8. Sonntag im Jahreskreis
2017 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!“ Was ist der Mammon? Mammon ist ursprünglich ein unehrlich erworbener Gewinn oder unmoralisch eingesetzter Reichtum. Wir verwenden den Begriff heute abschätzig als Geld im Allgemeinen, den „schnöden, verachtenswerten Mammon“.

Warum formuliert Jesus so drastisch. „Ihr könnte nicht Gott und dem Mammon dienen?“ Wir leben doch hier in der Welt und wir brauchen Geld. Ohne Geld würde es uns ganz schlecht gehen. Wir wären arm, müssten hungern, usw.

Der Mammon, den Jesus verurteilt, ist der Weltgeist im negativen Sinn. Im 1. Johannesbrief steht: „Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht.“ Jesus selbst sagt an einer anderen Stelle ähnliches: „Wer sein Leben lieb hat, verliert es. Wer dagegen sein Leben in dieser Welt hintansetzt, wird es für das ewige Leben retten.“ Dasselbe meint Paulus, wenn er sagt: „Macht euch nicht dieser Welt gleichförmig!“

Es gibt also in gewisser Hinsicht nur zwei Arten von Liebe: die Liebe zu Gott oder die Liebe zur Welt. Wenn die Liebe zur Welt in uns wohnt, kann die Liebe zu Gott nicht herein. Wir sollen also das Herz für die Liebe zu Gott öffnen.

Johannes vom Kreuz sagt es auch in dieser fast ausschließlichen Form: Wenn sich das Herz aus Liebe zur Welt nichtigen Dingen zuwendet, dann fällt die Krone vom Haupt.

Nun könnte uns hier der Vorwurf treffen: Wenn wir die Welt so verachten, dann sind wir weltfremd. Darauf antwortet bereits Tertullian Anfang des 3. Jahrhunderts mit folgenden Worten: Nicht weltfremd, sondern weltüberlegen sollen wir sein.

Die bekannte Nachfolge Christi von Thomas von Kempen spricht den Gedanken folgendermaßen aus: Du kannst nicht doppelte Freude genießen, hier in der Welt dich ergötzen und danach mit Christus herrschen.

Das alles sind natürlich ganz radikale Formulierungen, die Jesus Christus in der Bergpredigt liebt und die wir richtig verstehen müssen.

Wie ist es nicht zu verstehen? Die Welt ist natürlich von Gott erschaffen und sie ist etwas Gutes. „Gott sah, dass es gut war.“ Aber in der Welt ist eben die Sünde zu finden. Seit dem Sündenfall ist die Welt auch vom bösen Feind beherrscht und das muss uns bewusst sein. „Er geht wie ein brüllender Löwe umher, um uns zu verschlingen.“ Diese, vom bösen Feind beherrschte Welt, die uns oft die zeitlichen Freuden als ewiges Glück vorgaukelt, dürfen wir nicht auf den ersten Platz stellen. Gott muss unsere erste Liebe sein.

Das meint Jesus, wenn er sagt: „Euch muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ Die Gefahr ist bei jedem Menschen, dass er sich vom Glanz der Welt immer wieder blenden lässt und Gott vergisst. Nächste Woche, am 1. Fastensonntag, werden wir es hören, im Evangelium hören, dass der Teufel sogar Jesus dazu versuchen wollte. „Ich werde dir den ganzen Reichtum der Welt geben, wenn du dich vor mich hinwirfst und mich anbetest.“

Angelus Silesius dichtet folgendermaßen: „Mensch, was du liebst, in das wirst du verwandelt werden. Gott wirst du, liebst du Gott, und Erde, liebst du Erde.“

Es soll bei uns immer die Gottesliebe an erster Stelle stehen und dann wird uns nicht der Vorwurf treffen, dass wir dem Mammon gedient haben. Wer Gott liebt, für den sorgt auch der liebe Gott und bereitet ihm eine ewige Wohnung, in der er sich wirklich um nichts mehr sorgen muss. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email