19. Sonntag im Jahreskreis
2014 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Petrus ist unheimlich mutig. Wer von uns wäre auf so eine gewagte Idee gekommen, Jesus zu bitten, auf dem Wasser zu ihm zu gehen. Auch wenn er gerügt wurde, ist diese Tat vorbildlich. Ein großes Vertrauen hatte er, wenn auch nicht vollkommen. Es geht um das Vertrauen zu Jesus.

Ich möchte ihnen auch ein paar Beispiele erzählen, wo ich von Gott gestärkt wurde, wo Gott mein Vertrauen belohnt hat, wo Gott auch mir Zeichen gab, dass ich leichter vertrauen kann.

Das eine ist schon lange her. Als ich beim Bundesheer war, da habe ich die Wunderbaren Medaille einmal einem Kollegen erklärt und geschenkt. Ich erzählte gerade, dass schon viele Wunder durch dieses Zeichen geschehen sind, da kam ein anderer Soldat auf uns zu und wollte wissen, was wir da in der Hand halten. Als wir es ihm zeigten, sagte er ganz überrascht: Genau von dieser Medaille habe ich vor kurzem geträumt und am nächsten Morgen habe ich sie eigenartigerweise in meinem Bett gefunden. Mein Kollege war sprachlos und sagte nur: Also stimmt das doch mit den Wundern.

Viel später dann, als ich bereits Priester war, hat Gott erneut durch Zeichen seine Gnade ausströmen lassen. Und das Interessante ist, dass ich beim ersten Mal kein Vertrauen hatte und er doch gewirkt hat, weil ein anderer vertraute.

Es kam ein Mann zu mir mit einer Motorsäge. Er hat bereits eine gewisse Zeit im Pfarrhof die Motorsäge verwendet und sie springt ihm jetzt nicht mehr an. Bitte Herr Pfarrer: Segnen sie die Motorsäge. Es ist wie verhext. Sie geht nicht mehr. Ich habe ein bisschen gelächelt und vielleicht an Don Camillo und Peppone gedacht, wo es so eine ähnliche Situation gab. Da kam Peppone zu Don Camillo, er möge den Traktor segnen, der ebenfalls nicht angesprungen ist. Don Camillo war etwas verärgert, segnete dann doch, weil Peppone keine Ruhe gab, etwas ungläubig den Traktor, und Peppone versuchte es voller Vertrauen erneut. Und was geschah? Don Camillo hat sich schon abgewandt, weil er sich sicher war, dass der Segen ja doch nicht hilft und beim ersten Versuch sprang der Traktor an. So ähnlich war es bei mir auch. Ich machte das Kreuzzeichen über die Motorsäge und zu meinem Erstaunen sprang sie beim nächsten Versuch an. Der Mann hat dann noch ganz perplex gefragt: Herr Pfarrer, was haben sie denn jetzt für ein Gebet gesprochen und ich habe nichts mehr geantwortet, weil ich kein Gebet gesprochen habe, nur das Kreuzzeichen mit der Hand gemacht habe.

Dies hat Gott mich erleben lassen, um beim nächsten Mal mit Gottvertrauen das Kreuzzeichen zu machen. Es war an meinem 40. Geburtstag. Die Pfarrgemeinde feierte ein wenig mit mir im Pfarrheim, da kam eine größere Ministrantin mit dem Problem, ihr Moped springt nicht an. Als sie nun mit ihrem Moped so hilflos dastand, hatte ich plötzlich so ein inneres Gefühl mit der Überzeugung, wenn ich es jetzt segne, dann hilft es. Ich hab die Hand ausgestreckt, das Moped gesegnet und zu ihr gesagt, sie soll nun es erneut versuchen. Und siehe da, es sprang sofort an. Sie können sich die Überraschung beim Mädchen vorstellen. (Ein Mann, der daneben stand, war so verzückt, dass er gleich eine Kniebeuge vor mir machte)

 Wir dürfen also das Vertrauen haben, dass Gott uns nicht verlässt, wenn wir in Not sind. Wenn wir ein Problem haben, dann vertrauen wir auf Jesus, dass alles recht wird und er wird helfen.

Das möchte ich Ihnen heute mitgeben. Haben wir ein großes Gottvertrauen, sodass uns Jesus nicht rügen muss, wie den Petrus, sondern unser Glaube zu Jesus soll ganz groß sein. Amen.

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© 2016 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email