4. Sonntag im Jahreskreis
2014 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

40 Tage nach der Geburt war die Zeit für eine jüdische Mutter gekommen nach dem Gesetz das Reinigungsopfer darzubringen. Jede Erstgeburt war Gott geweiht und musste im Tempel dargestellt und losgekauft werden. Voll Demut und Gehorsam unterwirft auch Maria sich diesen Vorschriften, obwohl sie doch die reinste Jungfrau ist und ihr Kind Gottes Sohn ist. Daher hätte sie dies nicht nötig gehabt.

Es ist ein erneutes Zeichen der Erniedrigung des Gottessohnes. Aber immer nach einer Erniedrigung erfolgt eine unerwartete Verherrlichung.

Nach der Erniedrigung durch die ärmliche Geburt in einem Stall, erfolgt die Verherrlichung durch die Engel, durch die Anbetung der Hirten und der Weisen.

Nach der Erniedrigung durch die Taufe des Johannes erfolgt die Verherrlichung durch die Stimme seines Vaters vom Himmel: Das ist mein geliebter Sohn.

Nach dem schmählichen Kreuzestod erfolgt nach drei Tagen die glorreiche Auferstehung.

Und hier folgt nach der Erniedrigung durch die Darstellung im Tempel der Lobgesang des Simeon: „Nun lässt du Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das Licht, das die Heiden erleuchtet.“ Er erkennt in diesem Kind seinen Erlöser. Christus das Licht, das die Welt erhellt. In geheimnisvoller Weise erahnt und weiß Simeon: Auf dieses Kind hat die Welt gewartet. Wir wissen nicht, woher er dieses Wissen bekam. Mit eigenartiger Sicherheit aber spricht er diesen Satz.

Hier wird Christus bereits sinnvollerweise mit einem Licht verglichen. Mit Christus kam Licht in die Welt. Das Licht ist ein treffliches Symbol für Christus. Immer wieder begegnet uns dieser Vergleich.

Wir erinnern uns an das Licht in der Osternacht. Das Licht der Osterkerze steht für Christus.

Wir erinnern uns an Weihnachten. Das Licht des Sternes erhellt die Nacht und weist auf Christus das Licht hin.

In jeder Kirche brennt das ewige Licht, wenn das Allerheiligste im Tabernakel aufbewahrt wird. Es ist das Zeichen, dass Christus da ist.

Am Altar brennen Kerzen, weil Christus bei der Hl. Wandlung vom Himmel steigt und in Brot und Wein gegenwärtig wird.

Das Licht scheint am geeignetsten zu sein, Christus zu symbolisieren.

Warum? Was hat Licht für Eigenschaften?

Wenn man ein Licht anzündet, muss die Finsternis weichen. Der Raum erhellt sich. Das Licht ist also stärker als die Dunkelheit. Licht und Finsternis sind nicht gleich stark. Christus, das Licht, hat den Teufel, die Finsternis, besiegt. Gott ist auch von Ewigkeit und der Teufel ist ein von Gott geschaffenes Wesen und ganz von ihm abhängig. Er versucht nur ständig so zu sein wie Gott. Er möchte uns dauernd versuchen. Am Ende wird aber Gott wiederum siegen. Er hat ihn bereits durch den Tod am Kreuz und seiner Auferstehung besiegt.

Auch viele Eigenschaften des Lichts sind Hinweise auf Gott. Nehmen wir die Lichtgeschwindigkeit. Wir haben gelernt, dass es nichts Schnelleres gibt als das Licht. Die Lichtgeschwindigkeit könnte daher als Zeichen der Allgegenwart Gottes verstanden werden.

Zweitens geht Wärme vom Licht aus. Dies kann als Bild für die Liebe Gottes gesehen werden. Liebe macht warm ums Herz. Wer von der Liebe Gottes erfüllt ist, strahlt  Wärme aus.

Drittens ist kein Leben ohne Licht möglich. Jede Blume, jede Pflanze, die Gott erschaffen hat, braucht weiterhin Licht, um leben und wachsen zu können, sonst stirbt sie ab und geht ein. Wo kein Licht ist, da ist Finsternis, Kälte und Tod.

Das Licht also erhellt, erwärmt und spendet Leben.

Darum haben die Kirchenväter die Sonne oftmals mit Christus verglichen. Die Sonne ist die Lichtquelle und bringt Licht auf die Erde, so wie Christus. Der Christ soll ein Kind des Lichtes sein. Auch unsere Herzen sollen erleuchtet werden, darum die Kerzen. An Lichtmess werden oftmals Kerzen gesegnet und die Kerzen angezündet. Wir werden erinnert an das Licht, das die Heiden erleuchtet, an Christus, den Maria in den Tempel brachte und Gott dargebracht hat. So wollen auch wir uns immer wieder bewusst machen: Wir sind Geschöpfe Gottes, Gottes Eigentum. Unser Ziel ist auch einmal bei Gott, beim ewigen Licht, zu sein. Amen.

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© 2016 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email