Christi Himmelfahrt
2014 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

40 Tage nach Ostern fährt Jesus in den Himmel auf. Er steigt auf einen Berg mit seinen Aposteln, und sie erleben, wie er nach oben schwebt, bis ihn eine Wolke verdeckt.

Ich möchte heute 3 Fragen aufwerfen. 1. Was ist unser Ziel? 2. Wie komme ich zu diesem Ziel? Und 3. Wie ist dieses Ziel?

  1. Was ist unser Ziel? Das Ziel ist genau der Ort, zu dem Jesus uns vorausgegangen ist: der Himmel. Auch wir sollen einmal dort ankommen. Es ist dies das Zentrum meiner Verkündigung. Vielleicht sagen manche, jetzt spricht er schon wieder über den Himmel, aber das macht mir gar nichts. Wenn sie sich nur das eine merken, dass wir alle dort hinkommen sollen, dann bin ich beruhigt. Gott will nämlich, dass alle gerettet werden und das will der Pfarrer auch. Nur können wir nicht so wie Jesus aus eigener Kraft in den Himmel auffahren. Wir können zwar in einen Aufzug einsteigen, dort einen Knopf drücken und wenn es ein Wolkenkratzer ist, ziemlich weit hinauffahren, aber bis zum Himmel werden wir es nicht schaffen. So manche können auch in ein Raumschiff, ein Space Shuttle, einsteigen und zum Himmel in das All fliegen, aber auch hier werden wir den Himmel nicht erreichen. Unser Himmel ist nicht über den Wolken im Weltall, sonst wäre Jesus der erste Mensch im All. Wobei er es in einem gewissen Sinn ist, denn er ist Gott und Gott hat das Weltall gemacht. Er ist sogar der Schöpfer des Weltalls. Auch wenn der Himmel also nicht irgendwo bei den Sternen oder hinter dem Mond ist, so ist der Himmel sicherlich auch nicht nur ein nebuloser Zustand unserer Seele. Im Himmel sind Wohnungen, d.h. im Himmel werden wir uns mit Leib und Seele wohl fühlen, aber dazu im 3. Punkt.
  2. Wie komme ich zu diesem Ziel? Ich habe schon erwähnt, wie wir nicht hinkommen. Wir werden auch nicht hinkommen, wenn wir „im 7. Himmel schweben“. Wenn jemand im 7. Himmel schwebt, ist er immer noch auf Erden, aber es wird schon etwas Richtiges damit ausgedrückt. Nämlich, dass wir dort ganz glücklich sein werden. Was muss ich tun, dass ich dort hinkomme? Ich muss die Gebote halten. Ich muss tun, was Jesus uns aufgetragen hat. Darum sagt Jesus zu seinen Jüngern:  Sie sollen alle Menschen zu seinen Jüngern machen und sie taufen. Das scheint kurz vor seiner Himmelfahrt für die Apostel ein „Himmelfahrtskommando“ sein. Sie sollen zu allen Völkern gehen. Diese kleine Schar! Wie soll das gehen? Mit der Kraft des Heiligen Geistes haben sie es gemacht und geschafft, so dass wir eine Weltkirche geworden sind. Es gibt eigentlich überall auf der Erde Christen und Jesus hat gesagt: „Lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ Wir müssen die Gebote halten und insbesondere das Doppelgebot der Liebe. Eines aber dürfen wir nicht tun, was die Apostel damals momentan getan haben. Sie haben nur zum Himmel geblickt. Zwei Engel mussten sie in die Realität zurückholen. Wer nur zum Himmel blickt, dem geht es wie dem „Hans guck in die Luft“. Er fällt ins Wasser und erreicht sein Ziel nicht. Wir müssen in einem gewissen Sinn sehr wohl bodenständig sein, sonst kann es passieren, wenn wir nicht aufpassen und nach vorne schauen, dass wir einen offenen Kanaldeckel nicht sehen und hineinfallen oder aus einem anderen Grund stürzen.
  3. Andererseits scheint es mir, dass in der heutigen Zeit die Menschen viel zu wenig zum Himmel schauen. Damit meine ich, sie machen sich überhaupt keine Gedanken über den Himmel, über Gott und über die ewige Glückseligkeit. Sie leben ohne Gott. Sie leben auf Erden, wie wenn es sonst keine Leben nachher geben würde. Sie leben irdisch. Das ist ganz schlimm und tragisch, denn das kann kein gutes Ende haben.
  4. Wie ist der Himmel? Schön! Wunderbar! Sagenhaft! Unvorstellbar! Im Himmel gibt es kein Leid mehr, keine Angst, keine Sünde, keinen Zorn, nichts dergleichen. Im Himmel werden wir uns wieder erkennen. So wie sie Jesus als Auferstandenen wiedererkannt haben. Sie haben zwar am Anfang manchmal Probleme gehabt, aber dann sind ihnen die Augen aufgegangen und sie wussten, es ist Jesus. Einmal heißt es, als er ihnen am Ufer des Sees erschien. Keiner wagte zu fragen, wer er ist, denn sie wussten, es ist der Herr. Er hatte die Wunden, die er ihnen zeigte, aber sie taten nicht mehr weh. So werden auch wir vielleicht so manche Wunde an uns tragen, aber sie tut nicht mehr weh. Vielleicht werden wir im Himmel den anderen sogar an dieser Wunde erkennen, aber sie tut nicht mehr weh. Sie ist verklärt. Das ist sicher ein großes Geheimnis, aber für Gott ist doch alles möglich. Er wird uns auf alle Fälle glücklich machen. Er kann uns glücklich machen, und zwar für immer, ohne Ende und das ist das, für was es sich lohnt zu kämpfen.

Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email