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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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21. Sonntag im Jahreskreis 2020 A

Messtexte | Word-Dokument

„Du bist Petrus, der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ Das ist der entscheidende Satz, den die Kirche ernst genommen hat und auf den sie sich beruft, wenn es um das Papstamt geht. Petrus wurde von Jesus dazu auserwählt. Er hat aber oftmals eine Vorrangstellung gehabt, sodass sein Amt nicht zur Diskussion stand.

Viermal im Leben des Petrus wurde ihm von Jesus ein besonderer Blick zugeworfen. Viermal hat ihn Jesus tief in die Augen geschaut.

Das erste Mal war das sicherlich bei seiner eigenen Beruf, als Jesus ihn in seine Nachfolge rief: Am See von Genesareth ging Jesus entlang und sah Andreas und seinen Bruder Simon. Andreas war schon begeistert von Jesus. Johannes der Täufer hat ihn zu Jesus geschickt. Aber in dem Augenblick, als Jesus am Boot des Brüderpaares vorbeiging, rief er auch seinen Bruder Simon: Folge mir nach! Und er schaut ihn an.

Ein zweites Mal hat ihn Jesus recht traurig angeschaut. Dies war, nachdem Petrus ihn dreimal verleugnete und der Hahn krähte. Da kam Jesus als Gefangener vorbei und blickte ihn tiefbetrübt und mitleidsvoll an.

Diesen Blick wiederholte Jesus als Auferstandener. Hier konnte Petrus auf die Frage „Liebst du mich?“ mit der dreimaligen Antwort „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ es wieder gut machen. Jesus hat ihn dabei wahrscheinlich tief in die Augen geschaut. Diesmal war es ein ganz liebevoller Blick.

Eine der bedeutendsten Stunden im Leben des Petrus ist dann die Begegnung in Cäsarea Philippi: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Nach seinem Messiasbekenntnis macht ihn Jesus zum Felsenmann und sicherlich hat er ihn mit stark einprägsamen Worten angeblickt, sodass Petrus diese Stunde nicht mehr vergessen hat, als er sagte: „Du bist Petrus, der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“

Wie oft hat der böse Feind an dieser Kirche gerüttelt! Wie oft hat er versucht, dass die Kirche Jesu Christi untergeht! Niemals ist es ihm gelungen, und nie wird es ihm gelingen, auch wenn es in der heutigen Zeit wieder gewaltig stürmt. Es ist uns verheißen, dass das Kirchenschiff nicht sinken wird. Der Papst lenkt das Schiff sicher durch die Zeiten.

Warum wurde Petrus zum „Felsen“ gemacht? Oftmals kommt gerade hier Kritik. Viele verstehen auch nicht, warum der Papst unfehlbar sein soll! Der Papst ist unfehlbar, wenn er als Lehrer aller Christen eine Glaubens- oder Sittenfrage entschieden verkündet. Er ist nicht unfehlbar, wenn er mit jemanden spricht, eine Predigt hält, oder seine Privatmeinung vorträgt. Aber wenn er z.B. ein Dogma verkündet, dann haben wir die Gewissheit, dass er nicht irrt, dass die Kirche eine ewig gültige Wahrheit verlautbart hat.

Jesus sprach zu ihm: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ Diese Vollmacht übergab er ihm, weil er das Messiasbekenntnis abgelegt hat: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus ist der Sohn Davids, auf den wir schon lange gewartet haben. Weil Petrus diesen Glauben bekundete, übergibt ihm Jesus dieses wichtige Amt. Seine Aufgabe ist auch, seine Brüder zu stärken! Dieser Auftrag ist mit diesem Amt verbunden. Leite meine Kirche und bewahre den katholischen Glauben und die wahre Lehre, zu der wir treu stehen wollen.

„Du bist Petrus, der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ Das wurde ihm verheißen. Wir wollen für den Heiligen Vater beten, dass er weiterhin als guter Hirte die Kirche Christi leite und führe. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2020