4. Sonntag im Jahreskreis
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Jeder möchte sie haben, doch gibt es kaum einen schlimmeren Vorwurf, als nach ihr begierig zu sein: Die Macht. Auch in der Kirche ist manchmal dieser Vorwurf zu hören. »Die streben noch nur nach Macht.« »Sie sind machthungrig.« »Sie üben nur Macht aus.«

In zwei Sätzen des Evangeliums kommt heute das Wort »Macht« bzw. »Vollmacht« vor. »Er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.« »Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.«

Jesus hat Macht. Gott sei Dank!

Die Menschen spüren, in Jesus ist etwas da, was sie sich nicht erklären können. 1. Seine Predigt, seine Auslegung der Schrift, seine neue Lehre, die er mit Überzeugung und mit unvorstellbarer Kraft vorträgt. Er spricht mit göttlicher Vollmacht. Und 2. Er bekräftigt seine Worte dann mit seinen Wundertaten, seine Heilungen, im heutigen Evangelium die Teufelsaustreibung. Wie geht das? Das geht nicht mit menschlichen Dingen zu. Das alles verwundert die Menschen. Ja noch mehr, sie sind betroffen darüber. Jesus übt Macht aus. Er setzt seinen Willen durch.

Woher hat er diese Vollmacht! Warum gehorchen ihm die Dämonen? Warum haben diese bösen Geister sogar Angst vor ihm? Sie schreien: »Was haben wir mit dir zu tun?« Weil Jesus stärker ist als die unreinen Geister! Das kann dann eigentlich nur Gott sein. Und wenn Jesus Sünden vergibt, da wird es ganz deutlich. Sünden vergeben kann wirklich nur Gott.

Woher hat er das alles? Diese Frage stellten sich die Leute von damals und sein Ruf verbreitete sich im ganzen Gebiet. Das ist ganz normal. Wie wäre das bei uns? Da ist es genau so. Da verbreitet sich schon der Ruf eines Wunderheilers schnell, oft viel zu schnell, der vielleicht auch ein paar Fähigkeiten hat und den einen oder anderen Menschen helfen konnte mit seinen natürlichen Fähigkeiten.

Wir verkünden aber nicht irgendeinen Wunderheiler, sondern wir verkündigen Jesus, den Gottmenschen. Wir glauben an ihn. Wir glauben, dass er Gott ist und dass daher diese Macht ihm zusteht und dass er eben deswegen Wunder wirken kann, weil er über den Naturgesetzen steht und dass er auch Macht hat über die bösen Geister, die von ihm erschaffen sind und die nur begrenzt frei sind. Wenn er will, müssen sie weichen, müssen sie fliehen, auch wenn sie nicht wollen und darum haben sie Angst und schreien. »Was haben wir mit dir zu tun? Du bist der Heilige Gottes.« Sie wissen also, wer Jesus in Wirklichkeit ist und bekennen es sogar.

Mächtig und gewaltig ist also das Auftreten Jesu. Mächtig und gewaltig ist seine Lehre und sind seine Taten. Die neue Lehre zementiert er mit Wundern, sodass seine Feinde an ihm verzweifeln. Viele glauben nämlich deswegen an ihn und daher erschrecken auch die Leute. So etwas haben sie noch nie erlebt! Ganze Massen laufen ihm nach und glauben an ihn.

Im heutigen Evangelium erfahren wir eigentlich den tiefsten Grund seines Kommens. Jesus kam, um den Satan zu verderben und den Menschen freizumachen von den Stricken des Bösen. Mit Jesus ist das Reich Gottes angebrochen und die Herrschaft Satans ist zu Ende und das ist die Frohbotschaft. Jesus ist stärker als der böse Feind. Er besiegt ihn und letztlich hat er ihn dann total vernichtet durch den Kreuzestod. Oftmals ist uns dies viel zu wenig bewusst. Wir könnten öfter dafür danken. Danke, dass du der Heilige Gottes bist, der Macht hat über den Satan und der mit Vollmacht die bösen Geister austreiben kann. Amen.

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