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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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Hochfest der Gottesmutter 2020 A

Messtexte | Word-Dokument

Ein gesegnetes neues Jahr! Das wünsche ich Ihnen, und das wünscht man sich allgemein heute, wenn man sich begegnet. Es ist ein schöner Wunsch. Der Segen Gottes soll auch im kommenden Jahr uns begleiten. Segnen heißt auf lateinisch „benedicere“: wörtlich übersetzt: „gutes sagen“. Wenn ich jemanden also den Segen wünsche, dann bedeutet das, dass ich ihm Gutes wünsche im Namen Gottes.

Dieser Segen Gottes taucht in der hl. Schrift immer wieder auf.

1. Bei der Schöpfung. Gott segnete alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen, von denen das Wasser wimmelte, und alle Arten von gefiederten Vögeln, und er segnete Mann und Frau, die er nach seinem Abbild geschaffen hat. Und er sah, dass es gut war! Ganz am Ende heißt es dann sogar: „Es war sehr gut.“ Über diese gute Schöpfung spricht Gott dann seinen Segen: Gott segnete sie.

Immer wieder wird dann Gott im Laufe der Geschichte Menschen segnen. Den Segen Gottes bekommt Abraham. Gott segnet ihn und schickt ihn dann in ein fremdes Land: Abraham, zieh fort in das Land, das ich dir zeigen werde! Abraham vertraut ihm und bricht auf mit dem Segen Gottes.

Der wichtigste Segen im Laufe der Geschichte wird einer Frau geschenkt, deren Hochfest wir heute begehen. Es ist Maria, die von Gott in besonderer Weise gesegnet und auserwählt ist. Elisabeth begrüßt sie mit den Worten: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ Da sie in dieser Höchstform von Gott gesegnet wurde, konnte sie beitragen den Unsegen, der durch unsere Stammeltern auf die Erde kam, wiedergutzumachen.

Nachdem wir durch den Sündenfall den Segen Gottes ein wenig verspielt haben, hat uns Gott dennoch nicht vergessen.

Bei der Erschaffung des Menschen hat Gott den Menschen, den er anschließend segnete, nach seinem Abbild gemacht. Wir sind damit sozusagen so eine Art Kopie Gottes geworden; eine Kopie vom Original. Diese Kopie wollte beim Sündenfall das Original sein. Das Abbild wollte Bild sein. Der Mensch wollte so sein wie Gott. Das ist die Ursünde. Es ist die schlimmste Sünde, die es gibt, und diese Sünde hat Gott sehr beleidigt. Seither ist die Kopie, das Abbild, beschmutzt.

Mit Maria hat Gott nun einen Menschen wieder gemacht, der die schönste Kopie des Originals ist, die es gibt. Diese Kopie will nicht das Original sein und ist damit nicht verstümmelt, denn der Mensch hat sich verstümmelt, als er das Original sein wollte. Diese Sünde des Hochmutes war nicht gut für die Kopie. Die Kopie wurde beschädigt und man kann das Original nicht mehr so gut erkennen. Bei der Gottesmutter, die wie gesagt die schönste Kopie des Originals ist, sieht man wieder so schön die Herrlichkeit des Schöpfers.

Heute feiern wir ihr Hochfest. Sie ist Gottesmutter und trug ihn unter ihrem Herz, in ihrem Schoß.

Man könnte jetzt mutig weiterdenken. Sie hat das Original geboren. Das Original wurde ein Mensch, wurde eine Kopie. Allerdings ist es ein Meisterwerk und kann nicht vom Original unterschieden werden. Jesus Christus, Gottes Sohn, hat durch seine Menschwerdung auch uns die Möglichkeit wieder gegeben eine wunderschöne Kopie zu werden; die Kopie rein zu waschen. Dies geschieht in der hl. Taufe.

Blicken wir heute am Neujahrstag auf die Gottesmutter. Es ist ihr Hochfest. Das schönste Abbild Gottes. Die beste, nicht beschmutzte Kopie vom Original, aus der Gottes Sohn geboren wurde. Er selbst hat sie davor bewahrt, denn sie war die Gesegnete, voll der Gnade.

Und so möchte ich nochmals wiederholten und Gott bitten, er möge auch sie im neuen Jahr segnen und beschützen. Die Hand Gottes sei über all ihren Unternehmungen. Er behüte all ihr Tun, bewahre sie vor Unheil und möge sie immer auf ihren zukünftigen Wegen begleiten. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2020