11. Sonntag im Jahreskreis
2017 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.“

Jesus wünscht sich heute von uns ein Bittgebet. Besonders sollen wir um Priester bitten und beten. Jesus selbst hat oft gebetet. Stundenlang finden wir ihn zum Beispiel auf einem Berg im Gebet vertieft; insbesondere vor der Auswahl der Apostel.

Und jetzt bittet er uns auch zu beten. Wir sollen um Priester beten.

Bleiben wir heute aber einmal allgemein beim Bittgebet. Da werden die Meinungen schon auseinandergehen. Die einen sagen: es hilft! Die anderen: es hilft nicht. Dabei haben vielleicht beide recht: beim einen hilft es, beim anderen nicht. Fragt sich nur, warum?

Die Heilige Schrift berichtet uns 600 mal, dass ein Bittgebet erhört wurde. Damit möchte sie uns ermuntern zum Bittgebet. Bittet und es wird euch gegeben.

Warum erhört er aber die einen, und andere wieder nicht?

Beim lieben Gott ist es so ähnlich wie beim Kind, das zu den Eltern mit einer Bitte kommt. Die Eltern hören sich 1. die Bitte einmal an. Sie werden sich die Frage stellen: Ist es eine vernünftige Bitte? Können wir es uns leisten? Können wir es erfüllen? Ist es für das Kind von Vorteil? 2. Schauen sie sich das Kind an. Braucht es das Kind wirklich? Ist das Spielzeug z.B. unbedingt notwendig? Hat es wirklich schon lange keine Schokolade mehr bekommen? Und drittens: Wie formuliert das Kind die Bitte? Sagt es wirklich“bitte“ oder fordert es nur?

1. Gott schaut sich einmal unsere Bitte an. Er wirft einen Blick auf den Inhalt der Bitte. Da gibt es nun verschiedene Bitten. Es gibt irdische und himmlische Bitten. Es gibt gescheite und törichte Kinderwünsche: wie z.B. Gott soll nun schnell vertuschen, was man durch eigene Dummheit angestellt hat.

Auch bei gescheiten Wünschen, z.B. um Gesundheit usw. sieht Gott unsere Bitten mit ganz anderen Augen an als wir. Er prüft, ob unser Wunsch mit seinen Plänen mit uns zusammenpasst. Manchmal sind unsere Wünsche auch sehr unüberlegt und kurzsichtig. Der liebe Gott sieht das Ganze. Darum sollen wir ehrlich bei diesen Bitten dazu sagen: Herr, wenn es so für mich wirklich gut ist. Bei den himmlischen Bitten braucht es diesen Nachsatz nicht. Wenn wir bitten, um mehr Glauben, um mehr Liebe, um mehr Geduld, usw., passt das hundertprozentig mit den Plänen Gottes zusammen. Vorbild soll immer das Bitten Jesu sein mit dem Nachsatz: „Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“

2. Gott schaut sich auch den Beter an. Wir machen es ja genauso. Ein schwer angetrunkener Bettler wird schwer eine milde Gabe, eine finanzielle Unterstützung bekommen. Einer, der sich nicht ändern will, wird nicht so leicht Erhörung finden, als wie der arme Zöllner, der sein „Gott sei mir Sünder gnädig“ stammelt.

3. Gott schaut auch auf die Art und Weise, wie der Mensch seine Bitten vor ihn bringt. Der Ton macht die Musik. Wenn ein Kind fordernd zur Mutter kommt, wird es wahrscheinlich auf Granit beißen.

 

Das ABC des Bittgebets könnte lauten:

A für Andacht. Andächtig beten, bewusst beten! Versuchen wir unser ganzes Herz sprechen zu lassen, wenn wir erhört werden wollen.

B für Beharrlichkeit. Nicht gleich den Mut verlieren und wieder aufhören. Gott lästig fallen. Immer wieder die Bitte aussprechen. Die Ausdauer ist eine ganz wichtige Tugend beim Bittgebet. Gott wird nicht böse, wenn wir oft eine Bitte wiederholen.

C für christliches Vertrauen. Vertrauensvoll die Bitte Gott darlegen. Er ist wirklich der liebevolle Vater, der nur das Beste für uns will.

D für Demut. „Demütig bitten“ ist eine Grundvoraussetzung. Das demütigste Gebet war das Gebet der Muttergottes an Jesus. „Sie haben keinen Wein mehr.“ Er hat diese Bitte erfüllt, obwohl seine Stunde noch nicht gekommen war.

E für Ergebenheit. Das ist der Zusatz. Nur wenn es für mich das Beste ist.

(Zusammenfassend: Andacht, Beharrlichkeit, christliches Vertrauen, Demut, Ergebenheit)

In diesem Sinn wollen wir den Wunsch Jesu ernst nehmen und in der Weise bitten und beten. Bitte den Herrn und er wird es uns gewähren und erfüllen. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email