Pfingstsonntag
2017 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Die Angst bevor der Atem Gottes kommt. Über diese 2 Wörter, die mit A beginnen, möchte ich sprechen: Angst und Atem. Die Angst herrschte vor bei den Aposteln. Sie haben sich eingesperrt, denn sie fürchteten sich vor den Römern.

Immer wieder gibt es auch bei uns Situationen, vor denen wir Unbehagen haben, vielleicht sogar Angst! Mit den Erstkommunionkindern von Rappoltenkirchen bin ich auf den Kirchturm und da war es auch so, dass nicht alle den Mut hatten alle Treppen zu den Glocken hinaufzugehen!

Ich kann mich erinnern, dass ich früher als Kind ein wenig Angst hatte, als ich die Sendung Aktenzeichen XY angeschaut habe. Ich wusste, es sind reale Fälle, die wirklich geschehen sind. Und das hat mich dann doch so beschäftigt, dass ich anschließend, als ich Schlafen ging, vorher noch unter mein Bett geschaut habe, ob sich da nicht jemand versteckt hat.

Ein junger Mann ging einmal zu einem Psychiater, weil er Angstzustände hatte. Der Psychiater gab ihm den Rat, er solle in den Zirkus gehen, der momentan da ist und sich die Darbietungen anschauen, besonders den großartigen Clown. Dieser wird ihn aufheitern und zum Lachen bringen. Da erschrak der junge Mann und sagte. „Herr Doktor, dieser Clown bin ich.“

Wir alle sind manchmal so Clowns, denn wir haben alle mehr oder weniger Sorgen und Ängste, die wir verbergen und die keiner sehen und merken soll: Deshalb machen wir unsere Türen zu und verstecken uns. So haben sich die Apostel zurückgezogen und die Türen zugesperrt. Doch Jesus kann durch verschlossene Türen gehen und ist ihnen erschienen! Und dann hat er uns den Heiligen Geist versprochen. Es ist der Beistand, der uns die Angst wegnimmt. Gott ist bei uns. Er lässt uns nicht allein. Empfangt den Heiligen Geist! Und er hauchte sie an. Sie spürten seinen Atem.

Der Heilige Geist ist der Atem Gottes! Wir alle wissen, wie lebenswichtig unser Atem ist. Es gibt Erlebnisse, die uns so stark belasten, dass es uns manchmal den Atem verschlägt. Wir brauchen Zeiten, in denen wir ausspannen können, um von neuem Atem zu schöpfen. Wer sich anstrengt, kommt außer Atem. Dann braucht man eine Atempause. Manchmal brauchen wir einen langen Atem. Bei Unfällen muss man manchmal eine Mund-zu-Mundbeatmung machen. Wenn ich Atembeschwerden habe, gehe ich zum Doktor. Der Atem ist also wichtig. Gott hat uns diesen Atem eingehaucht. Als er den Menschen erschuf, hauchte Gott dem Adam den Lebensatem ein. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen. Und zu Pfingsten bekommen wir erneut so einen Lebensatem. In unserem Leben brauchen wir diesen notwendigen langen Atem.

Wir wollen immer wieder darum beten, dass Gott uns anhaucht, dass Gott uns stärkt mit seinem Atem, dass wir die Kraft des Heiligen Geistes spüren.

Pfingsten ist das Fest des langen Atems Gottes, der uns die Angst vor dem Leben nimmt. Wer ein geisterfüllter Mensch ist, der fürchtet sich nicht vor der Zukunft, der weiß, dass er in Gott geborgen ist, dass Gott bei ihm ist, weil der Geist Gottes auf uns herabgekommen ist.

Das Pfingstfest erinnert uns daran. Mach dir keine Sorgen. Jesus hat uns den Beistand geschickt, der immer bei uns ist und auf den wir vertrauen dürfen. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email