15. Sonntag im Jahreskreis
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Jesus sandte die 12 Apostel aus, um seine Botschaft zu verkünden, um Kranke zu heilen und die Menschen zur Umkehr aufzurufen. Sie bekamen von ihm einen Auftrag, einen Sendungsauftrag. Diesen Auftrag haben auch wir mit der Taufe bekommen. Als Christen sollen wir die Botschaft Christi verkünden. Bei jeder heiligen Messe werden wir ausgesendet. Früher hieß es am Schluss der Messe im Lateinischen »Ite missa est«. Zu Deutsch: Geht, ihr seid gesendet! Nehmen wir diese Sendung ernst!

Wir kennen das Wort »Sendung« als Fernsehsendung. Am vorletzten Sonntag endete die Fußballeuropameisterschaft. Viele haben diese Spiele gesehen, die Übertragungen, diese Sendungen. Jede Mannschaft selbst hatte auch eine Sendung. Sie wurden von ihrem Land ausgesandt, um den Titel zu gewinnen. Leider konnte nur eine Mannschaft, so wie das immer ist, gewinnen.

Vergleichen wir zwei Fußballmannschaften mit den zwei Aposteln. Wenn zwei Mannschaften spielten, hatte also jedes der beiden Teams die Sendung zu gewinnen. Genauso hatten die Apostel, die auch zu zweit ausgesandt wurden, eine Sendung, einen Sendungsauftrag von Jesus. Der Unterschied ist nur, die 2 Mannschaften spielten gegeneinander und die Apostel gingen miteinander. Das Ziel war beim Fußball, das Spiel zu gewinnen. Das Ziel bei den Aposteln, die Botschaft Jesu zu verkünden.

Jesus gebot ihnen, nichts auf den Weg mitzunehmen, nur einen Wanderstab. Der Trainer der Fußballmannschaft gebot wahrscheinlich auch, nichts mitzunehmen, kein Brot: Vielleicht etwas zum Trinken bei der Hitze, aber in Israel war es auch heiß und die Apostel bekamen dann sicherlich etwas von den Leuten! Keine Vorratstasche, denn die braucht ein Fußballspieler nicht! Kein Geld im Gürtel: das bekam ganz sicherlich jede Mannschaft nach dem Spiel, besonders die Mannschaft, die gewonnen hat. Kein zweites Hemd: das wurde vielleicht nach dem Spiel getauscht. An den Füßen zwar keine Sandalen, sondern Fußballschuhe und statt des Wanderstabs wahrscheinlich den Fußball.

Das Gemeinsame war ganz sicherlich, dass jeder sein Bestes gab. Nicht nur die Spieler, sondern auch die Apostel bemühten sich damals und gaben ihr Bestes. Sie werden dann auch ganz erfreut zu Jesus zurückkehren und berichten. Sogar die Dämonen konnten wir austreiben, die Kranken heilen und Wunder wirken. Das, was Jesus getan hat, konnten nun auch seine Jünger, weil sie auf sein Wort gehört haben und auf ihn vertraut hatten. Das ist immer das Entscheidende. Nur wer dieses Vertrauen hat, den Glauben an Jesus, der wird von Jesus auch für dieses Vertrauen belohnt. Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könntet ihr Berge versetzen, sprach einmal Jesus. Vertrauen auch wir Jesus und lassen wir uns aussenden, aber wir dürfen nichts mitnehmen. Das bedeutet, sich ganz in die Hände Gottes legen. Er wird alles geben, was wir brauchen. Jesus selbst hat so gelebt: ganz arm. Einmal sagte er: »Die Füchse haben ihre Höhlen, die Vögel ihre Nester, der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.« Gott wird für alles sorgen. Ein heiliger Franziskus hat das ausprobiert und es hat funktioniert. Er wurde einer der größten und bekanntesten Gestalten der Christenheit. Das Vertrauen von ihm war unermesslich. Lernen wir von ihm diesen Sendungsauftrag, der lautet. Geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email