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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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Osternacht 2020 A

Messtexte | Word-Dokument

Auferstanden ist Jesus. Er ist nicht im Tod geblieben und die ganze Kirche jubelt über den Erdkreis und freut sich darüber. Halleluja Jesus lebt.

So wie das Weizenkorn in die Erde gefallen ist und gestorben ist, so nur deswegen, damit es Frucht bringt, damit es zu neuem Leben heranwächst, so ist Jesus im Tod nicht geblieben und auferstanden. Weil Jesus auferstanden ist, werden auch wir einmal auferstehen.

So wie aus einer Raupe ein wunderschöner Schmetterling wird, so werden auch wir einmal verwandelt werden und bekommen einen wunderschönen Auferstehungsleib.

Das bekannte Gespräch zwischen zwei Babys im Bauch einer Mutter zeigt das auch sehr schön. Der eine ist ein Atheist, ein Skeptiker, er glaubt nicht an ein Leben nach der Geburt und der andere ist ein Christ, der erfüllt ist von diesem Glauben nach einem Leben nach der Geburt. Der Skeptiker bringt immer wieder die Argumente, die wir sonst auch hören. Es ist noch nie jemand von „nach der Geburt“ zurückgekommen. Mit der Geburt ist alles zu Ende. Der Christ aber spricht von seiner Mutter, die er spürt usw. Und er glaubt an das Leben nach der Geburt, das noch viel intensiver sein wird.

So hat auch Jesus immer wieder von diesem Leben nach dem Tod gesprochen. Mit dem Tod ist es nicht aus. Das hat er uns gezeigt durch seine eigene Auferstehung, die wir heute feiern und uns darüber freuen, dass er den Tod besiegt hat.

Der Mensch sehnt sich ja nach einem Weiterleben. Manchmal liest man auf Partezetteln. „In unseren Herzen lebst du weiter“. Damit wollen die Hinterbliebenen ausdrücken, dass sie den oder die Verstorbene im Gedächtnis behalten. Das ist gut und wertvoll. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit, an die wir glauben. Es ist viel zu wenig, bzw. es ist eigentlich falsch, denn nicht nur im Herzen lebt er weiter, sondern er lebt wirklich weiter. Die menschliche Seele ist unsterblich. Nicht nur in unseren Gedanken lebt also der Mensch, sondern es gibt die Auferstehung. Jesus Christus lebt nicht weiter, weil die Kirche ihn im Herzen trägt und an ihn denkt. Nein, er ist wirklich von den Toten auferstanden. Das Grab war leer.

Zwei Symbole spielen zu Ostern eine wichtige Rolle. Nämlich das Feuer und das Wasser. Das Osterfeuer und das Taufwasser.

„Das ist wie Feuer und Wasser“ sagen wir manchmal, wenn etwas nicht zusammenpasst. Feuer und Wasser sind zwei sehr gegensätzliche Symbole. Doch bei uns sind sie aufeinander bezogen.

Das Osterfeuer zeigt, dass jetzt ein Licht in die Welt kommt, das die Finsternis überwältigt. Es zeigt, dass da ein Feuer brennt, das bedeutet: Der Tod ist tot, das Leben lebt.

Das Taufwasser sagt uns: Alles Leben kommt aus dem Wasser. Bevor ein Mensch das Licht der Welt erblickt, ist er neun Monate lang im Fruchtwasser seiner Mutter. Wenn wir so eine Geburt mit der Auferstehung vergleichen, wie ich es bereits schon getan habe, dann können wir noch anders denken. Auch in der Taufe wurden wir neu geboren. Und er ist damit auch Licht für die Welt, denn Jesus sagt ja auch einmal. Ihr seid das Licht der Welt.

Von Ostern strahlt also das Licht vom Osterfeuer hinaus in die dunkle Welt und das Wasser löscht alle Sünden weg.

Das verkündet heute die Kirche. Christus das Licht der Welt hat uns erleuchtet und hat uns durch das Wasser in der Taufe neu geboren. Das alles ist möglich geworden, weil er den Tod besiegt hat, weil er von den Toten auferstanden ist und lebt. Das ist die Osterbotschaft, die uns erfüllen möge und die heute auf dem ganzen Erdkreis vernommen wird. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2020