4. Ostersonntag
2017 A
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Jesus sagt: Ich bin der gute Feuerwehrmann. Ich gebe mein Leben für die Verunglückten. Ich bin für euch da. – Naja, schön wäre es, wenn er so gesprochen hätte, aber so steht es genau genommen natürlich nicht im Evangelium. Aber wenn wir heute die Florianimesse feiern und die Feuerwehr gekommen ist, um den heiligen Florian, ihren Patron, zu ehren, dann könnten durchaus auch die Aufgaben vom Guten Hirten übertragen werden auf einen Feuerwehrmann: die Hingebungsbereitschaft, der Einsatz, so manches Engagement, das sogar das eigene Leben in Gefahr bringen kann! Der bezahlte Knecht flieht, wenn der Wolf kommt. Er lässt die Schafe im Stich. Darum wird auch der Feuerwehrmann nicht bezahlt, außer bei der Berufsfeuerwehr, aber hier ist die freiwillige Feuerwehr zugegen. Und wir wissen, dass ihr nicht flieht, wenn Gefahr droht. Hier gibt es doch eine große Übereinstimmung.

Ist nicht das Schaf, das sich verirrt hat und das der gute Hirte sucht, dem er nachgeht, auch manchmal jemand, der in Not ist und dem die Feuerwehr hilft, wenn ein Verkehrsunfall ist, wenn ein Brand ausbricht?

Ich bin der gute Feuerwehrmann. -

Jesus sagt heute: Ich bin der gute Hirt. An einer anderen Stelle im Evangelium erzählt Jesus einmal vom verlorenen Schaf. Der gute Hirt lässt die 99 zurück, um das verlorene Schaf zu suchen. Und wenn er es gefunden hat, dann befreit er es aus den Dornen und trägt es behutsam zurück. So ist Gott. Er sucht uns. Er lässt uns nicht im Stich. Er geht den verlorenen Schäfchen nach. Aber er bleibt nicht draußen in der Wildnis, in der Gefahr, wo Wölfe kommen können, wo man umkommen kann, wo man sterben kann, sondern er trägt es zurück zur Kirche. Und hier feiert er ein Fest. Er feiert nicht draußen ein Fest, sondern so war es beim verlorenen Sohn auch: Er wartet sehnsüchtig auf die Umkehr des verlorenen Sohnes und dann feiert er ein Fest zu Hause, in der Kirche. Und wir feiern jeden Sonntag dieses Fest in der Kirche. Hier ist die entsprechende Atmosphäre. Dazu sind die Kirchen gebaut worden. Und es ist so schade, dass so viele nicht mehr gern in diese schönen Kirchen gehen, dass so viele nicht mehr staunen über diese Schönheit. Wo sich doch die Leute, unsere katholischen Vorfahren, überlegt haben, wie können wir dem Herrgott das Schönste hier auf Erden bieten. Er ist gegenwärtig hier im Tabernakel. Er ist wirklich da. Das hat er uns versprochen! Bei jeder Messe wird er gegenwärtig auf dem Altar. Wir feiern deswegen ein Fest. Es ist das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Am ersten Tag der Woche war das Grab leer, und das war ein Zeichen, dass Jesus lebt. Die Kirche feiert 50 Tage Ostern. Bis Pfingsten dauert die Osterzeit. Und der Gute Hirte-Sonntag weist ebenfalls hin auf Ostern, auf Auferstehung, denn jedes Mal wenn der Hirt ein verlorenes Schaf zurück bringt und in den Schafstall trägt, ist Auferstehung, dann ist große Freude. Alle 99 freuen sich über dieses verlorene Schaf, das zurückgefunden hat, das zurückgebracht wurde und in Sicherheit ist.

Christus hat wirklich sein Leben hingegeben für uns, für seine Schafe. Am Kreuz ist er gestorben und am dritten Tage auferstanden. Dadurch hat er uns von unseren Sünden erlöst. Das bedeutet von uns aus Dankbarkeit. Das muss es bedeuten. Einmal in der Woche danke ich ihm am Sonntag dafür, dass ich nicht für immer verloren bin. Wer das kapiert hat und jeden Sonntag die hl. Messe mitfeiert, der ist einer, der auf die Stimme des Hirten hört, der den Hirten gut kennt. Der Hirt ruft am Sonntag mit den Kirchenglocken. Komm und feiere mit mir dieses Fest in der Kirche. Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email