Hochfest der Gottesmutter
2017 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„An guaten Rutsch“, so wünscht man sich heute oft, wenn man sich begrüßt. Dieser Rutsch kommt angeblich nicht von rutschen, wobei das natürlich auch nicht sinnlos ist, dass man nicht ausrutscht, besonders wenn es glatt ist. Da kann man sich schon etwas brechen, wenn man einen schlechten Rutsch hat und auf dem Hintern sitzt. Der Rutsch kommt wahrscheinlich vom hebräischen Wort „Rosch“, was soviel wie Anfang heißt. Wir wünschen uns also einen guten Anfang ins neue Jahr.

Mir selbst gefällt, wenn man sich ein gesegnetes neues Jahr wünscht. „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ Immer am Ende der Messe segnet der Priester mit dem Kreuzzeichen. Das Wort Segen kommt von „signum“, das heißt auf Deutsch „Zeichen“. Wir bezeichnen uns mit dem Kreuz. Bei einer Taufe lasse ich meistens alle das Zeichen des Kreuzes auf die Stirn des Täuflings machen. Es ist ein Segenszeichen für uns, und wir wollen auch, dass der Segen Gottes bei uns ist, dass wir auch über dem kommenden Jahr unter dem Zeichen des Kreuzes stehen.

In der Lesung hörten wir den so genannten aaronitischen Segen, der bei den Juden üblich ist. „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.“ Jemanden segnen, im lateinischen benedicere, bedeutet auf Deutsch: „ihm etwas Gutes sagen.“ Und was kann es Besseres geben, als die Zusage, dass Gott dich begleitet und beschützt.

Manchmal füge ich gerne dem Segen hinzu „und den Schutz der Gottesmutter“. Die Jungfrau Maria dürfen wir auch nicht vergessen. Sie hat heute ihren Festtag. Sie hat in Wahrheit nicht nur den Menschen Jesus geboren, sondern den Gottmenschen Jesus, und daher nennen wir sie ganz richtig Gottesmutter. Sie hat Jesus beschützt, und sie wird auch uns beschützen, wenn wir zu ihr kommen, wenn wir uns unter ihren Schutzmantel im kommenden Jahr flüchten. Auf die Fürsprache Mariens kann man auch segnen. Sie steht immer neben Jesus. Das ist nicht nur am Anfang, sondern auch am Ende seines Lebens so. Nicht nur neben der Krippe ist Maria zu finden, sondern auch unter dem Kreuz.

Heute, acht Tage nach Weihnachten, am Oktavtag, haben sie ihm den Namen Jesus gegeben. Früher fiel sogar das Fest des Namens Jesu auf dem heutigen Tag, das wir jetzt immer am 3.1. begehen. Jesus soll er heißen. Das bedeutet „Gott rettet“. Dieser Name deutet an, was er sein wird: der Retter, der Heiland der Welt. Im Namen Jesu segnen wir. Im Namen des dreifaltigen Gottes! In diesem Namen haben wir das neue Jahr begonnen. In diesem Namen beginnen wir immer die hl. Messe, und sie endet mit dem Segen, den ich ihnen heute in besonderer Weise spenden will, und den ich ihnen heute in besonderer Weise wünsche.

Maria möge sie ebenfalls begleiten und beschützen. Wenn wir zu ihr immer unsere Zuflucht nehmen, kann uns gar nichts passieren. Sie ist die mächtige Frau im Himmel. Sie führt die Schar der Heiligen an. Sie ist sogar die Königin der Engel. Sie durfte Gottes Sohn gebären. Und heute preisen und loben wir sie an ihrem Hochfest, dem Hochfest der Gottesmutter. Mit Maria beginnen wir dieses neue Jahr, und so dürfen wir vertrauensvoll in diese 365 Tage hineingehen.

Haben wir dieses Vertrauen, dass Gott auch in Zukunft bei uns ist. Bei der folgenden Geschichte, die ich ihnen zum Abschluss erzähle, geht es um dieses Vertrauen.

In einer Großstadt brach in einem mehrstöckigen Haus ein Brand aus. Alle stürzen hinaus, nur der fünfjährige Sohn einer Familie, der ist im Augenblick der Flucht nicht nach unten gerannt, sondern nach oben ausgewichen. Als alle unten vor dem brennenden Haus stehen, merkt die Familie, dass ihr Sohn fehlt. Da öffnet sich oben ein Fenster und sie hören die Schreie ihres Sohnes. Da rief der Vater hinauf. „Spring runter, ich fang dich schon auf.“ Da aber durch den Rauch und die Flammen das Kind den Vater nicht sah, rief es erschreckt: „Aber, ich sehe dich nicht.“ Darauf der Vater: „Aber ich sehe dich, das genügt doch. Komm und springt.“ Da sprang der Bub und fiel heil in die Arme seines Vaters.

Das können wir heute am Anfang des Jahres 2017 auch tun: „Vater ich sehe die kommenden Tage von 2017 nicht.“ Und der Vater wird uns zurufen: „Aber ich sehe dich, komm und spring.“ Geh mutig und zuversichtlich in dieses Neue Jahr und du wirst nicht ins Leere fallen, sondern in die Hände Gottes. Er wird dich immer auffangen. Da dürfen wir ganz zuversichtlich sein. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email