2. Fastensonntag
2015 B
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In den 40 Tagen der Fastenzeit begeben wir uns auf den Weg mit Jesus nach Jerusalem. Dort wird er für uns Menschen aus Liebe am Kreuz sterben. Es ist das große Erlösungsgeschehen.

Wie bereiten wir uns am besten darauf vor? Die beste Vorbereitung ist nicht der äußere Osterputz, sondern die innere Vorbereitung unserer Seele: Dass wir hier Hausputz machen, Großreinigung! Es soll bei allen eine gute Osterbeichte stattfinden.

Es begegnen uns in den Evangelien immer wieder Berge. Letzte Woche hörten wir, dass Jesus vom Satan versucht wurde. In den anderen Evangelien hat ihn dann der Satan bei den Versuchungen auf einen Berg geführt und ihm alle seine Reiche gezeigt. Jesus hat ihm widerstanden.

Heute der Berg der Verklärung. Jesus leuchtet strahlend weiß. Er ist ohne Sünde. Er, der der Versuchung widerstanden hat, erscheint in hellem Licht. Unsere Seele wird auch so strahlen nach der Sündenvergebung.

Manchmal wird unser Lebensweg verglichen mit einem Berganstieg. Am Ende steht das Gipfelkreuz. Das ist einmal Jesus im Himmel. Das Bergsteigen ist oft mühsam. Wir haben einen Rucksack dabei, denn wir brauchen Proviant. Aber nehmen wir nichts Unnötiges mit. Beichte ist zurücklassen von unnötigen Dingen. Es macht uns das Gehen leichter. Ballast abladen ist immer von Vorteil und wie viele Menschen schleppen das alles mit! Sie trauen sich nicht mehr in den Beichtstuhl. Jahrelang einen riesigen Lastkorb mittragen ist doch ungesund. Wie viele spüren nach der Beichte, dass ihnen ein Stein vom Herzen gefallen ist!

Ich möchte Ihnen die Beichte schmackhaft machen. Viele haben für diesen Schritt nicht den Mut. Man tut sich schwer. Das ist nichts Überraschendes. Beim Zahnarzt hat man auch vorher ein ungutes Gefühl. Nachher ist man froh, wenn es vorbei ist. So ähnlich ist es bei der Beichte.

Darf ich zwei Beispiele in Erinnerung rufen, was Beichte ist!

Das eine Beispiel: Da kam einmal ein schwerer Sünder zur Beichte. Nachdem er den Beichtstuhl wieder verlassen hatte, schaute der Priester auf das Kreuz und sagte zu Jesus: „Jetzt würde mich interessieren, welche Sünde Dich am meisten gekränkt und beleidigt hat!“ Und er hörte die Antwort: „Wie? Was? Keine Ahnung. Ich weiß die Sünden nicht mehr. Er hat es doch gebeichtet.“ Wie schön ist das doch! Die Sünde ist ausgelöscht, getilgt. Es gibt sie nicht mehr, sodass nicht einmal mehr Gott, der Allwissende es weiß.

Das zweite Beispiel: Da kam auch einer in den Beichtstuhl und beichtete immer wieder die gleiche schwere Sünde. Immer wieder ermahnte ihn der Priester, dies doch nicht zu tun. Beim dritten Mal nun sagte er: „Diesmal spreche ich dich nicht los.“ Da löste sich vom Kreuz die angenagelte Hand von Jesus. Er hörte eine Stimme, die sagte: „Du hast nicht dein Blut für ihn vergossen.“ Und die Hand machte das Kreuzzeichen über den Beichtenden.

Auch hier sehen wir so schön die Barmherzigkeit Gottes. Du kannst mit allem zu ihm kommen. Ganz egal wie schwer die Sünde ist und wie oft du sie schon gemacht hast. Gott wird dir immer verzeihen, wenn es dir leidtut.

Nehmen sie sich vor, eine gute Osterbeichte zu machen. Ich werde also nicht nachlassen, jeden Sonntag darauf hinzuweisen. Das habe ich mir vorgenommen. Ich hoffe, ich gehe ihnen damit nicht auf die Nerven. Aber ich bin überzeugt, dass jeder ganz glücklich dann Ostern feiern kann, wenn er sich durchringt zur Reue und zum Bekenntnis. Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email