27. Sonntag im Jahreskreis
2014 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern… Zuletzt sandte er sogar seinen eigenen Sohn.“

Wir hörten schon wieder ein Gleichnis. Gleichnis über Gleichnis: Warum eigentlich spricht Jesus nicht klare und verständliche Worte?

Letzte Woche das Gleichnis von den beiden Söhnen. Der Sohn, der zuerst nicht in den Weinberg gehen will und es dann doch tut, erfüllt den Willen des Vaters. Davor das Gleichnis von der seltsamen Lohnverteilung an die Arbeiter im Weinberg. Jeder bekommt den gleichen Lohn, nämlich einen Denar. Und jetzt schon wieder ein solches „Weinberg-Gleichnis“. Nächste Woche kommt noch eins.
Und leider erklärt Jesus fast nie seine Gleichnisse! Er lässt sie einfach so stehen, und jeder muss sich seinen Teil denken. Das ist ganz schön anstrengend.

Dieses Gleichnis kann aber ganz leicht ausgelegt werden.

Die Knechte, die in den Weinberg geschickt werden, sind die Propheten des alten Bundes. Die Winzer des Weinbergs sind das Volk Israel. Die Winzer prügeln die Knechte, hören nicht auf sie, steinigen sie und bringen sie um. Was mussten die Propheten alles mitmachen? Das Volk Israel hörte nicht auf die Propheten und tötete sie.

Zuletzt sandte der Weinbergbesitzer seinen eigenen Sohn mit der Hoffnung, dass sie wenigstens vor ihm Achtung haben. Gott schickte seinen Sohn. Aber auch ihn haben sie getötet. Sie haben ihn ans Kreuz genagelt. Was wird also mit den Juden geschehen, mit den Winzern? Was tut der Besitzer mit seinem Weinberg? Der Weinberg wird an andere Winzer verpachtet.

Und genau das ist geschehen. Der hl. Paulus wandte sich jetzt an die Heiden und die Heiden nahmen freudig die Frohbotschaft Jesu Christi auf. Viele Juden haben Christus abgelehnt, haben die Frohbotschaft abgelehnt. Sie haben nicht geglaubt, dass er kam, um uns zu erlösen.

„Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.“

Dieser Satz wurde damals wahr, und dieser Satz ist für uns in der heutigen Zeit nun eine Warnung. Das Reich Gottes kann auch heute noch dem einen Volk weggenommen werden, wenn es nicht die erwarteten Früchte bringt. Wer die frohe Botschaft von Christus aufnimmt, der bringt die erwarteten Früchte und wenn so und so viele in der heutigen Zeit Christus ablehnen, seine Kirche ablehnen und sich von der Kirche dann auch abwenden, was ja leider geschieht, dann gibt der Besitzer des Weinberges den Weinberg einem anderen Volk, dann wendet er sich an andere Völker der Erde und es gibt Gegenden auf unserem Erdball, da sprüht die Kirche, da wächst und gedeiht die Kirche, da ist eine Begeisterung für Christus da. Diese Menschen bringen Frucht. An diesen Menschen wird dann der Weinberg verpachtet, und das Reich Gottes wird den Menschen in unseren Landen weggenommen, die Christus mit Spott verprügeln, ihn aus ihren Herzen reißen und dadurch töten. Der Weinberg wird denen weggenommen, die Christus ablehnen, ihn ignorieren und ihn mit Desinteresse strafen. Gott ist für viele leider Luft geworden. Er ist unwichtig. Den lieben Gott braucht man nicht mehr im Alltag. Oft ist bei vielen Menschen kein Gebet, kein Gedanke an Gott und Christus mehr da. Ja, das Gegenteil ist der Fall: offenkundige Gottesleugnung kommt immer öfter vor; gemeine Kritik, an dem, was der Kirche heilig ist, usw.

Das Urteil haben damals die Pharisäer sich selbst gesprochen, als sie sagten: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.

Jeder, der persönlich Frucht bringt, der darf weiterhin im Weinberg arbeiten. Liefern wir unseren Anteil ab! Wenn heute in vielen Pfarren Erntedank gefeiert wird, dann wird symbolisch die Erntekrone in die Kirche gebracht, um Gott seinen Anteil zu schenken, um dankbar zu sein. Wer das nicht vergisst, dem wird das Reich Gottes auch nicht weggenommen. Amen.

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