6. Sonntag im Jahreskreis
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In den drei Jahren seines öffentlichen Wirkens hat Jesus viele Menschen geheilt. Einige dieser Heilungen sind uns in den Evangelien überliefert. Der Mann, der an Aussatz erkrankt ist, hat einen großen und festen Glauben, der sich in seinem Verhalten und in seinen Worten ausdrückt. Er ist sich sicher, dass Jesus ihn heilen kann, sonst würde er sich nicht vor ihm auf die Knie werfen und zweitens nicht sagen: »Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.«

Der Aussatz war damals eine schlimme, nicht heilbare Krankheit. Die Menschen waren isoliert und ausgestoßen. Sie lebten an einem Ort abseits der Zivilisation und durften sich eigentlich nicht der Gesellschaft von Menschen nähern, da Aussatz ansteckend ist. Mit den Worten »Unrein« mussten sie auf sich aufmerksam machen. Daher ist es doch sehr ungewöhnlich, dass dieser Mann mutig es wagte, sich vor Jesus hinzuwerfen und diese Bitte auszusprechen. Noch unvorstellbarer ist natürlich die Reaktion Jesu, der sich nicht scheute, den Mann zu berühren, der diese ansteckende Krankheit hat und ihn sogar heilte mit den Worten: Ich will es, werde rein!

Allerdings möchte Jesus, dass der Geheilte nicht weitererzählt, was mit ihm geschehen ist. Da dieser sich aber nicht daran hält, konnte Jesus sich nicht, wie geplant, in die Einsamkeit zurückziehen, weil die Leute von überall herkamen.

Drei Dinge sind meines Erachtens in dieser Heilungsgeschichte für uns wichtig.

1. Der feste Glaube des Aussätzigen! Er vertraut unerschütterlich auf Jesu. Wie schwach ist oft unser Glaube? Wie oft kommt unser Glaube nur wegen Kleinigkeiten ins Wanken! Dabei ist der Blick in die Evangelien so aufbauend. Es wird uns oftmals geschildert, dass Leute total auf Jesus bauen. Mit einer Selbstverständlichkeit vertrauen sie auf seine Macht, Krankheiten zu heilen, zu helfen wo Not am Mann ist, ja sogar Tote zu erwecken.

Damit kommen wir zum 2. Punkt, der mir genauso wichtig erscheint. Die Allmacht Jesu! Für viele sind es vielleicht Märchen oder manche interpretieren es als Massensuggestion, so als ob alles nur Schwindel wäre. Sie können nicht glauben, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist. Jesus ist Gott! Und immer wieder beweist er es mit diesen Wundertaten. Nur Gott kann Wunder wirken. Er bereitet die Menschen für das größte und letzte Wunder vor, das er am Ende seines Lebens wirken wird. Seine Auferstehung!

Der 3. Punkt, auf den ich noch hinweisen möchte, ist.

Der Wunsch Jesu. Die Folgen der Heilung. Jesus möchte sich eigentlich zurückziehen. Er verbietet dem Geheilten, davon zu sprechen. Genau das Gegenteil tritt ein und er hat keine Ruhe mehr. Alle suchen ihn wegen der Wunder, die er wirkt. Jesus selbst erkennt die Gefahr, dass es nur wegen seiner Wunder ist. Er möchte sie ja auf ganz was anderes aufmerksam machen und hinlenken. Es geht ihm um die Bekehrung des Einzelnen. Es geht ihm um den Glauben: den Glauben an Gott und an die Menschwerdung Gottes. Wir sollen an Jesus Christus glauben, der auf die Welt kam, um die Menschen zu erlösen. Alle Wunder sind nur deshalb von ihm gewirkt worden, um den Leuten diesen Glauben an ihn leichter zu machen. Entscheidend ist der Glaube, dass Jesus Gott ist, der aus Liebe auf die Erde kam, um den Menschen den Himmel wieder zu öffnen. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email