13. Sonntag im Jahreskreis
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Es ist wieder einmal sagenhaft, was wir da im Evangelium gehört haben. Krankenheilung und Totenerweckung! Gemeinsam an beiden Wundern ist, dass sie durch Berührung geschehen. Die kranke Frau, die 12 Jahren an Blutungen litt, drängte sich von hinten an Jesus heran und möchte ihn nur berühren. Wenn ich ihn nur anfassen kann, dann wird mir geholfen. Sie vertraut ganz fest, dass allein das Anfassen ihr die Heilung bringt. Gott belohnt dieses Vertrauen und sie wird auf der Stelle geheilt. Jesus spürte, dass diese Heilungskraft von ihm ausging, blickte sich um und bestätigte ihr, dass der Glaube ihr geholfen hat.

Ebenso ist es beim zweiten Wunder. Der Synagogenvorsteher bittet Jesus, dass er seiner Tochter die Hände auflegt: sie also berührt. Als er dann hinkam und das Mädchen tot im Bett lag, fasste er es an der Hand, berührte es also und sagte zu ihm: Mädchen, steh auf! »Talita kum!« Jesus berührt und lässt sich berühren. Diese Berührung mit Jesus schenkt Heilung. Diese Berührung macht uns Menschen heil. Das ist nicht nur bei diesen zwei Wundern so, sondern immer: auch bei uns. Wenn wir die Nähe Jesu suchen, uns von Jesus berühren lassen, schenkt er uns Heilung.

Lass dich von Jesus berühren!!! Lass dich durch die Sakramente von Jesus berühren. Bei jedem der 7 Sakramente geschieht Berührung durch Jesus.

Bei der Krankensalbung berührt der Priester bewusst auch den Kranken und salbt ihn auf Stirn und Hände.

Der Priester selbst ist ein von Jesus Berührter. Der Bischof hat ihm die Hände aufgelegt und die Hände gesalbt.

Wir alle wurden zum ersten Mal von Jesus berührt in der heiligen Taufe, die uns die heiligmachende Gnade wieder geschenkt hat. Dann wurden wir bei der heiligen Firmung auf der Stirn gesalbt. Bei jeder heiligen Beichte berührt uns Jesus in besonderer Weise, indem er uns von den Sünden heilt. Die intensivste Berührung schenkt er uns in der heiligen Kommunion, die wir deshalb oft empfangen sollen.

Wir alle sind von Jesus berührt. Lassen wir uns immer wieder anrühren.

Wie können wir uns noch von Jesus berühren lassen? Er ist ja nicht mehr unter uns. Auch negative Erfahrungen sind manchmal verborgene Berührungen Gottes. Eine Krankheit kann jemanden wieder zum Nachdenken bringen, zum Gebet animieren und sogar zum Glauben bringen. Dann war es eine tiefe Gottesberührung im Herzen dieses Menschen.

Umgekehrt kann auch die Erfahrung von Freude jemanden die Liebe Gottes spüren lassen. Er weiß sich von Gott geliebt und getragen.

Bei unseren beiden Beispielen wurde den beiden Frauen die Gnade der Gesundheit wieder geschenkt. Es gibt aber nicht nur die Krankheit und den Tod des Leibes, sondern auch die Krankheit der Seele und den Tod des Herzens. Von dieser Krankheit will uns Jesus heilen. Jesus schenkt wirklich Heil und echte Freude. Jesus erlöst von seelischer Krankheit und Sünde. Er ruft jedem von uns auch dieses »Talita kum« zu, dieses »Steh auf«. Mach dich frei von deinen Sorgen! Ich rufe dich wieder zum Leben. Lass dich von seinem Ruf berühren, von seiner Stimme, von seiner Lehre, die befreit und lass dich berühren von seiner Botschaft! Diese Berührung wollen wir suchen besonders in seinen Sakramenten, im Sakrament der hl. Messe. Lassen wir uns auch in dieser Eucharistiefeier von Jesus berühren. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email