Christkönigssonntag
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Auf Grabdenkmälern und Mosaikbildern der frühchristlichen Zeit findet sich manchmal eine eigenartige Darstellung.  Man sieht da unter einer Triumphpforte einen herrlichen Thron, der mit herabhängenden Tüchern und einem Kissen bedeckt ist. Der Thron ist leer, niemand sitzt auf ihm. Über dem Thronsitz aber ist der Name Jesu Christi angebracht, der oft in einem Medaillon liebevoll eingefasst wurde. Damit wollten die Christen ihre Hoffnung auf die Wiederkunft Christi ausdrücken. Wie groß war doch die Erwartung! Wie groß war doch die Sehnsucht nach dem wiederkehrenden Jesu! Wie er es doch verheißen hat! Endet nicht die hl. Schrift mit den Worten „Maranatha“ - „Komm Herr Jesus“? Er wird einmal wiederkommen in Herrlichkeit. Bei den ersten Christen war diese Naherwartung sehr stark. In der Bibel können wir manche Stellen finden, die diese Naherwartung ausdrücken und verstärkt haben.

Wenn wir in jeder heiligen Messe beten „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“, dann drücken wir das Gleiche damit aus. Wir glauben, dass Jesus einmal wiederkommen wird als König und Herrscher, der die Welt richten wird.  Der Christkönigssonntag möchte uns darauf hinweisen, dass Jesus wirklich unser König ist, auf den wir warten.

So soll auch in uns ein Verlangen nach dem Erscheinen Jesu in Macht und Herrlichkeit groß sein. Damals haben sie ihm bereits einen Thron bereitgestellt, auf dem er, der König aller Zeiten sich niederlassen sollte, wenn er kommt.

Das ist dann das Ende der Welt. Viele wollen damit nichts zu tun haben. Sie verdrängen diesen Gedanken. Aber wenn jemand diese Sehnsucht im Herzen trägt, hat das nichts mit Weltuntergangsstimmung zu tun. Dieser Mensch ist auch nicht automatisch ein griesgrämiger Typ. Wir sollen deswegen die irdische Welt auch nicht verachten, aber wir dürfen hoffen und uns nach einer besseren Welt in der Ewigkeit sehnen, die unser Herr und König Jesus Christus uns verheißen hat.

Das Königtum Jesu, an das wir heute denken, ist, wie wir wissen, in manchen Dingen anders als das Königtum dieser Welt. Jesus betont bei Pilatus sehr wohl: „Du sagst es: Ich bin ein König.“ Aber er erklärt ihm dann auch, in welchem Sinn er König ist. Er stammt eben aus einer anderen Welt und ist in unsere Welt gekommen, um Zeugnis von der anderen Welt abzulegen. Er will herrschen in den Herzen der Menschen.  In einem gewissen Sinn ist sein Reich auch schon in uns. Wer die Stimme Jesu hört, dort wird das Reich Gottes in seinem Herzen aufgebaut. Seine Diener sind die Engel. Eine Legion Engel würde ihm zu Hilfe kommen. Doch sein Weg ist ein anderer. Er will die Welt durch seinen Tod am Kreuz und durch seine Auferstehung erlösen. Er hätte die Macht es anders zu tun, aber er geht den Weg des Leidens, der uns aufblicken lässt zu ihm, wenn wir Stunden des Leidens durchmachen müssen.

Das Christkönigsfest ist ein Fest der Hoffnung. Es ist ein Fest des bevorstehenden Triumphes, wenn Jesus also als Richter auf den Wolken des Himmels wiederkommen wird. Jeder, der an ihn glaubt, muss in seinem Herzen eine gewisse Sehnsucht danach tragen. Wir können und werden uns nicht für immer hier auf der Erde einnisten können. Einmal ist diese Zeit zu Ende für jeden, und so wird ein Christ hoffen, dass unser König Jesus Christus uns dann in sein Königreich einmal aufnehmen wird. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email