32. Sonntag im Jahreskreis
2017 A
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

So manches Mal wird behauptet, man müsse bei jedem Gleichnis den sogenannten „springenden Punkt“ herausfinden. Solche Bibelausleger möchten genau wissen, dass Jesus uns mit einem Gleichnis nur immer auf etwas Entscheidendes (einen bestimmten Punkt) hinlenken will und dass wir es nicht allegorisch, d.h. symbolisch auslegen dürfen. Das ist aber nicht richtig, denn was wäre hier der sogenannte springende Punkt? Dieser liegt auf der Hand. Wir sollen klug sein. Ich glaube nicht, dass Jesus nur dieses Gleichnis erzählt, um auf die „Allerweltsweisheit“ hinzuweisen, dass wir klug sein sollen. Die kirchliche Auslegung war immer so, dass die einzelnen Punkte übertragen wurden und erklärt wurden, was sie bedeuten. Das heißt, der Bräutigam ist Christus. Wenn der Bräutigam kommt, ist das die Stunde unseres Todes, die Stunde des Gerichts. Das Reich Gottes ist dann also wie ein schönes Hochzeitsfest. Das heißt, die Hochzeit ist der Himmel. Die brennende Öllampe ist ein Symbol für den lebendigen Glauben. Das Öl sind eventuell die guten Werke, die guten Taten, die wir in unserem Leben verrichtet haben. Sie nähren unseren Glauben. Mitten in der Nacht dürfen alle schlafen. Mancher Tod kommt überraschend und unverhofft, und doch kann der eine ganz gut vorbereitet sein. Der Tag des Herrn kann plötzlich kommen. Die Worte des Bräutigams „Ich kenne euch nicht“ sind dann natürlich furchtbar und bedeuten das ewige Fern-sein von Gott. Darum sollen wir wachsam und klug sein.

Über diese Klugheit möchte ich noch ein paar Worte sagen. Sie gehört zu den 4 sogenannten Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigkeit.

Jesus lobt einmal an einer anderen Stelle die Klugheit des ungerechten Verwalters. Wir wissen, die Klugheit kann man also zum Guten und zum Schlechten verwenden. Ein Bankräuber muss klug überlegen, wie er es anstellt, damit er nicht erwischt wird. Jesus sagt einmal hinsichtlich der Klugheit: „Seid klug wie die Schlangen.“ Ja, die Schlange, der Teufel, ist auch klug und versucht durch seine Schläue uns zu Fall zu bringen. Wir Christen sollen deswegen klug sein, wie wir Leute für Christus begeistern können, aber in erster Linie klug sein, wie wir den Angriffen des bösen Feindes auskommen, um selber nicht das ewige Ziel zu verlieren. In dieser Hinsicht sollen wir uns wirklich anstrengen und nachdenken.

Die Klugheit hilft uns auch, gerecht zu urteilen und zu beurteilen. Gerade wenn Versuchungen kommen, sollen wir klug sein und überlegen, wie wir diese bestehen können, bzw. auch solche Versuchungen in Zukunft verhindern und meiden können.

In unserem Fall führt die Klugheit dahin, dass wir wachsam sind. Klugheit trägt zur Gewissenbildung bei. Echte Klugheit hat das Ziel vor Augen: den Himmel, d.h. die einmal für immer dauernde Glückseligkeit. So wollen wir also unsere Klugheit nützen, um gleich den Nachstellungen des Teufels einen Riegel vorschieben zu können, damit wir nicht zu Fall kommen. Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email