21. Sonntag im Jahreskreis
2000 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ So begann der Heilige Vater letzten Sonntag seine Predigt zum Abschluss des 15. Weltjugendtreffens in Rom, wo über 2 Millionen Jugendliche hinkamen. So etwas hat die Kirche noch nie erlebt. Es ist etwas Unerklärliches, dass ein 80jähriger Mann so eine Anziehungskraft hat und die Jugend so begeistern kann.

Herr, zu wem sollen wir gehen? So spricht Petrus am Ende der Eucharistierede, als Jesus sie fragt: Wollt auch ihr gehen?

Die Leute haben die Botschaft Jesu nicht verstanden. Sie haben leider nichts kapiert. Jesus offenbart sich als das wahre Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Er gibt sich selbst uns zur Speise. Aber die Zuhörer sind dafür unempfänglich: „Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?“

Die Leute halten sich für Personen mit gesundem Menschenverstand, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Darum glauben sie auch nicht den Worten: Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise. Sie schütteln deshalb den Kopf und gehen nacheinander murrend weg. Die Volksmenge des Anfangs schrumpft gleich zusammen. Schließlich bleibt nur noch die winzige Gruppe der treuesten Jünger übrig.

Doch wenn es um das „Brot des Lebens“ geht, ist Jesus nicht bereit, nachzugeben. Ja, er kann gar nicht nachgeben. Es geht um die Wahrheit, die er verkünden muss. Jesus lässt sich dadurch nicht erschüttern und wird nicht unsicher. Er riskiert sogar, dass er die Menschen, die ihm am nächsten stehen, verliert: „Wollt auch ihr weggehen?“ Ich zwinge keinen bei mir zu bleiben, doch ich bleibe dabei. Ich möchte euch mein Fleisch zu essen geben. Das müsst ihr glauben. Es soll eine Stärkung für euch sein. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben! Meine Priester werden die hl. Messe feiern und euch meinen Leib reichen.

Die Frage „Wollt auch ihr gehen?“ wurde die Jahrhunderte hindurch bis in unsere Zeit immer wieder gestellt. Sie berührt uns persönlich und ruft jeden zur Entscheidung auf. Auch uns fragt Jesus: Willst auch du gehen? Viele gehen! Immer mehr gehen und treten aus der Kirche aus. Jesus hindert sie nicht. Die Menschen sind frei. Gott hat uns die Freiheit geschenkt, weil wir nur in Freiheit ihn lieben können. Diese Freiheit enthält die Möglichkeit, sich gegen Gott zu entscheiden. Diese Freiheit enthält aber auch die Möglichkeit, sich für Gott zu entscheiden! Und bei jeder bewussten Entscheidungfür Gott herrscht im Himmel eine unaussprechliche Freude.

Der Heilige Vater fragte die Jugendlichen genauso: Und ihr? Geht ihr auch? Aber dann hat er die Antwort gegeben. Ihr, liebe Jugendliche, seid heute hier, weil ihr mit den Worten des Apostel Petrus sagt: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ 2 Millionen Jugendlichehaben sich aufgemacht, Jesus Christus zu suchen und seine Worte des ewigen Lebens zu hören.

Um uns herum werden viele Worte gemacht, aber Christus allein hat Worte, die für die Ewigkeit bleiben. Und immer wird unter den vielen Fragen die eine entscheidende bleiben: Zu wem sollen wir gehen? Wem sollen wir folgen? Wem sollen wir unser Leben anvertrauen?

Der Papst antwortet darauf mit einer sehr wichtigen Aussage: Was im Leben wirklich zählt, ist die Person, mit der man sich entschließt, das Leben zu teilen. Doch Vorsicht! Jede menschliche Person hat unweigerlich ihre Grenzen: Auch in der glücklichsten Ehe muss man ein gewisses Maß anEnttäuschung einkalkulieren. Also, liebe Freunde! Ist das nicht die Bestätigung dessen, was wir vom Apostel Petrus gehört haben? Früher oder später ruft jeder Mensch mit ihm aus: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“.

Jesus von Nazaret, Gottes und Mariens Sohn, das ewige Wort des Vaters, geboren vor 2000 Jahren zu Bethlehem, er allein kann die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens stillen. Er wird uns nie enttäuschen, wenn wir uns ihm ganz anvertrauen.

In der Frage des Petrus: „Zu wem sollen wir gehen?“ liegt schon die Antwort über den Weg, den wir zurücklegen müssen. Es ist der Weg, der zu Christus führt.

Der Papst sagte: „Der göttliche Meister ist persönlich erreichbar: Denn er ist gegenwärtig auf dem Altar in der Wirklichkeit seines Leibes und Blutes. Im eucharistischen Opfer können wir auf geheimnisvolle, aber wirkliche Weise mit seiner Person in Kontakt treten und so zur unerschöpflichen Quelle seines Lebens als Auferstandener gelangen.“

Jesus will uns auf die Wichtigkeit dieses Sakramentes aufmerksam machen. Wenn wir die heilige Messe besuchen, gehen wir zu Christus. Hier finden wir Jesus im Brot, das vom Himmel gekommen ist.

Der Papst sagt: Jesus mag keine Halbheiten. Er verlangt von uns Treue. Er will, dass wir die Eucharistie zur Mitte unseres Lebens machen. Liebt sie, verehrt sie, feiert sie besonders am Sonntag.

Jesus zögert nicht, uns die bohrende Frage zu stellen: „Wollt auch ihr weggehen?“ Mit Petrus wollen auch wir vor Christus, dem Brot des Lebens, heute wiederholen: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Amen.

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