3. Fastensonntag
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Diese Perikope von der Tempelreinigung hat schon manche verwundert. Auch wenn man vom heiligen Zorn spricht, ist es doch eigenartig, was Jesus da macht. Er ist ja gewalttätig! Er macht aus Stricken eine Geißel, treibt die Händler hinaus, schüttet das Geld der Wechsler auf den Boden und wirft die Tische um.

Aber was möchte Jesus uns eigentlich damit sagen? Was möchte er uns mit der Tempelreinigung mitteilen. Er möchte nicht nur mit seiner Antwort auf das Niederreißen des Tempels hinweisen - auf den Tempel seines Leibes -, nämlich dass er am dritten Tage auferstehen wird, sondern es geht um uns selber. Es geht um unseren Leib. Wir sollen ein Tempel des Heiligen Geistes sein. Und in unserem Tempel, in unserer Seele, da sollen wir alles hinauswerfen, was nicht hineingehört. Wir sollen uns von unseren Sünden befreien und das mit Gewalt. Da sollen wir nicht zimperlich sein, sondern wir sollen uns hart anpacken. Wirf alles weg, was Gott nicht gefällt in deinem Herzen. Reinige deine Seele durch eine gute Osterbeichte.

In der Lesung hörten wir von den 10 Geboten. Das ist immer die beste Methode sein Gewissen nach den 10 Geboten zu erforschen.

Heute möchte ich die ersten 3 Gebote näher besprechen. Die ersten 3 Gebote betreffen mein Verhältnis zu Gott. Die nächsten 7 Gebote betreffen mein Verhältnis zu den Mitmenschen.

Gott hat bewusst die Gebote der Reihenfolge nach angeordnet. Zuerst kommt Gott (Gottesliebe und dann die Nächstenliebe). Gott ist immer der Wichtigste. Und wer sich in diesen Geboten bemüht, der wird dann auch die Kraft haben in den anderen Geboten sich zu bessern, sich aus der Sünde »rausbeten«.

1. Gebot: Du sollst an einen Gott glauben. Wenn wir an einen persönlichen Gott glauben, dann muss er auch in meinem Leben eine Rolle spielen, dann darf ich Gott nicht vergessen in meinen täglichen Gebeten. Das ist eine Unterlassungssünde, wenn ich kein Morgengebet habe, wenn ich kein Abendgebet kenne und wenn ich nie ein Tischgebet spreche. Dieses Sprechen mit Gott gehört zu einem christlichen Leben. Dadurch wird der Glaube genährt. Wer hier schlampig ist, der fällt in die nächsten Sünden, bei dem werden dann vermehrt Glaubenszweifel kommen, bei dem werden plötzlich andere Götter im Leben eine Rolle spielen. Er wendet sich den Götzen zu. Wie viele Glauben an die Horoskope, Aberglaube, .... Die Esoterik boomt! Andere Götter stehen vermehrt im Mittelpunkt unseres Lebens. Am Abend sitzen wir so lange vor dem Fernseher, vor dem Computer, im Internet, sodass man oft für das Gebet zu müde ist. Bei wie vielen ist das liebe Geld an die Stelle Gottes getreten. Der Mammon Geld spielt in unserer Zeit eine besonders gefährliche Rolle. Denn dadurch kann man sich die Vergnügungen leisten und da müssen wir auch aufpassen, dass wir nicht die Vergnügungen über den lieben Gott stellen. Das alles betrifft die ersten drei Gebote. Bete ich auch, wenn ich keine Lust habe, auch wenn es mir schwer fällt? Wie viele Menschen unterlassen dann leider das Gebet und plötzlich hört man ganz auf zu beten?

2. Gebot: Du sollst nicht fluchen: im Zorn oder aus Gewohnheit? Habe ich über heilige Dinge gespottet. Habe ich mich an heiligen Orten ehrfürchtig benommen? Wie habe ich mich verhalten, wenn Papst, Bischöfe und Priester verspottet und kritisiert wurden? Habe ich geschwiegen oder sogar mitgemacht? Wie leicht lässt man sich in der Gesellschaft hineinziehen und hat keine Kraft zu widersprechen. Habe ich auch für diese Menschen gebetet: für die, die mich nicht mögen und für die, die ich nicht mag?

3. Gebot: Sonntagsheiligung: Da fällt nicht nur hinein, wenn ich die Sonntagsmesse aus eigener Schuld versäumt habe, sondern auch wie ich teilgenommen habe, wie ich den Sonntag gestaltet habe. Wenn ich unnötige Arbeiten verrichtet habe! Habe ich auch auf die körperliche Erholung geachtet? Wie viele Häuser werden und wurden am Sonntag gebaut. Ist das wirklich der Wille Gottes? Der Sonntag, wie es die Kirche und der liebe Gott vorgesehen haben, ist oft nicht mehr im Bewusstsein der Gläubigen. Aber es beginnt schon damit, dass manche eben an der Sonntagsmesse nicht richtig teilnehme, nicht wirklich mitfeiere, sondern sich nur berieseln lasse und vielleicht den Schlaf der vergangenen Nacht nachholen müssen.

Wir wollen die ersten drei Gebote ernst nehmen. Die Beichte sollte mit diesen drei Geboten beginnen. Ein Beichtvater weiß dann sofort, wie es ungefähr weitergeht mit den anderen Geboten, wenn er die Beichte der ersten drei Gebote gehört hat. Je genauer ich es nehme, desto mehr Gnaden wird mir Gott auch schenken. Lassen wir uns einmal auf dieses Risiko ein und wir werden staunen, wie großzügig Gott mit seinen Gnaden ist. Doch wir müssen den Anfang machen mit einer guten Osterbeichte. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email