2. Adventssonntag
2011 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wenn es in den kommenden Tagen oder Wochen vielleicht doch schneit, dann sind die Räumfahrzeuge im Einsatz. Der Schneepflug fährt durch die Straßen, um den Autofahrern eine sichere Fahrt zu ermöglichen. Dank dieser Einsatzkräfte ist es möglich ans Ziel zu gelangen.

Im heutigen Evangelium geht es auch um einen Räumdienst, um das »Freiräumen« eines Weges. »Bereitet dem Herrn den Weg.« Johannes der Täufer ruft uns zu, dass wir uns auf die Ankunft des Messias vorbereiten sollen. Es geht in erster Linie um die Bereitung unseres Herzens.

Sicherlich sind die äußeren Dinge auch wichtig, die uns dabei helfen und uns daran erinnern. Wir haben letzten Sonntag die Adventkränze gesegnet, die uns zu Hause eine Hilfe sind, uns auf Weihnachten vorzubereiten, durch Gebet, durch stilles Verweilen bei den angezündeten Kerzen, eventuell durch Lieder, usw. Die Kirche sieht im Advent so wie auch in der Fastenzeit auch immer den Sinn des Verzichtes, der Buße und der Umkehr. Darum keine Blumen, Farbe violett, alles ist karger, einfacher und schlichter, kein Gloria, damit es dann zu Weihnachten in der Mette, bewusster zum Vorschein tritt. Es ist der Gesang der Engel zu Bethlehem, auf den wir jetzt in diesen Wochen bewusst verzichten. Wir können noch auf mehr verzichten und durch kleine Opfer die Geburt des Herrn im Herzen ersehnen.

Lassen wir das Räumfahrzeug durch unser Herz fahren. Es soll nicht den Schnee wegräumen, sondern es soll den Schutt und all das Gerümpel wegräumen, das stört, das uns den Blick auf das Wesentliche nimmt. Das Zentrale ist die Vorbereitung auf die Geburt Christi in Bethlehem. Diese Vorbereitung war ja damals auch mühsam. Nicht nur, dass die Geburt bei jeder Frau mühsam ist, auch die äußeren Umstände waren noch dazu alles andere als bequem: der Stall, keine Herberge, die Krippe, kein angenehmes Bett usw.

Unsere Vorbereitung soll also eine Vorbereitung des Herzens sein.

Das bedeutet auch, dass vielleicht manches mühsam ist, dass uns manches etwas kostet, Überwindung. Die Leute haben sich damals auch überwinden müssen, als sie in die Wüste, in diese unbequeme Gegend zu Johannes zogen, nur um diesen Prediger zu hören. Und wer den Ruf ernst genommen hat, kehrte um und tat Buße. Jeder von diesen Menschen hat sich hier ebenfalls überwinden müssen.

So wird es auch uns etwas kosten, wenn wir diesen Ruf ernst nehmen, umkehren, die Sünden bereuen und beichten. Das nennt man Schutt abladen, den Schneepflug kommen lassen und das Herz freiräumen.

Die Taufe, die Johannes damals forderte als Zeichen der Umkehr, ist in der heutigen Zeit der Beichtstuhl, den die Kirche fordert. Dort können wir alles abladen, was uns belastet.

Auch die Ballonfahrer wissen das. Wenn man Ballast nicht rechtzeitig abwirft, kann man nicht an Höhe gewinnen und man wird eventuell auf ein Hindernis stoßen und abstürzen. »Ballastabwerfen«, so könnte man die Beichte auch nennen. Löst euch von den liebgewordenen Anhänglichkeiten der Welt, die nur momentan glitzern, aber in Wirklichkeit nicht die echte Freude bringen! Wahres Glück bringt uns das Kind in der Krippe. Jesus soll das Zentrum und die Mitte unseres Herzens sein. Auf ihn warten wir in diesen Tagen mit Ungeduld, so wie die Kinder mit Ungeduld das Christkind erwarten. Lasst euch ergreifen von diesem Geheimnis! Macht eben die Wege, bereitet dem Herrn den Weg, dann kann auch Gott in eurem Herzen geboren werden. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email