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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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Christtag 2019 A

Messtexte | Word-Dokument

Zu Weihnachten feiern wir, dass Gott Mensch wird. Die Weihnachtsbotschaft des Johannes hat andere philosophische Worte. Sie lautet: Und das Wort ist Fleisch geworden! Wir beten es immer auch beim Engel des Herrn! „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“

Früher wurde dieses Evangelium, mit dem Johannes sein Evangelium beginnt, bei jeder heiligen Messe am Schluss gebetet. Das Schlussevangelium nach Johannes (der Prolog des Johannes genannt) hat der Priester nach dem Schlusssegen auf der linken Seite des Altares gelesen und beim Satz „Und das Wort ist Fleisch geworden“, hat man eine Kniebeuge gemacht.

Es wird empfohlen bei Hochfesten und besonders an Weihnachten das große Glaubensbekenntnis zu beten und da heißt es auch „hat Fleisch angenommen … und ist Mensch geworden“ und steht beim Text, dass da eine Kniebeuge gemacht wird. Wir wollen es heute nicht vergessen.

Warum eine Kniebeuge? Die Kniebeuge, das sich Kleinmachen, ist das Zeichen unserer Anbetung. Was haben die Besucher bei der Krippe getan? Die Weisen aus dem Morgenland fielen hin und beteten das Kind an. Die Hirten priesen und rühmten Gott für das, was sie gehört und gesehen hatten. Tatsächlich, der Retter ist geboren. Wie kommen diese Menschen dazu ein Baby anzubeten, in diesem Kind Gott zu rühmen und zu loben? Das ist doch verrückt? Es ist eigentlich unvorstellbar in einem Stall ein Baby in einer Krippe anzubeten, aber sie haben es gemacht. Sie wussten, dieses Kind ist mein Erlöser, ist Gott, denn nur vor Gott beugt man die Knie! Und große Freude war in ihrem Herzen. Sie glaubten dem Engel, der ihnen das verkündete. Heute ist euch der Retter geboren. Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt in einer Krippe. Die Weisen aus dem Morgenland sahen den Stern, der hinwies auf die Geburt eines Königssohnes. Diese Zeichen haben sie richtig gedeutet. Der Botschaft des Engels haben sie geglaubt, und sie fürchteten sich nicht und freuten sich.

Große Freude soll auch heute in unserem Herzen sein. Weihnachten ist die Freude über dieses unvorstellbare Geheimnis. Und den Akt der Anbetung, das Beugen der Knie vor dem göttlichen Kind, wollen wir nachahmen.

Das Beugen der Knie, das Zeichen der Anbetung, finden wir im Leben Jesu immer wieder, wenn sich Menschen vor ihm niederwerfen wie Petrus nach dem Fischwunder, wenn er sagt: „Geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch“, weil er nicht geglaubt hat. Oder die Jünger, nachdem Jesus über das Wasser ging. Oder der vom Aussatz geheilte Samariter, der damit Jesus dankte.

Und dann zu Ostern, als Jesus als Auferstandener den Aposteln erschien und Thomas auch dabei war, finden wir seinen Glauben an die Gottheit Christi, wenn er betet: „Mein Herr und mein Gott!“. Der Apostel Thomas hat hier auch seinen Gott erkannt. Er war der große Zweifler, der am Anfang nicht glauben konnte, dass Jesus wirklich auferstanden ist, dass er wirklich Gott ist, und er kommt zum Glauben. Auf Bildern ist oft gemalt, dass er sich vor Jesus niederkniet mit den Worten „Mein Herr und mein Gott!“

Das Kind in der Krippe, das heute uns als der Gottessohn vor Augen gestellt wird, ist anbetungswürdig. Deswegen feiern wir so festlich die Geburt und freuen uns mit allen Engeln: Heute ist der Retter geboren. Fürchtet euch nicht. Das ist die frohe Botschaft von Weihnachten, die heute nicht nur von den Engeln im Himmel, sondern die in jeder Kirche verkündet wird. Lassen wir uns davon ergreifen und staunen wir über diese wunderbare göttliche Idee Mensch zu werden. Amen.

 

Wir sprechen jetzt dieses große Glaubensbekenntnis GL 586,2

Und machen eine Kniebeuge als Zeichen unserer Anbetung


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2020