließ.

Die Sterndeuter haben auf die Stimme Gottes gehört. Im Traum sagte er zu ihnen, sie sollen auf einen anderen Weg zurückkehren. Sie haben gehorcht. So ähnlich muss es bei jedem Menschen sein. Wenn jemand Gott gefunden hat, dann kann er nicht mehr denselben Weg gehen wie vorher. Wenn jemand wirklich Jesus gefunden hat, wird er einen anderen Lebensweg weitergehen. Er wird die Frohbotschaft verkünden: die Frohbotschaft, die auch der Stern ausgestrahlt hat und von der dieser Zeugnis gab. Er wird sozusagen selber zu einem Stern, der den Weg weist, der Licht ins Dunkel bringt, der Licht in die Welt bringt, weil er den Weg zum Erlöser zeigt, weil er einem zum Retter und Heiland hinführt: zum Kind in der Krippe. Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email