18. Sonntag im Jahreskreis
2017 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Es war im Heiligen Jahr 2000, da durfte ich Israel, das Heilige Land, besuchen. In diesem Jubeljahr konnte ich die heiligen Stätten betreten, wo Jesus gewirkt und gelebt hat.

Wenn ich zurückdenke, ist dies in meinem bisherigen Leben einer der großen Höhepunkte gewesen. Vielleicht waren es sogar die schönsten Erlebnisse.

Eine Station, die für mich sehr beeindruckend bleibt, war auch der Berg Tabor, denn ich hatte die Gelegenheit in dieser Kirche dort oben die hl. Messe zu feiern. Wir waren eine Gruppe von 30 Leuten und ich möchte Ihnen die Gedanken, die ich dort in der Predigt gesagt habe, heute wiederholen.

Bedenken wir, dass auf diesem Berg nur die besten Freunde Jesu mitgehen durften. Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes. Ein paar hat er ausgewählt. Es waren wahrscheinlich die, die ihn am nächsten waren. Sie durften Jesus in der Verklärung sehen. Es kann höchstens ein Abglanz von der Herrlichkeit des Himmels gewesen sein. Und dies war schon für sie so überwältigend, dass sie diesen Augenblick festhalten wollten. Es soll immer so schön bleiben.

Für uns waren dies damals alles schöne Erfahrungen, sodass wir mit Petrus gerne dort gesagt hätten: „Herr es ist gut, wenn wir hier bleiben.“ Auch uns gefiel es dort. Das Land mit den heiligen Stätten war wirklich beeindruckend. Wir waren fasziniert und so hätten wir gerne zwar nicht Hütten gebaut, aber doch einige Wochen länger hätten wir es trotz Hitze schon ausgehalten. Nichts desto trotz mussten wir damals wieder abreisen und so wie die Apostel auch den Berg wieder hinab.

Es gab einen Unterschied: Damals hat Jesus ihnen verboten, etwas von seiner Verklärung weiterzuerzählen. Uns aber ist es sogar aufgetragen: Sagt es weiter, diese Botschaft, die ihr auf diesen Berg gehört habt. Der Vater selbst verkündete die Botschaft, die lautet: „Dies ist mein geliebter Sohn! Auf ihn sollt ihr hören.“ Denn Jesus ist die Erfüllung von AT, von Gesetz und Propheten, die durch Mose und Elia vertreten sind und mit Jesus erschienen.

Mose, der die 10 Gebote empfangen hat. Diese werden von Jesus erfüllt und präzisiert durch die Bergpredigt. Beim 5. Gebot z.B.: Du sollst nicht töten, sagte Jesus: Ich aber sage euch: Wer nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein.

Und Elia als einer der 4 großen Propheten, von dem Jesus sagt, er ist bereits wiedergekommen durch Johannes den Täufer.

Es erfüllt sich die Schrift.

Die Botschaft, die wir nun weitersagen sollen, ist: Gott hat uns seinen geliebten Sohn gesandt. Nur damals durften sie es noch nicht weitersagen, weil noch nicht alles erfüllt war, weil sie auch noch nicht alles verstanden haben: Der Messias muss nämlich leiden und so in seine Herrlichkeit gelangen. Es dauerte noch lange bis die Apostel es ganz verstanden haben. Aber eines haben sie schon verstanden: „Auf ihn sollt ihr hören.“ Wenn wir auf Jesus hören, kann nichts schief gehen.

Und wie hören wir ihn heute? Wir hören ihn, wenn wir in der Hl. Schrift lesen. Wir hören ihn auch, wenn wir auf die Kirche hinhören, auf den Papst, die Bischöfe und die Priester. Wir hören ihn, wenn wir die Überlieferung beachten. Wir wissen als Katholiken, dass die Offenbarung in der Schrift und in der Tradition, in der mündlichen Überlieferung enthalten ist.

Und wir hören Gottes Stimme in der Stille.

Wenn wir noch einmal uns dieses Geheimnis der Verklärung bewusst machen, können wir sowieso nur staunen, schweigen und still sein. Es bleibt um so mehr die Sehnsucht, Jesus einmal in der Herrlichkeit schauen zu dürfen.

Aber es ist noch nicht so weit. Ich habe damals gesagt: Auch wenn wir in diesen Tagen sagen können: wunderschön beeindruckend. Es wird wieder der graue Alltag bei uns kommen. Und so wie Jesus sein Kreuz getragen hat, gelitten hat, gestorben ist, bevor er auferstanden ist, wird auch uns so manches nicht erspart bleiben und Kreuze werden kommen.

Diese Tage nutzten wir, um aufzutanken, um uns wieder Kraft zu holen, dass wir den Glauben auch im Alltag mutig bekennen können. Dies ist nicht leicht in der heutigen Zeit. Aber wenn wir alle die Kraftquellen nicht vergessen, das Gebet, die hl. Messe, werden wir von Gott gestärkt. Grundvoraussetzung ist: an den Sohn Gottes glauben und auf ihn hören, so wie es die Stimme des Vaters gesagt hat.

Damals wurden wir also alle im Glauben bestärkt und durften in Israel die Freude am Glauben erleben. Wenn auch nicht alle, die hier sind, nach Israel fahren können, so wollen wir uns aber doch alle von den Worten des Evangeliums ergreifen lassen, die der Vater vom Himmel auch uns zuruft: Das ist mein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email