3. Adventssonntag
2011 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Sie wissen, was beim Skifahren ein Vorläufer ist. Bevor es losgeht, wird die Piste getestet und es werden ein paar Vorläufer runtergeschickt.

Nur laufen die nicht, sondern sie fahren.

Bei Johannes ist es ähnlich. Er ist auch kein Läufer im Stadion, sondern er kommt vor einem, der wichtiger ist.

Einen »echten falschen« Vorläufer gab es während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Die Besucher auf den Rängen erwarteten mit Spannung den Sieger des Marathonlaufes zu seiner letzten Runde im Stadion. Wie gebannt starrten die Gesichter auf das Tor, durch das der Sieger ins Stadion einlaufen musste. Da schmuggelte sich unbemerkt ein junger Mann im Sportdress auf die Laufbahn und lief als erster ins Stadion ein. Unter dem Applaus der Zuschauer drehte er seine Runde und wurde als Sieger beklatscht. Ein paar Augenblicke später traf der wirkliche Sieger müde und abgekämpft ein. Da merkten die Zuschauer plötzlich: Wir haben den Falschen beklatscht. Hier war ein Vorläufer unterwegs, der dem eigentlichen Sieger die Schau gestohlen hat.

Würden wir nicht auch gerne manchmal bejubelt werden und als Sieger gefeiert werden? Johannes war auch in Gefahr, dem eigentlichen Sieger die Schau zu stehlen. Manche dachten, er sei der Messias. Doch zum Unterschied von unserem Vorläufer bei den Olympischen Spielen hat Johannes selber von sich gesagt, ich bin nur ein Vorläufer. Er hat sich anders verhalten, als er am Jordan predigte, die Menschen taufte. Viele wurden auf ihn aufmerksam und haben untereinander sich zugeflüstert, ob nicht er der Messias sei. Johannes aber sagt: Nicht auf mich müsst ihr warten, sondern ich verkündige euch den, dem ich nicht wert bin die Schuhriemen zu öffnen. Johannes wollte nicht, dass man ihn verwechselt mit dem echten Sieger.

Es ist bewundernswert an ihm, dass er nicht im Mittelpunkt stehen wollte, sondern auf Jesus hinwies. Er ist nur ein Bote, ein Rufer in der Wüste, ein Vorläufer.

Wenn wir bald schon Weihnachten feiern, dann können wir von Johannes lernen, worauf es wirklich ankommt: nicht auf die Geschenke, auf den Christbaum, auf das gute Essen, sondern auf Jesus. Auch wenn das alles auch dazu gehört zu einem Fest, zu Weihnachten, so sollen uns diese Äußerlichkeiten zum Geheimnis hinführen und sie sollen nicht Vorläufer sein, die uns vom echten Läufer ablenken. Schauen wir nicht auf die Vorläufer-Geschenke, Christbaum und Essen, sondern auf Christus selber, der der Siegesläufer ist und der auf die Erde kam, um uns zu erlösen. Bereitet dem Herrn den Weg. Seid selber gute Vorläufer und sagt es den anderen auch, wer da kommt und auf wen wir uns vorbereiten. Seid wie ein Johannes, ein richtiger Vorläufer! Oder haltet euch wenigstens an den, auf den Johannes hinwies. Er ist der wahre Messias, der wirkliche Retter. Wenn wir ihm unser Herz schenken, dann sind wir nicht betrogen. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email