32. Sonntag im Jahreskreis
2014 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Lange habe ich überlegt, was der hl. Martin, unser Kirchenpatron mit der Lateranbasilika gemeinsam hat und dann habe ich es gefunden. Der heilige Martin lebte im 4. Jahrhundert und die Lateranbasilika wurde im 4. Jahrhundert erbaut. Dieses 4. Jahrhundert war eine besondere Zeit für das Christentum.

Der heilige Martin lebte zwar nicht in Rom, aber er war ein römischer Soldat und es gab auch eine Begegnung mit dem römischen Kaiser. Ich komme noch darauf zu sprechen.

Ich darf sie heute also ins 4. Jahrhundert zurückführen. Es war dies die Zeit, in der es für die Kirche eine große Umwälzung gab, denn Kaiser Konstantin hat der Kirche nach fast 300 Jahren Verfolgung 313 zuerst die Freiheit geschenkt und wurde später dann sogar zur Staatsreligion. Plötzlich brauchten sich die Christen nicht mehr verstecken, sondern konnten öffentlich ihre Gottesdienste feiern. Kaiser Konstantin hat angeblich dem Papst dann sogar ein Grundstück überlassen, um dort einen Tempel für seine Christen bauen zu lassen und habe den Kirchenbau finanziert. Diese sogenannte Konstantinische Schenkung hat sich allerdings als Fälschung herausgestellt. Auf alle Fälle hat man im 4. Jahrhundert in Rom die Lateranbasilika errichtet nicht als Tempel römischer Art, sondern es wurde ein Versammlungsort für die Christen in Gestalt eine altrömische Hallenform.

Diese von Papst Silvester geweihte Kirche wurde nun für den Papst bis ins 14. Jahrhundert die Hauptkirche bis sie vom Petersdom abgelöst wurde. Daher sind diese 1000 Jahre von großer Bedeutung. Auch weil die wichtigsten Konzilien dort stattgefunden haben.

Beispielsweise das Laterankonzil im Jahre 649, auf dem die Jungfräulichkeit Mariens feierlich als Dogma verkündet wurde, oder das IV. Laterankonzil 1215, auf dem das 4. Kirchengebot verpflichtend vorgeschrieben wurde, dass man wenigstens jährlich beichten soll. Und auf dem V. Laterankonzil 1513 wurde die Unsterblichkeit der Menschenseele als Dogma verkündet.

Das waren nur 3 Beispiele.

Aber wieder zurück zur Zeit des 4. Jahrhunderts. Mit Konstantins Toleranzedikt waren noch nicht alle Probleme behoben. Kaiser Julian, der auch der Abtrünnige genannt wurde, weil er sich zuerst zum Christentum bekannte, aber dann doch ins Heidentum zurückfiel, schikanierte die Christen, wo er nur konnte. Und da haben wir die Begegnung mit dem hl. Martin. Kaiser Julian wollte gegen die Germanen kämpfen. Als er ihm Geld anbot, um in den Kampf zu ziehen, hat Martin das abgelehnt und wollte nicht mehr Soldat sein. Der Kaiser wollte ihn in den Kerker werfen. Aber als ihm in diesem Augenblick berichtet wurde, dass die Germanen sich freiwillig und ohne Kampf unterwerfen wollten, erlaubt der Kaiser ihm, dass er aus dem Heer ausschied.

In dieser Zeit des 4. Jahrhunderts musste sich die Kirche mit der Problematik auseinandersetzen, wer Jesus ist. Auf dem Konzil von Nizäa wurde festgestellt und definiert, dass Jesus auch Gott gleich ist und nicht nur Gott ähnlich.

Der heilige Martin hat auf die Kirche gehört, auf den Papst und die Lehre der Konzilien verteidigt. Auch in der heutigen Zeit braucht es solche Wächter, die auf den wahren Glauben achten und ihn verteidigen.

Das Fest der Lateranbasilika, das uns an die Konzilien und an die Papstkirche hinweist, erinnert uns daran, und der heilige Martin, der in dieser Zeit einer Auseinandersetzung lebte, ist uns hier auch ein Vorbild.

Auch wir wollen daher immer auf die Kirche hören, auf den Papst und die Heiligen, die die lebendige Interpretation der hl. Schrift sind. Amen.

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