Pfingstsonntag
2012 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wer ist der Heilige Geist? Wir feiern heute Pfingsten! Viele Christen wissen leider nicht, was wir zu Pfingsten feiern. Ich habe einmal einen Firmling gefragt, was wir zu Pfingsten feiern! Er wusste es nicht. Ich habe ihn gefragt, wer der Heilige Geist ist! Er wusste es nicht. Ich habe ihn gefragt, wie die Gaben des Heiligen Geistes heißen! Er wusste nicht einmal, dass es so etwas gibt.

Wer ist dieser Heilige Geist, der zu Pfingsten auf die Apostel herabgekommen ist?

Es ist gar nicht so leicht den Heiligen Geist zu beschreiben, bzw. sich ihn vorzustellen, denn die Taube ist ja nur eine sehr unzureichende Darstellung. Die Wirkungen des Heiligen Geistes sind leichter zu beschreiben. Vor der Geistsendung haben die Apostel sich versteckt, Angst gehabt und sich im Zimmer vor Furcht eingesperrt. Nachher sind sie hinausgegangen und haben die Auferstehung Jesu verkündet. Alle Menschen haben sie plötzlich verstanden. Das ist das Pfingstwunder. Pfingsten ist das Gegenteil von Babel. Beim Turmbau zu Babel wollte sich der Mensch einen Namen machen und sie bauten einen Turm zum Himmel. Gott bestrafte sie mit der Sprachenverwirrung. Vorher hatten sie eine Sprache. Jetzt verstanden sie sich nicht mehr. Zu Pfingsten aber haben sich die Menschen verstanden. Das ist die Wirkung der Geistsendung.

Der Heilige Geist hat die Apostel auch entzündet. Sie haben plötzlich den Mut gehabt, den Menschen zu predigen. Viele haben sie so gut verstanden, dass sie von der Wahrheit der Predigt überzeugt waren und sich daraufhin taufen ließen. Der Heilige Geist hilft, dass wir die Stimme Gottes verstehen. Die Feuerflamme über den Köpfen deutet an, dass Gott auf uns herabkommen will und in unseren Kopf hinein will: besonders die Gabe des Verstandes.

Der Heilige Geist gibt uns die Erkenntnis, dass Gott der Wichtigste ist. Das ist die pfingstliche Grammatik. Unsere Grammatik lautet: Ich, Du, Er. Zuerst kommt das liebe »Ich«. Dann folgt an zweiter Stelle das »Du« des Menschen und vielleicht kommt dann noch »Er«, der liebe Gott. Die pfingstliche Grammatik ist umgekehrt. Er, Du, Ich. Hier hat Gott Priorität. »Er« ist der Wichtigste und dann kommt der Nächste und das liebe »Ich« sollen wir in den Hintergrund stellen. (Kardinal Meisner) Nicht wir wollen uns einen Namen machen, sondern der Namen Gottes soll geheiligt werden, wie wir es im Vater uns beten und wie es das 2. Gebot verlangt. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren: d.h. du sollst ihn in Ehren halten.

Wenn wir diese richtige Grammatik leben, dann kann auch der Heilige Geist wirken, dann kann er auf euch heute herabkommen und euch entzünden. Er kam in Feuerzungen herab, weil Feuer die Eigenschaft hat, dass es überspringt, dass es das Licht weitergibt.

Wer ist der Heilige Geist? Der Heilige Geist ist die dritte göttliche Person, die in unserem Herzen wirken will. Er wird dargestellt mit einer Taube, weil bei der Taufe Jesu der Heilige Geist wie eine Taube vom Himmel herabkam.

Wie wissen wir, wenn wir vor einer Entscheidung stehen, ob die Einflüsterung vom Heiligen Geist ist und dass sie nicht vom Zeitgeist oder von irgendeinem anderen unheiligen Geist stammt. Die Taube und der eigene Vogel können ja auch verwechselt werden.

Antwort: Wichtig ist, dass wir um den Heiligen Geist auch beten. Wichtig ist, dass wir auf ihn hören. Da muss man selber still sein. Im stillen Gebet müssen wir darum demütig bitten. Wir müssen um seine Gaben beten, um die Gabe des Rates, des Verstandes, der Wissenschaft usw.

Wer hier immer wieder versucht die Stimme Gottes zu hören und dann in seinem Gewissen eine Entscheidung trifft, der wird sicherlich nicht falsch gehen.

Pfingsten soll uns erinnern, öfter an den Heiligen Geist zu denken, ihn anrufen, ihn als dritte göttliche Person auch anbeten und er wird kommen und wir werden geisterfüllte Menschen sein. Amen.

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