13. Sonntag im Jahreskreis
2014 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Heuer fällt das Hochfest der Apostelfürsten Peter und Paul auf einen Sonntag. Am Nachmittag weiht unser Bischof 3 Diakone zu Priestern. Es ist ein schöner und passender Tag für eine Priesterweihe. Auch bei mir sind es jetzt schon 18 Jahre her, dass mir der Bischof die Hände aufgelegt hat.

Wenn wir uns heute diese beiden großen und beeindruckenden Gestalten näher anschauen, werden wir in manchen Dingen sicher beeindruckt sein. Großes hat Gott durch diese zwei Männer gewirkt.

Beim Fußballspiel würde man Paulus und Petrus die zwei gefährlichsten Stürmer bezeichnen. Die Sturmspitze der frühen Christenheit. Die Doppelspitze bei der Verkündigung des Glaubens. Ihr gemeinsames Ziel war die Verkündigung des Glaubens gemäß dem Missionsauftrag Jesu. Wenn auch Paulus mehr Tore geschossen hat (mehr Leute zu Christus bekehrt hat), war Petrus genauso gefährlich und dafür der Kapitän der Mannschaft. Der Unterschied zu einer Fußballmannschaft ist der, dass Jesus nicht mit elf Spielern spielte, sondern mit 12, den 12 Aposteln und den Paulus noch dazu nahm er als Joker.

Obwohl Petrus und Paulus ganz verschiedene Charaktere hatten, sind sie doch in vielem auch gleich.

Paulus war ein hochgebildeter stets genau abwägender, aber von seinem Wesen her nicht sehr kompromissbereiter Stadtmensch und weltgewandter römischer Bürger –  daneben Petrus, unumstritten die Nr. 1 der Apostel, aber keine theologische Ausbildung, sondern mehr der Praktiker, der seine Brötchen als Fischer verdient hatte, bevor Jesus ihn zum Menschenfischer machte.  Paulus war mehr der Vordenker und Theologe, Petrus war eher  kompromissbereit, aber zuweilen etwas zu impulsiv und über das Ziel hinausschießend, wie einige Begebenheiten zeigen, wie z.B. sein Schwerthieb gegen den Diener Malchus, dem er bei der Festnahme Jesu ein Ohr abtrennte, und das, obwohl es dort von römischen Soldaten nur so wimmelte.

Wir wissen von 4 Begegnungen:

Nachdem Paulus vom Pferd stürzte und er die Stimme Jesus hörte: „Warum verfolgst du mich?“, wurde er blind und hat sich aufgrund dieses Erlebnisses bekehrt. Die Christen konnten es anfangs gar nicht glauben, dass ihr ärgster Verfolger diesen Wandel durchgemacht hat und daher ging Paulus nach Jerusalem, um Petrus zu treffen. Das ist die erste Begegnung.

Die zweite Begegnung war wieder in Jerusalem, beim Apostelkonzil. Paulus hat seine erste Missionsreise in das Heidenland hinter sich. Überall stellte sich die Frage: Müssen sich die Heiden beschneiden lassen? Müssen sie das ganze Gesetz Mose auf sich nehmen, wenn sie sich zu Christus bekehren? Das Konzil entscheidet sich für Paulus. Sie müssen nicht das Gesetz halten.

Das dritte Mal, wo sie sich begegnen, ist in Antiochien. Petrus hat sich hier mit Heidenchristen an einen Tisch gesetzt. Daran haben die Judenchristen Anstoß genommen. Da zog Petrus sich zurück. Paulus hat in daraufhin zurechtgewiesen. Das gute Verhältnis wurde dadurch nicht getrübt. Petrus blieb für Paulus der erste unter den Aposteln, der Papst der jungen Kirche. Diese drei Begegnungen stehen in der Apostelgeschichte.

Zum letzten Mal, so sagt es die Tradition, haben sie sich in Rom getroffen. Im Jahre 67 sind sie gemeinsam den Märtyrertod für Christus gestorben. Petrus wurde verkehrt gekreuzigt und Paulus enthauptet. Im Tode sind beide Apostel wieder vereint in Christus. Rufen wir sie heute an, um ihre Fürsprache für die Kirche, dass wir alle wieder eine so große Begeisterung für Christus im Herzen bekommen, wie diese beiden, die Jesus so innig liebten. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email