26. Sonntag im Jahreskreis
2017 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im Evangelium begegnet uns ein Sohn, der zum Vater sagt, dass er den Auftrag tut und es doch nicht tut, und ein Sohn, der zum Vater sagt, „ich will nicht“ und es dann doch tut. Das könnte durchaus in unseren Familien auch vorkommen.

Ich möchte dem ersten Sohn nicht unbedingt nur böse Absicht unterstellen. Manchmal hat man wirklich guten Willen, das zu tun, was einem aufgetragen wird, aber man vergisst es; vielleicht aus Schlampigkeit, weil man es sich nicht aufgeschrieben hat, weil man den Auftrag nicht so ernst genommen hat, oder weil man wirklich keine so große Lust dazu hat. Wie auch immer. Es kann durchaus auch schon der Hintergedanke da gewesen sein. Ich will es eigentlich nicht tun. Ich sag nur, dass ich es tu, damit er Ruhe gibt. Das ist dann doch ein bisschen schlimmer.

Der zweite Sohn bereut seine ungehorsame Antwort und überwindet sich. Er reißt sich zusammen und geht, den Auftrag auszuführen. Der zweite Sohn ist also der, bei dem sich das Gewissen gerührt hat, und der dann auf dieses Gewissen gehört hat. Er bereut seine Haltung und ändert sich. Mit diesem Sohn ist Jesus zufrieden. Er tut den Willen des Vaters.

Es geht einerseits um die Reue und die Umkehr, und andererseits geht es um das Tun des Willen Gottes.

Reue und Umkehr hören wir dann wieder im Advent, wobei auch in diesem Evangelium Jesus schon auf Johannes den Täufer hinweist, der in der Vorweihnachtszeit auf Jesus vorbereiten will. „Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt.“ Das klingt nicht nur für jüdische Ohren skandalös, sondern auch in unseren Ohren. Für uns könnte das bedeuten, dass alle Menschen immer wieder die Umkehr nötig haben. Umkehr ist nicht ein einmaliges Tun. Jeder Tag hat seine Herausforderung, an dem wir aufgerufen sind den Willen Gottes zu tun. Und an jedem Tag besteht die Gefahr, den Willen Gottes eben nicht zu tun.

Wie viele Leute stellen sich in der heutigen Zeit noch die Frage nach dem Willen Gottes? Wer fragt sich konkret, was der Wille Gottes ist? Viel zu wenige! „Dein Wille geschehe“, so heißt es im Vater unser, und so beten wir oft gedankenlos. Aber es soll wirklich so sein. Ob uns etwas schwer fällt oder leicht, ob es angenehm ist oder unangenehm, darauf kommt es überhaupt nicht an. Den Willen Gottes sollen wir tun. Und wir wollen immer so denken: Wenn es der Wille Gottes ist, dann muss es geschehen, dann will ich es wirklich tun, auch wenn es Überwindung kostet.

Ein schönes, bekanntes Gebet diesbezüglich gibt es vom seligen Pater Rupert Mayer. Ich möchte es ihnen vorlesen oder man könnte sagen vorbeten und damit abschließen:

Herr, wie Du willst, so will ich geh’n, und wie Du willst, soll mir gescheh’n. Hilf Deinen Willen nur versteh’n. Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit, und wann Du willst, bin ich bereit. Heut und in alle Ewigkeit. Herr, was Du willst, das nehm’ ich hin, und was Du willst, ist mir Gewinn. Genug, dass ich Dein Eigen bin. Herr, weil Du's willst, d’rum ist es gut, und weil Du's willst, d’rum hab’ ich Mut. Mein Herz in Deinen Händen ruht. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email