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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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Dreifaltigkeitssonntag 2020 A

Messtexte | Word-Dokument

Wir feiern das tiefste Geheimnis unseres Glaubens. Wir nennen es das Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit. Es ist dies letztendlich ein Geheimnis, das wir nie ganz mit unserem Verstand durchdringen werden. Wir wollen dieses Geheimnis heute ein wenig betrachten und es mit einem anderen Gottesbild vergleichen, und zwar mit dem Gottesbild des Islam. Die Mohammedaner glauben auch an einen Gott, aber verurteilen uns Christen, weil wir an die Heiligste Dreifaltigkeit glauben. Sie beschimpfen uns sogar deswegen und nennen uns „Ungläubige“.

Es gibt drei Weltreligion, die monotheistisch genannt werden, d.h. die an einen Gott glauben. Neben dem jüdischen Glauben ist es eben noch der islamischen Glaube, der im Koran, das heilige Buch des Islam, diesen Eingottglauben lehrt. Gott ist im Islam ebenfalls der Schöpfer des Himmels und der Erde. Der Glaube an diesen einen Schöpfergott zieht sich durch den ganzen Koran hindurch. So heißt es z.B. in der 7. Sure: „Siehe, euer Gott ist Allah, welcher den Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf. Er schuf die Sonne, den Mond und die Sterne, die seinem Befehl gehorchen. Gesegnet sei Allah, der Herr der Welten!“ Im Glauben an den Schöpfer preist der Koran Allah, indem er ihm viele höchste Eigenschaften und Titel gibt. Zum Beispiel heißt es: „Unser Gott ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt. Er kennt das Verborgenen und das Sichtbare. Er ist der Erbarmer, der Starke, der Erhabene.“ Diesem Gott schulden wir Anbetung. Deshalb wird im Koran sowie auch im Christentum viel Wert auf das Gebet gelegt und auf die Ehrfurcht beim Gebet, die sich bei den Moslems nicht nur in Körperhaltungen, sonder sogar in Waschungen ausdrückt. Der fromme Muslim betet fünfmal am Tag und berührt dabei den Boden mit der Stirn.

Der Koran spricht ebenfalls von Jesus und von seiner Mutter Maria. Jesus aber ist nur einer der Gesandten Allahs. Er ist nicht der Sohn Gottes. Er ist nur ein Geschöpf Gottes wie zum Beispiel Adam. Das wird immer wieder betont. So steht sogar im Koran die Aufforderung an die Christen. „So glaube an Allah und an seinen Gesandten und sprecht nicht: Drei.“

Das ist aber nicht nur der einzige Irrtum im Koran. Mohammed vertritt letztendlich ein von uns Christen abweichendes Gottesbild. Nach der Lehre des Islam ist Allah zwar der Herr und Schöpfer, aber auch der „Einsame“. Er erscheint als Alleinherrscher, der trotz seiner Güte ein strenges Regiment führt, der viele Vorschriften macht und der streng straft. Der Islam ist weithin eine Gesetzesreligion. Das Verhältnis des Menschen zu Allah besteht in einer strengen „Hingabe“. Islam bedeutet auch Hingabe. Diese Vorstellung ist so extrem, dass man es vergleichen kann, wie die eines Sklaven zu seinem Herrn. Wir lesen im Koran: „Keiner im Himmel und auf Erden darf sich dem Erbarmer nahen, nur als Sklave.“ Und das ist jetzt doch ein sehr großer Unterschied zu unserem Gottesbild. Jesus spricht nämlich ganz anders. Er sagt: Ich nenne euch nicht mehr Knechte (Sklaven), sondern Freunde. Jesus betet zu seinem Vater und wir dürfen seid Jesus auch zu Gott „Vater“ sagen. Das hat uns Jesus im „Vater unser“ gelehrt. Im Koran jedoch ist immer wieder die Rede davon, der Mensch müsse Allah fürchten, kaum einmal von der Liebe des Menschen zu Gott.

Für uns Christen ist Gott nicht der Einsame, sondern die Liebe. Der Vater liebt den Sohn mit unendlicher Liebe. Aus dieser göttlichen Liebe geht der Heilige Geist hervor.

Gott ist ein Gott dem Wesen nach und zugleich die engste Gemeinschaft zwischen den drei Personen Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligem Geist. Gott ist Liebe im innergöttlichen Geheimnis der Dreifaltigkeit. Und er ist auch die Liebe in seinem Wirken nach außen. Wir sehen diese Liebe zuerst im Werk der Schöpfung und dann noch mehr im Werk der Erlösung. Hier zeigt uns Gott, besonders in der zweiten göttlichen Person, seine göttliche Liebestat.

Die Liebe ist also das Wesen der christlichen Gottesvorstellung, nicht die Angst und die Furcht. Dies unterscheidet uns wesentlich vom Gott des Islam. Unser Gott ist nicht nur der erhabene, nicht erreichbare Gott, wie es der Islam lehrt. Er ist nicht ein weltferner Gott, der sich um die Erde nicht kümmert. Sondern er ist sogar auf die Erde herabgestiegen, um sich zu erniedrigen und sich uns gleichzumachen aus Liebe, und um uns Menschen zu erlösen. Und als Heiliger Geist wohnt er sogar im Herzen eines jeden Christen. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2020