Dreifaltigkeitssonntag
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wie lauten die drei göttlichen Personen? Wir alle hoffentlich wissen es: Vater, Sohn und Heiliger Geist. In der Schule aber im Religionsunterricht bekam ich einmal eine eigenartige Antwort. Ein Kind meinte: Gott, Jesus und Maria.

Unter Theologen ist das eine klassische Häresie, d.h. ein eindeutiger Glaubensirrtum. Ein wichtiger Glaubenssatz wird geleugnet, nicht geglaubt, bzw. nicht gewusst. Ich möchte nicht wissen, falls man eine Umfrage macht, wie viele Christen die Antwort auch nicht richtig sagen können.

Auch wenn einige vielleicht ein bisschen lächeln über die Heiligste Dreifaltigkeit und fragen, was hat das mit meinem Leben zu tun, was berührt mich im konkreten Alltag der Vater, der Sohn und der Hl. Geist, die spielen doch keine Rolle, so will ich doch das Gegenteil behaupten. Wer jemanden liebt, der möchte näheres über ihn wissen. Wie ist das in der Ehe? Wie ist das bei Verliebten? Wie lange reden die miteinander? Alles tauschen sie sich aus. Alles möchten sie voneinander wissen: die Hobbys, die Vergangenheit, die ganzen Erlebnisse, die Reisen, die Neuigkeiten usw.

Und wie ist es bei Gott? Wer Gott wirklich liebt, möchte auch näheres über Gott wissen und er beschäftigt sich mit Gott. Er liest in der Bibel und er schlägt nach, was Jesus gesagt hat, wie Gott ist. Und er wird feststellen, dass Jesus uns sehr genau vom Vater und von diesem göttlichen Geheimnis mitgeteilt hat. Er hat uns gesagt, wie das innergöttliche Leben ist. Er offenbarte uns die Heiligste Dreifaltigkeit. Wie oft sprach er von seiner Beziehung zum Vater? Er erzählte den Aposteln von seiner innigen Liebe zum Vater. Er will den Willen des Vaters tun. Auf dem Ölberg betete er: Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Das, was er den Aposteln im »Vater unser« gelehrt hat, lebte er selbst. Jesus sprach dann sehr intensiv in den Abschiedsreden vom Heiligen Geist. Er will uns nicht als Waisen zurücklassen. Er sendet uns den Hl. Geist, den Beistand, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht. Gott ist zwar einer, aber in Gott ist Liebe, in Gott ist Beziehung untereinander, denn in Gott sind drei Personen, die einander in vollkommener Liebe verbunden sind. »Ein Gott in drei Personen«, so hat es die Kirche dann definiert, um dieses Glaubensgeheimnis in Worten auszudrücken.

Doch bis dahin musste zuerst einiges auf den Konzilien geklärt werden. Das erste war die Definition, dass Jesus auch Gott ist und nicht nur ein besserer Mensch. Dann musste auf den nächsten Konzilien geklärt werden, dass auch der Hl. Geist Gott ist. Und so konnte sich die Definition, die eigentlich vom Theologen Tertullian (Anfang des 3. Jahrhunderts) stammte, durchsetzen. Er sprach zuerst von den 3 Personen und einer Substanz, sowie von Dreifaltigkeit.

Liebe Brüder und Schwestern! Unterschätzen wir diese Begriffe nicht. Wir wollen uns ausdrücken können in unserem Glauben und zwar korrekt. Wir wollen die Wahrheit möglichst gut treffen und daher sind auch falsche Formulierungen verurteilt worden.

Wer Gott liebt, möchte auch wissen, wie er ist. Je mehr wir Gott lieben, desto mehr möchten wir auch sein Wesen verstehen. Und wir werden immer wieder feststellen. Letztlich ist Gottes Wesen Liebe: vollkommene Liebe. Wenn wir auf Jesus schauen, auf das, was er für uns getan hat, nämlich sein Leben aus Liebe für uns hingegeben, dann können wir es ein bisschen verstehen. Die 3 Personen sind letztendlich ein unvorstellbares Liebesgeheimnis.

Gott hat deswegen uns Menschen als liebende Personen erschaffen, weil er wollte, dass es jemanden gibt, der an dieser Liebe teilhaben soll. Er will uns einmal in diese göttliche Liebe aufnehmen. Wir werden in diese göttliche Liebe hineinverwandelt und können in der Ewigkeit Gott vollkommen lieben. Streben wir nach dieser Liebe in unserem irdischen Leben und wir werden im ewigen Leben dafür mit der vollkommenen Glückseligkeit belohnt werden. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email