5. Ostersonntag
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wir haben das Gleichnis vom Weinstock und den Rebzweigen gehört. Man kann es als Lesung bei einer Taufe auch verwenden. Verschiedene wichtige Glaubenswahrheiten werden im Gleichnis vom Weinstock und den Rebzeigen aufgezeigt.

Mit diesem Vergleich wird zuerst einmal deutlich, wie wichtig das Sakrament der Taufe ist. Durch die hl. Taufe, die das erste Sakrament ist, das wir empfangen, wird der Rebzweig an den Weinstock angeschlossen. Ab diesem Augenblick ist das Kind mit Christus verbunden. «Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.» Ab diesem Augenblick kann der Gnadenstrom fließen.

Diese Verbindung soll niemals unterbrochen werden. Wenn wir immer am Weinstock bleiben, dann können wir - und das ist unser Auftrag - Frucht bringen. Dies erwartet sich der Vater vom Rebzweig. Er ist der Winzer.

Was heißt «Frucht bringen»? Immer wenn wir etwas Gutes tun, wenn wir das Böse meiden, die Gebote Gottes halten, beten, helfen u.s.w., dann bringen wir Frucht.

Die Grundvoraussetzung, um Frucht bringen zu können, ist, so sagt es das Gleichnis, am Weinstock zu bleiben, d.h. in Verbindung mit Christus zu bleiben. «Ohne mich könnt ihr nichts tun. Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.» Es heißt nicht: Wir können wenig tun oder wir können schwer Gutes tun, sondern: nichts, rein gar nichts können wir tun. Jesus Christus ist bei allem christlichen Tun beteiligt. Wir nennen dies Gnade. Ohne diese helfende Gnade würden wir wirklich zu keiner guten Tat fähig sein.

Damit das möglich ist, müssen wir, wie bereits gesagt, die Verbindung mit Christus aufrechterhalten. Die Saftzirkulation darf nicht in Stockung geraten, denn der Rebzweig braucht den ständigen Kraftzufluß aus dem Stamm. Er holt sich von dort die lebensnotwendigen Mineralien, das Wasser u.s.w. Er verdorrt sonst ohne Mithilfe des Stammes.

Wir haben gehört, was mit dem Rebzweig passiert, der keine Frucht bringt. Er wird weggeworfen. Man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Das wollen wir nicht. Wir wollen immer am Weinstock bleiben. Wir wollen auch oft die Rebe reinigen, damit sie Frucht bringt.

Die Taufe ist der Anschluss des Rebzeiges an den Weinstock. Die Beichte ist die Reinigung, damit ihr Frucht bringen könnt. Die hl. Kommunion ist die Stärkung, Gutes zu tun.

Bei einer Kaffeemaschine drückt sich die Sünde durch die Verkalkung aus. In regelmäßigen Abständen sollte man die Maschine entkalken, damit sie wieder schneller geht. Sie wird gereinigt. Durch die Beichte werden wir gereinigt, damit der Gnadenstrom wieder gut fließen kann. Bei einer leichten Sünde bleiben wir zwar am Weinstock, aber Gott kann uns nicht so beschenken, wie er will, weil wir seine Gnade nicht so schnell aufnehmen können. Reinigen wir diesen Zufluss oft durch eine Beichte oder auch durch den Empfang der hl. Kommunion.

Bringen wir also Frucht! Die Gnade Christi möge in uns wirken!

Gott will, daß wir Frucht bringen. Es ist ihm ernst. Er will uns reinigen. Wenn wir uns an das halten, so heißt es, dann können wir um alles bitten, was wir wollen und wir werden es erhalten. Das verspricht uns Jesus. Probieren wir es aus! Wir werden feststellen, dass Christus die Wahrheit ist. Voraussetzung ist, dass wir am Weinstock bleiben. Bleiben wir immer am Weinstock Christi! Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email