5. Ostersonntag
2017 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ Das war die Antwort Jesu auf die Frage des Thomas. „Wir wissen nicht, wohin du gehst. Sag es uns doch bitte.“

Jesus ist erstens der Weg. Ja, Jesus ist der Weg und in erster Linie ist er die Brücke. Wir können sagen, er ist die Brücke zwischen Diesseits und Jenseits. Diese Brücke wurde zerstört durch den Sündenfall. Es gab keine Möglichkeit mehr hinüber zukommen.

Auch heutzutage sind Brücken wichtig. Es gibt bedeutende Brücken über große Flüsse. Es ist auch immer wieder vorgekommen, dass Brücken einstürzen (denken sie nur an die Reichsbrücke 1976), dann wird meistens eine neue gebaut. Die längste Brücke wurde übrigens in China im Jahre 2010 gebaut mit 165 km Länge (zwischen Shanghai und Peking)

Die Brücke zwischen dem Jenseits und dem Diesseits ist wahrscheinlich länger, denken sie. Nein, wie lang ist die Brücke ins Jenseits? Diese Brücke ist etwa 3m lang. Diese Brücke ist nämlich das Kreuz Jesu Christi. Die ursprüngliche Brücke wurde zerstört, es ist ein unüberwindbarer Graben, aber wir können jetzt über diese Brücke gehen. Denn durch das Kreuz hat uns Jesus erlöst und deswegen ist es wieder möglich in den Himmel zu kommen.

Wer zu Gott will, muss über dieses Kreuz gehen. Jeder, der stirbt, wird am Berg Golgota am Kreuz Jesu Christi vorbeigehen. Jesus wird zu ihm sagen: Auch für dich habe ich mein Blut vergossen. Jeder, der dann dankbar diese Liebe Christi annimmt, kann hinübergehen. Er ist der Weg. Dazu gehört, auch sein eigenes Kreuz annehmen und tragen.

Eine Geschichte ist mir dazu eingefallen von 2 Verbrechern, die sich bekehrten, beichteten und als Buße ein schweres Kreuz ins Heilige Land tragen mussten. Beiden wurde es zu schwer. Der eine schnitt vom Längsbalken etwas weg, der andere schnitt es einfach der Länge durch. Kurz vor ihrem Ziel kamen sie zu einem tiefen Graben, wo weit und breit keine Brücke war. Sie hätten ihr Kreuz rüber legen können, doch beim einem war es zu kurz und beim anderen zu dünn. Man konnte nicht hinübergehen und das Ziel nicht erreichen.

Es passt nicht ganz zu unserem Kreuz, denn das Kreuz Christi ist stabil genug und lang genug. Er hat es sich nicht leichter gemacht. Er ist den schweren Weg gegangen. Er ist ihn aus Liebe zu uns Menschen gegangen.

Jesus ist dann auch die Wahrheit. Er hat uns von den ewigen Wahrheiten berichtet. Wir dürfen jetzt schon an die ewigen Wahrheiten glauben. Wir werden bei Gott dann noch viel tiefer in diese schönen ewigen Wahrheiten eingetaucht. Er lässt uns an der ewigen Liebe teilnehmen.

Das ist dann das Leben. Es ist das ewige Leben, das unvorstellbar schön ist. Wir können es uns nicht ausmalen. Es wird alle Schönheiten auf der Erde übertreffen. Niemand hat es gesehen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Jesus ist uns vorausgegangen, um uns diese Wohnung im ewigen Leben zu bereiten.

Das erste war der Weg. Christus hat sich selbst zum Weg und zur Brücke gemacht, über die wir gehen können. Wir kommen dadurch zu Gott, zu Christus selbst, der die Wahrheit ist und der uns am ewigen Leben teilnehmen lässt. Er selbst ist dieses Leben, wenn wir bei ihm sind und ihn in alle Ewigkeit schauen dürfen. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email