17. Sonntag im Jahreskreis 2026 A
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Wie viele Menschen suchen den Reichtum! Geld spielt im Leben vieler eine große Rolle. Man braucht es zum Leben, aber oft wird es zum eigentlichen Lebensziel. Kunstsammler setzen ein Vermögen ein, um ein seltenes Gemälde zu erwerben. Im Spielcasino verspielen manche ihr letztes Geld in der Hoffnung auf den großen Gewinn. Früher verließen Goldsucher ihre Heimat und ihre Familien, um irgendwo in der Ferne reich zu werden. Wer Geld besitzt, hat Einfluss und Möglichkeiten. Mit Geld kann man sich vieles kaufen.
Der Kunstsammler freut sich über sein kostbares Bild. Der Spieler jubelt über seinen Gewinn. Der Goldsucher ist glücklich, wenn er eine Goldader entdeckt. Alle nehmen große Mühen und Opfer auf sich, um ihr Ziel zu erreichen.
Auch im heutigen Evangelium geht es um einen Schatz und um großen Reichtum. Jesus möchte uns zeigen, dass das Himmelreich unendlich kostbarer ist als alle Schätze dieser Welt. Der Mann, der den Schatz im Acker findet, verkauft voller Freude alles, was er besitzt, um den Acker zu erwerben. Ebenso verkauft der Kaufmann alles, um die eine kostbare Perle zu kaufen. Beide erkennen den unschätzbaren Wert dessen, was sie gefunden haben.
Leider erleben wir heute oft das Gegenteil. Der Glaube an das Himmelreich ist bei vielen Menschen schwach geworden. Viele können sich ein ewiges Leben nicht mehr vorstellen. Darum gibt es immer weniger Menschen, die bereit sind, für das Reich Gottes große Opfer zu bringen. Doch genau dazu lädt uns Jesus ein. Für das Himmelreich soll uns nichts zu kostbar sein. Wer seinen wahren Wert erkannt hat, ist bereit, vieles loszulassen.
Dass jemand alles verkauft, um einen Schatz oder eine kostbare Perle zu erwerben, können wir gut verstehen. Schwieriger fällt es vielen Menschen zu begreifen, dass jemand auf Besitz, Ehe und Familie verzichtet, um Christus ganz nachzufolgen.
In meiner langen Zeit als Preister, habe ich vor gut 25 Jahren erlebt, dass eine junge Frau, knapp zwanzig Jahre alt und mir gut bekannt, in ein Kloster eingetreten ist. Sie hat ihr bisheriges Leben zurückgelassen, um Christus ganz zu gehören. Bedrückend war für mich, dass ein großer Teil ihrer Familie diesen Schritt nicht verstehen konnte. Sie sahen nur das, worauf sie verzichtete. Den eigentlichen Schatz aber konnten sie nicht erkennen.
Das Himmelreich kann man nicht sehen wie eine Perle oder eine Goldkiste. Man kann es nicht anfassen oder besitzen. Es erschließt sich nur dem Glauben. Wer glaubt, erkennt, dass es etwas gibt, das unendlich wertvoller ist als alles Irdische. Deshalb kann ein Mensch auf Besitz verzichten, auf Ehe und Familie, um des Himmelreiches willen ganz für Christus zu leben. Das ist kein Verlust, sondern der Gewinn des größten Schatzes.
Doch nicht nur Ordensleute sind dazu berufen, den Schatz des Himmelreiches zu suchen. Jeder Christ soll das Reich Gottes an die erste Stelle seines Lebens setzen. Nicht Geld, Ansehen oder Erfolg dürfen unser Herz beherrschen, sondern Christus. Jeder ist auf seine Weise gerufen, diesen Schatz zu suchen und ihm den ersten Platz einzuräumen.
Der heilige Johannes Chrysostomus vergleicht den Reichtum mit Dornen, die man in der Hand trägt. Trägt man sie auf der offenen Hand, stechen sie nicht. Ballt man jedoch die Hand zur Faust, bohren sich die Dornen schmerzhaft in die Haut und lassen sich nur unter Schmerzen wieder entfernen.
So verhält es sich auch mit den Gütern dieser Welt. Wer sie mit offener Hand trägt, gebraucht sie zur Ehre Gottes und zum Wohl des Nächsten. Er ist bereit, sie loszulassen, wenn Gott es will. Dann bereiten sie ihm weder große Sorgen noch tiefen Schmerz. Wenn schließlich die Stunde des Todes kommt, kann er die Hand öffnen, und alles Irdische fällt leicht von ihm ab.
Anders ist es bei dem Menschen, der sein Herz an den Reichtum hängt. Er hält die Güter dieser Welt krampfhaft fest und möchte sie nicht loslassen. Gerade dadurch verwunden sie ihn – schon in diesem Leben und vielleicht noch mehr in der Stunde des Todes, wenn er sich von allem trennen muss.
Das Himmelreich ist der wahre Schatz. Wir können ihn nicht mit Geld kaufen. Wir empfangen ihn als Geschenk Gottes, wenn wir in seiner Gnade leben, seine Gebote halten, treu beten, die heilige Messe mitfeiern und Christus nachfolgen. Wer sich darum bemüht, hat erkannt, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Jesus wünscht sich nichts sehnlicher, als dass wir alle diesen Schatz finden und einst in sein ewiges Reich gelangen. Darum lädt er uns heute ein, das Himmelreich über alles zu stellen. Denn wer Christus gewinnt, gewinnt alles. Amen.
