29. Sonntag im Jahreskreis
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Warum sollen wir missionieren? Warum sollen wir in die ganze Welt hinausgehen und den Menschen die Botschaft vom Reich Gottes predigen? Wir zerstören ja damit die Kultur dieser Völker und wir drücken ihnen mit Zwang unserer Gepflogenheiten auf! Und übrigens sind ja alle Religionen gleich. Die Wahrheit können wir gar nicht erkennen. Es kann doch auch einer gerettet werden, der nicht getauft ist, oder glaubst du vielleicht, dass die alle in die Hölle kommen?

Manchmal hört man auch den Ausspruch: Jeder soll nach seiner Fasson selig werden. Da brauchen und dürfen wir uns nicht einmischen. Lernen wir doch aus der Geschichte! Wie viel wurde da schon falsch gemacht durch Zwangsbekehrungen usw.

Und warum feiern wir dann heute den Missionssonntag? Beziehungsweise, wie steht die Kirche zur Mission? Wie sieht sie wirklich die Missionstätigkeit? Sind wirklich alle Religionen gleich? - Sicherlich nicht! Zerstören wir wirklich die Kultur der anderen Völker? Ich denke, auch da müssen wir unterscheiden. Wenn es nun die grausamen Menschenopfer der Azteken nicht mehr gibt, die damals zur Tradition dieses großen Inkareiches gehörten, glaube ich, wurden diese Völker sehr wohl befreit von diesem unmenschlichen, grauenvollen, Angst einflößenden Götterglauben. Gott sei Dank. Kann einer gerettet werden, der nicht getauft ist? Die Kirche hat das immer gelehrt! Sie hat immer zugegeben, dass auch in anderen Religionen Wahrheiten gelehrt werden.

Aber - und nun kommt es - Christus hat uns die volle Wahrheit über Gott geoffenbart! Christus ist die Wahrheit. Er hat uns aufgetragen hinauszugehen und alle Völker das zu lehren, was er uns mitgeteilt hat. Geht hinaus und tauft sie. Er hat uns die Sakramente, die Gnadenmittel geschenkt, die uns helfen in den Himmel zu kommen, und die es viel leichter machen, das ewige Heil zu erreichen. Durch die Taufe wurde uns der Himmel wieder geöffnet. Die Taufe ist heilsnotwendig, so lehrt die Kirche. Aber nicht in diesem Sinn, dass nur die gerettet werden können, die getauft sind. Das ist z.B. bei den Zeugen Jehovas der Fall. Das ist das andere extrem. In den Himmel der Zeugen Jehovas kann nur ein Zeuge Jehova kommen. Bei uns Christen können auch andere gerettet werden, aber nur durch Christus und durch seine Kirche, in einer Weise, die uns verborgen ist. Wenn er nach seinem Gewissen lebt, das Gute tut und das Böse meidet, wie uns der Schöpfer der Welt uns das ins Herz gelegt hat, kann er das Heil erlangen.

Aber viel leichter können wir gerettet werden, wenn wir als Christen auf dieser Welt leben. Allerdings ist der Taufschein noch keine Garantie für den Himmel. Er ist nicht die Eintrittskarte zum ewigen Leben. Den Himmel kann man sich nicht erkaufen. Kein Mensch kann auf dieser Erde sicher von sich behaupten, dass er gerettet wird. Gott will, dass wir vertrauen. Er gab uns Hilfen. Er sagt, wie es geht. Halte die Gebote, besuch die Sonntagsmesse, bete die täglichen Gebete, bete den Rosenkranz jetzt im Monat Oktober, im Rosenkranzmonat, und bete für die Mission.

So wie es die heilige Theresia von Lisieux getan hat, die, obwohl sie ein Leben lang nur im strengen Karmelkloster verbracht hat, zur Patronin der Mission ernannt wurde. Der Grund ist, weil die Mission für sie ein Anliegen war. Die Mission muss für uns alle ein Anliegen sein. Gott will, dass alle gerettet werden. Wir wollen darum beten, dass viele sich zu Christus bekehren. Die heilige Theresia hat in besonderer Weise für zwei Missionare gebetet. Sie hat gebetet, dass ihre Predigten Frucht bringen. Sie hat auch sicherlich um die Heiligkeit dieser Priester gebetet. Sie hat für alle Priester gebetet.

Im Jahr des Glaubens ist uns aufgetragen für alle Priester zu beten, dass sie den Glauben verkünden, dass sie besonders im Streben nach Heiligkeit nicht aufhören, dass ihre Verkündigung des Reiches Gottes auf fruchtbaren Boden fällt, und dass im Missionsland Heimat wieder die Ohren der Menschen sich öffnen für Christus und seine frohe Botschaft. Fangt wieder an für die Priester zu beten, für die Mission im eigenen Land zu beten und die Zeiten werden sich wieder ändern. Mit dem Jahr zum Glauben will der Heilige Vater uns daran erinnern, dass wir alle den Auftrag haben, den Glauben weiterzugeben. Jeder kann das durch sein Gebet zumindest unterstützen, ob jung oder alt. Und wenn nur einer sich heute vornimmt, jeden Tag ein kurzes Gebet für die Mission zu beten, dann bin ich überzeugt, wird das nicht spurlos an der Kirche vorübergehen. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email