33. Sonntag im Jahreskreis
2017 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Dieses Gleichnis mit den Talenten ist uns sicherlich vertraut. Das Wort Talente hat, wie wir wissen, doppelte Bedeutung. Es kann nicht nur das Geld bedeuten, sondern eben auch unsere Fähigkeiten, die jeder von uns von Gott bekommen hat und die wir nicht unnütz liegen lassen sollen, mit denen wir arbeiten sollen. Beim dritten Diener, der zwar nur ein Talent bekommen hat, heißt es, dass er aus Angst das Geld in der Erde versteckte. Der Herr hätte sicherlich nicht von ihm verlangt, dass er aus einem Talent 10 Talente macht, aber logisch wäre gewesen, dass er es verdoppelt wie die anderen beiden. Außerdem rügt er ihn mit den Worten. Du bist ein schlechter und fauler Diener.

Der Diener war also faul und deswegen wird er bestraft! Er wird sogar ganz streng bestraft. Es wird ihm das Talent weggenommen und er muss in die äußerste Finsternis, wo Heulen und Zähneknirschen ist. Warum bekommt er diese so scheinbar ungerecht überdimensionale Strafe eigentlich fürs Nichtstun? Er hat ja nichts Böses getan, sondern nur Gutes unterlassen. Und doch ist für Gott dieses Nichtstun etwas Gravierendes.

Daher möchte ich in dieser Predigt ein paar Worte über die Trägheit, über die Faulheit sagen! Wir sollen in unserem Leben fleißig sein. Normalerweise wird uns Europäern nicht nachgesagt, dass wir faul sind, sondern eher umgekehrt, dass wir uns zu viel Stress machen. Faulheit wird oft anderen, südlicheren Völkern nachgesagt. Im Süden, wo es sehr heiß ist, da ist diese Mentalität öfter vorzufinden. Sicherlich hat das auch mit der Hitze zu tun und wir dürfen da pauschal sowieso nicht urteilen. Paulus erwähnt diese schlechte Haltung der Faulheit sogar in einem Brief, wenn er schreibt: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“

Die Trägheit gehört zu den sieben Hauptsünden, die jeden Menschen betreffen kann. Das heißt, jeder Mensch muss sich fragen, ob er nicht irgendwo helfen hätte können und dies eventuell aus Faulheit oder Trägheit nicht getan hat. Das ist am heutigen Caritassonntag auch aktuell. Wer rastet, der rostet.

Ein konkretes Beispiel ist sicherlich für die Kinder, wenn sie z.B. ein Musikinstrument lernen. Wenn sie dieses Talent haben und dann nicht üben und faul sind, vergraben sie das Talent. Oder wenn ich sportlich unterwegs bin und dann nicht fleißig trainiere, werde ich auch keinen Preis bekommen. Ohne Fleiß, kein Preis.

Im religiösen Sinn ist es die geistliche Trägheit. Wenn ich zu faul bin zum Beten, zu müde, die Sonntagsmesse zu besuchen, zu träge, dem anderen Gutes zu tun, dann kann ich Gott kränken, dann sündige ich.

Am heutigen Caritassonntag soll hier der Blick geweitet werden. War ich träge im Helfen, im Gutes-tun für die Armen? Wenn ich die Not sehe und nichts tue, dann begehe ich eine Unterlassungssünde. „Ich war hungrig und ihr mir nichts zu essen gegeben.“ Wir wissen, wenn ich dem Nächsten Gutes tue, dann tue ich es Jesus. Martin sieht im Traum Jesus mit dem halben Mantel. Bei der heiligen Elisabeth, die einen Aussätzigen ins Bett ihres Mannes gelegt hat, sieht ihr Mann, den dornengekrönten Jesus im Bett liegen. Also auch hier der Hinweis, dass wir Jesus im Nächsten sehen dürfen.  Interessant ist, dass Jesus bei dieser Gerichtsrede, wo er denen zur Linken sagt, die den Hungernden, den Durstigen, den Fremden, den Nackten, den Kranken nicht geholfen haben, am Schluss eine schwere Strafe zukommen lässt. Sie werden in die ewige Pein eingehen. Das bedeutet für uns Christen, dass wir hier nicht faul und träge sein dürfen, sondern helfen müssen. Wir müssen helfen wo Not am Mann ist, sonst droht uns am Ende die Strafe des schlechten und faulen Dieners.

Heute wollte ich also diese Hauptsünde der Trägheit thematisieren. Gebt eure Hände aus den Hosentaschen und wirtschaften wir so gut es geht mit den Talenten, die wir von Gott geschenkt bekommen haben, sodass wir diese Talente verdoppeln können, dann wir Gott zu uns sagen: Du bist ein guter, tüchtiger und treuer Diener. Nimm teil an der Freude deines Herrn. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email