4. Fastensonntag
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Die beste Vorbereitung auf Ostern ist die hl. Beichte.  Die beste Vorbereitung ist, wenn wir uns von unseren Sünden frei machen, wenn wir das Gewissen erforschen, unsere Schuld bereuen, um Vergebung bitten und uns vornehmen, uns zu bessern.

Ich möchte heute über den Vorsatz ein paar Worte sagen. Über das „sich bessern“ wollen. Manche beenden ihr Bekenntnis mit den Worten: „Ich nehme mir vor (das oder jenes zu tun, oder nicht zu tun…“ Das ist nicht schlecht, wenn wir einen konkreten besonderen Vorsatz auch ausformulieren. Der allgemeine Vorsatz ist zwar entscheidend, doch der konkrete Vorsatz ist wirksam.

Der ernste Vorsatz ist also ebenfalls unumgänglich notwendig, genauso wie die Reue. Ohne Vorsatz gibt es keine Vergebung der Sünden. Es gibt einerseits keine Vergebung ohne Reue, aber es gibt auch keine Vergebung, wenn nicht auch der Vorsatz da ist. Reue für die Vergangenheit. Vorsatz für die Zukunft. Ich kann noch so sehr meine Sünde verabscheuen, tiefen Schmerz in meinem Innern empfinden, es ist alles umsonst, wenn nicht der Wille da ist, die Sünde in Zukunft zu meiden.

Wie war es bei der Ehebrecherin? Jesus sagt am Schluss zu ihr. Geh hin und sündige nicht mehr. Hier zeigt so schön die Milde und Barmherzigkeit Gottes, aber auch der Ernst für die Zukunft.

Oder wie war es im Haus des Zachäus? Er bekennt, dass er die Hälfte seines Besitzes den Armen gibt und wenn er jemand betrogen hat, wird er es vierfach erstatten.

Der Vorsatz ist also der ernste Wille und Entschluss, etwas Gutes zu tun oder eine Sünde nicht mehr zu tun. Es ist nicht ein bloßer Wunsch.

Jesus selbst sieht bei uns ins Herz und weiß, ob wir es ernst meinen. Es hat keinen Wert, wenn jemand seine Sünden bekennt, aber im Stillen denkt, das mache ich wieder. Was würde eine Mutter sagen, wenn ihr Kind, das eben etwas angestellt hat, zu ihr käme und zu ihr sagen würde: „Eben habe ich das und das getan. Es tut mir furchtbar leid, aber das nächste Mal tu ich es trotzdem wieder!“ Das hat keinen Wert.

Nehme dir also vor, die Sünde zu meiden. Fasse deinen Vorsatz aber nicht auf zu lange Zeit. Man merkt schon, dass die 40 Tage Fastenzeit eine sehr lange Zeit ist. Wenn möglich sollte man also durchaus wöchentlich oder noch öfter einen besonderen Vorsatz machen oder den alten Vorsatz erneuern. Manche mache es schon beim Aufstehen mit dem Morgengebet und überprüfen ihn am Abend bei der Gewissenserforschung. Dann kommt man voran.

Das ist der Beichtvorsatz. So manche Heilige haben dies ganz drastisch für sich so formuliert mit den Satz: Lieber sterben als eine schwere Sünde tun.

Die Sünde ist eine Beleidigung Gottes. Wir sollen sie meiden, wo es geht. Am besten können wir uns bessern, wenn wir uns einen konkreten Vorsatz machen.

Das wünsche ich mir und uns, von Gott dann auch die Gnade zu bekommen, dass wir besser werden, dass wir die Laster in uns besiegen und die Tugenden in uns stärken. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email