Christkönigssonntag
2012 B
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der Christkönigssonntag ist immer der letzte Sonntag im Jahreskreis. Bevor wir uns im Advent auf die Geburt Jesu vorbereiten, und bevor uns Jesus als Baby vor Augen gestellt wird, zeigt uns die Kirche das mächtige Bild von Jesus dem König, Jesus als Herrscher.

Aber welch ein König ist er? Wie ist dieser König? Wie stellen wir uns diesen König vor? Damals hat es ganz unterschiedliche Erwartungen gegeben über diesen König der Juden. Die meisten warteten auf einen politischen Messias. Jesus selbst aber erklärt ihnen seine Vorstellung vom Königtum. „Mein Königtum ist nicht von hier.“

Dass man sich unter bestimmten Wörtern unterschiedliches vorstellt, das gibt es auch mit anderen Wörtern. Wie stellen wir uns einen Priester vor? Da gibt es auch verschiedene Antworten und verschiedene Vorstellungen. Die einen meinen, er soll möglichst oft im Wirtshaus sein, um Kontakt zu haben. Andere sagen, er muss möglichst oft in der Kirche sein. Wie stellen wir uns eine Mutter vor? Auch hier gibt es verschiedene Ansichten. Möglichst lange beim Kind zu Hause sein, oder möglichst schnell die Kinderkrippe, um Geld zu verdienen, um sich viel leisten zu können, um dem Kind viel bieten zu können.

Jesus antwortet auf Pilatus: „Du sagst es, ich bin ein König.“ Darum wird manchmal Jesus mit einer Krone am Kreuz dargestellt.

Aber seine Krone ist die Dornenkrone, denn sein Thron ist das Kreuz. Er ist erhöht am Kreuz, um uns dadurch von den Sünden zu erlösen. Und wenn wir Kreuze aufhängen, soll uns das daran erinnern. Es ist keine Menschenrechtsverletzung, wenn wir Kreuze aufhängen, sodass wir sie auf Klage wieder abhängen müssen und uns von Minderheiten oder Einzelpersonen diktieren müssen, sondern ein Symbol der Nächstenliebe.

Es wäre wichtig, Bewusstseinsbildung zu betreiben, sodass uns wieder bewusst wird, wie wichtig das Kreuz für uns Christen ist. Wenn wir uns nicht dafür einsetzen, so scheint es, dass wir es nicht mehr brauchen und d.h., dass wir die Erlösung nicht mehr brauchen, dass wir unseren Glauben nicht mehr brauchen. Das Kreuz ist das Zeichen der Liebe Christi zu uns Menschen. Wir sehen die vollkommene Liebe des Gottessohnes, der unschuldig am Kreuz stirbt. Seine göttliche Liebe geht bis zur Hingabe seines Lebens. Es ist das Kostbarste, was er hat. Und das bedeutet das Kreuz.  Daher sind wir für die Beibehaltung des Kreuzes. Auch wenn es selbst in der Kirche Leute gibt, die das Symbol des Kreuzes in Frage stellen wollen. Wir wollen uns nicht verunsichern lassen. Das Kreuz ist und bleibt das schönste, wichtigste und entscheidendste Symbol für uns Christen, weil es kurz und bündig das Wesentliche unseres Glaubens darstellt. Es bedeutet die Erlösung von unseren Sünden aus Liebe durch den unschuldigen Kreuzestod des Sohnes Gottes, der die Schuld des Menschen, die am Anfang der Menschheit durch den Ungehorsam des ersten Menschenpaares passiert ist, wiedergutmacht. Und deswegen ist er unser König: der König des Himmels und der Erde. Er ist der König über die Engel. Er ist der König über alle, die im Himmel gerettet sind. Er errang den Sieg durch eine einzige Erniedrigung. Er besiegte den Teufel durch eine einzige Verdemütigung, durch seine machtlose Annagelung.

Auch wenn viele dies damals wie heute nicht verstehen und nicht verstehen wollen, es ist das Wesen Gottes, es ist ein reiner Akt der Liebe. Denn Gott ist die Liebe und wir freuen uns, dass wir ihn als unseren König der Herzen rühmen, loben und anbeten. Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email